Zu guter Letzt: «Plus-Size»-Fettnäpfchen

Gut gemeint hin oder her: Nach der Zeitschrift Cosmopolitan hat sich nun auch H&M die Finger an sogenannten «Plus Size»-Models verbrannt.

Das neue Jahr ist noch keine zwei Wochen alt und bereits wüten wieder Shitstorms durch die sozialen Medien. Will sich die Modewelt bei dem Teil der Leser- und Kundschaft anbiedern, der nicht den fragwürdigen Vorstellungen von Idealgewicht und Traumfigur entspricht, kann der Schuss nach hinten losgehen. So hat die amerikanische Ausgabe des Frauenmagazins Cosmopolitan jüngst einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als es via Facebook das Model Robyn Lawley als «Plus-size Supermodel» bezeichnete. Das dabei veröffentlichte Bild stammt von einem Bikini-Shooting der australischen Ausgabe des Magazins. Der Stein des Anstosses: Wie ein echtes Übergrössen-Modell sieht Lawley auf dem Bild in den Augen vieler Leserinnen (und User) nicht aus. Eher wie eine ganz normale Frau mit klassischen weiblichen Rundungen.

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Screenshots Facebook.com via Drlima.net

Cosmopolitan ist mittlerweile zurückgekrebst und hat das heftig-diskutierte Bild entfernt. Wagt sich die Fashion-Szene mit ihren Size-Zero-Idealbildern in realitätsnähere Gefilde, bewegt sie sich auf dünnem Eis. Beinahe ist man versucht zu sagen: Schuster, bleib bei deinen mageren Leisten.

Daraus könnte man natürlich lernen, muss man aber nicht. Wie Blick Online berichtet, ist nun auch die schwedische Modehauskette H&M ins «Plus-Size»-Fettnäpfchen getreten. Analog zu Cosmopolitan entsprechen die Models der Abteilung «Grosse Grössen» im neuen Katalog und im Onlineshop nicht unbedingt dem, was man sich unter besonders «gross» vorstellt.

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Screenshots: Hm.com

H&M versicherte gegenüber dem dänischen TV-Sender TV2, es handle sich bei den gezeigten Damen wirklich ausschliesslich um «Plus-Size»-Models mit Grössen zwischen 44 und 54. Die halbe Wahrheit, wie eine schwedische Zeitung herausfand: Eines der Models hat laut ihrer Agentur Grösse 42, trug aber zumindest für H&M Grösse 44. Es ist davon auszugehen, dass zu diesem Thema der letzte Shitstorm noch nicht losgelassen wurde. Denn wirtschaftlich interessant genug scheint die beworbene Zielgruppe allemal zu sein – fehlt nur noch die richtige Kommunikation. (hae)

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