#WieDuUndIch: Die neue Pro-Infirmis-Kampagne thematisiert ein beliebtes Internet-Phänomen

In der neuen Kampagne von Pro Infirmis besetzen Menschen mit Behinderungen ein beliebtes Internet-Phänomen.

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Ein Internet-Phänomen begeistert Menschen auf der ganzen Welt und bewegt sie zum Mitmachen: Detailgetreu nachgestellte Kinderfotos mit dem Original als Vorlage gehören heute zu den beliebtesten Bildern im Internet. In ihnen verbinden sich Humor, Nostalgie, Zuneigung und eine Prise «Schrägsein» zu einer inspirierenden Form von Internet-Kunst. Menschen mit Behinderungen jedoch sieht man kaum auf solchen Bildern.

 

Damals wie heute

Mit der Kampagne #WieDuUndIch, die ab Montag 7. September 2020 in der ganzen Schweiz zu sehen ist, zeigt Pro Infirmis einmal mehr, dass Menschen mit Behinderungen als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft überall vertreten und zu sehen sein müssen. Deshalb: Wenn erwachsene Menschen freiwillig regenbogenfarbene Schwimmflügel anziehen oder sich in den selbstgestrickten Pullover im 70er-Chic stürzen, dann gibt es nur einen triftigen Grund: Sie lassen auf witzige Weise ihre Kindheit Revue passieren. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Menschen eine Behinderung haben oder nicht, hier sind alle Menschen gleich. Für die neue Pro-Infirmis-Kampagne durchforsteten Menschen mit Behinderungen ihr Fotoalbum aus Kindertagen und zeigen Kinderfotos, die ihnen etwas bedeuten und die sie nachstellen wollten. Sie geben damit selbstbestimmt Einblick in persönliche Momente aus ihrer Kindheit: Das bin ich. Damals wie heute.

Acht Sujets wurden in einem professionellen Fotoshooting nachgestellt; teils am Ort, wo das Foto einst entstand, teils im Fotostudio mit aufwändig nachgezimmerten Hintergrundkulissen – und immer mit so detailgetreuen Requisiten wie möglich.

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Betroffene lassen sich nicht unterkriegen

Die neue Sensibilisierungskampagne zelebriert das Leben. Dazu gehören schöne und weniger schöne Momente – und die Bandbreite aller Momente dazwischen. Gleichzeitig sind die Fotos Zeitzeugen unserer Gesellschaft und werden von den Protagonist*innen in ihrem jeweiligen Kontext gesehen: «Früher hat man meine Arme noch mit einem T-Shirt versteckt», erinnert sich Lorenz Vinzens, als er aus seinem ganz persönlichen Damals und Heute Bilanz zieht. Oder: «Bei mehreren Reisenden im Rollstuhl wurden wir auch mal in Frachtwagen gesteckt», erzählt Jasmin Rechsteiner. Eine Behinderung ist für die betroffenen Menschen eine lebensbegleitende Realität, die ihnen viel abverlangt, von der sie sich aber nicht unterkriegen lassen. