Publicis und Ewz machen Zürich zur Solarstadt

Die Abstimmung Netto-Null 2040 in Zürich am Wochenende hat gezeigt, wie wichtig erneuerbare Energien sind. Darum geht auch die Ewz-Kampagne für die Beteiligung an Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden der Stadt Zürich in die nächste Runde. Werbewoche.ch hat mit den Kampagnenverantwortlichen Myriam Mojon und Philipp Schad gesprochen.

Publicis und EwzIm Frühjahr 2021 haben Ewz und Publicis die Kampagne zur Beteiligung an den Solaranlagen lanciert (Werbewoche.ch berichtete). Auch dieses Mal stehen wieder Zürcher Testimonials im Zentrum der Kampagne. Für die Weiterführung haben diese allerdings Zuwachs bekommen. Denn um Zürich zur Solarstadt zu machen, braucht es jede:n Einzelnen von uns.

Information mit Purpose verknüpft

Während die Ewz Solarbeteiligungs-Kampagne 2021 hauptsächlich auf die Informationsvermittlung setzte, da die Bekanntheit des Beteiligungsmodells noch Luft nach oben hatte, geht es in der Folgekampagne vor allem um das «Warum». Also darum, Zürich mit Hilfe der Stadtzürcher Bevölkerung zur Solarstadt zu machen.

Mit dem Beteiligungsmodell Ewz.solarzüri können sich alle Ewz-Kund:innen quadratmeterweise an den öffentlichen Solaranlagen von Ewz beteiligen und so umweltfreundlich Solarstrom produzieren. Die Solaranlagen werden mit dem Crowdfunding-Prinzip vorfinanziert und danach realisiert. Sprich: Je mehr Leute sich beteiligen, desto mehr Anlagen werden in Zukunft auch gebaut.

«Wir sind überzeugt, dass das Produkt ‹Solarbeteiligung› den Purpose der Solarstadt optimal stützt», so Philipp Schad, Kampagnenleiter Image bei Ewz.

Im OOH-Bereich wird auf Massnahmen entlang den ÖV-Achsen, Haltestellen und innerhalb der Öffentlichen- Verkehrsmittel gesetzt, um die affine Zielgruppe direkt mit der Purpose-Botschaft anzusprechen. Im digitalen Bereich wird auf eine schnelle und unkomplizierte Vermittlung aller Botschaften und Informationen zum Solarportfolio abgezielt– dezidiert auf den Aktivierungs- und Sales-Funnel zugeschnitten. So sollen Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher davon überzeugt werden, schnell und unkompliziert zum Ausbau lokaler Solarenergie beizutragen.

Bisher haben sich insgesamt über 5800 Kund:innen an den Solaranlagen beteiligt. Die Beteiligung kann mittels weniger Klicks auf der Website Ewz.ch/solar gestartet werden.

Die Kampagne läuft ab Montag und wird bis in den Sommer hinein zu sehen sein.


«Wir wagen den Spagat zwischen einer Purpose- und Produktkampagne»

Myriam Mojon und Philipp Schad zeichnen seitens EWZ für die Leitung der Solarstrom-Beteiligungskampagne verantwortlich. Im Gespräch mit Werbewoche.ch erklären sie das ambitionierte Projekt und sprechen über die eingesetzten Kommunikationsmassnahmen.

Werbewoche.ch: In der aktuellen Kampagne steht das «Warum» im Vordergrund. Weshalb wurde dieser Fokus gesetzt?

Philipp Schad: Die Ewz-Solarbeteiligungs-Kampagne 2021 setzte hauptsächlich auf die Informationsvermittlung, weil die Bekanntheit des Beteiligungsmodells noch Luft nach oben hatte. In der Folgekampagne geht es nun darum, Zürich mit Hilfe der Stadtzürcher Bevölkerung und deren Beteiligungen an öffentlichen Solaranlagen zur Solarstadt zu machen. Für die diesjährige Kampagne wagen wir nun den Spagat zwischen einer Purpose- und Produktkampagne. Wir sind aber überzeugt, dass das Produkt «Solarbeteiligung» den Purpose der Solarstadt optimal stützt.

 

Wie läuft der Prozess der Solarbeteiligung genau ab?

Myriam Mojon: Kund:innen beteiligen sich mit 250 Franken pro Quadratmeter an einer lokalen Solaranlage auf einem öffentlichen Gebäude der Stadt Zürich. Pro Quadratmeter bekommen sie 80 Kilowattstunden auf ihrer Jahres-Stromrechnung gutgeschrieben – und das 20 Jahre lang. Mit einem Quadratmeter kann man also zum Beispiel 4000 Tassen Kaffee pro Jahr trinken.

 

Die Devise der Kampagne lautet «Mach Zürich zur Solarstadt. Jetzt.». Wie kam es zur Idee, die Bevölkerung an der Solarstrom-Produktion zu beteiligen?

Mojon: Die Idee an sich ist nicht neu. Das Produkt gibt es seit 2015. Die Dringlichkeit jedoch hat über die letzten Jahre und vor allem Monate zugenommen. Die Abstimmung zu Netto-Null 2040 in Zürich am Wochenende hat erneut gezeigt, wie wichtig erneuerbare Energien zur Erreichung dieser Ziele sind. Hierfür hat die Stadt Zürich die Solarstrategie 2030 ausgerufen.

Schad: Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, braucht es jeden einzelnen von uns. Das Solarbeteiligungsmodel eröffnet auch Mieterinnen und Mietern, sich quadratmeterweise an den öffentlichen Solaranlagen von ewz beteiligen und so umweltfreundlich eigenen Solarstrom zu produzieren – und trifft so einen aktuellen Nerv.

Mojon: Die Solaranlagen werden mit dem Crowdfunding-Prinzip vorfinanziert und danach realisiert. Sprich: Je mehr Leute sich beteiligen, desto mehr Anlagen werden in Zukunft auch gebaut. Somit zählt jeder Quadratmeter und nur gemeinsam schaffen wir es, Zürich zur Solarstadt zu machen – jetzt.

 

Tragen die Testimonials selbst die Kampagne als «Influencer» nach aussen?

Schad: Vor allem im Bereich Social Media stehen unsere Testimonals Rede und Antwort zu ihrer Motivation für eine Solarbeteiligung und was sie alles planen, mit ihrem eigenen Solarstrom anzufangen.

 

Bestehen bereits Pläne für die Weiterentwicklung der Kampagne?

Wir zählen auf die Dringlichkeit der Thematik Energiewende und hoffen natürlich, dass wir nächstes Jahr nicht nur zur «Solarstadt», sondern bereits zur «Solar-Hauptstadt Zürich» blasen können. Das Produkt steht aber das ganze Jahr zur Verfügung.

 

Mittlerweile gibt es 5800 beteiligte Kund:innen – eine gute Bilanz für Ewz?

Mojon: Wir freuen uns sehr, dass die Solarbeteiligung so gut ankommt. Wir sind zusammen mit der Stadt ständig daran, neue Standorte zu suchen, sodass wir unser Angebot laufend ausbauen können. Leider oder glücklicherweise sind die neuen Standorte nämlich jeweils nach nicht allzu langer Zeit ausverkauft.

 

Welche Zielgruppen sind besonders am Modell interessiert?

Während noch vor ein paar Jahren die Kund:innen des Solarbeteilungsproduktes eher die Ökointeressierten und eher Älteren waren, stellen wir fest, dass das Theme mittlerweile in der breiten Bevölkerung angekommen ist. Das freut uns natürlich sehr. Auch entspricht das Produkt dem aktuellen Lifestyle und zahlt auf die Trends «lokal» und «nachhaltig» ein.


Verantwortlich bei Ewz: Myriam Mojon, Philipp Schad (Kampagnenleitung), Vinzenzo Tremonte und Rahel Huber (Digital Experience), Thöme Jeiziner (Media Relations), Hadi Jean-Richard (Leiter Storytelling), Julia Weber (Social Media), Barbara Kohler (Interne Kommunikation), Irena Igic (Praktikantin Marketing Kommunikation), Pascal Schaub (Leiter Marketing & Kommunikation), André Rohrbach (Leiter Private & KMU). Verantwortlich bei Publicis: David Lübke (Creative Direction), Desiree Stocker (Junior Copywriter), Sandro Looser (Client Service Director), Adrianna von Moos (Account Director), Ante Vidovic (Account Director). Verantwortlich Creative Direction Art: Studio Marvin Hugentobler. Verantwortlich Realisation: Prodigious Zürich. Verantwortlich Produktion: Studio Voile LLC. Fotografie: Mark Pekmezian. Mediaagentur: Havas Village Zurich.

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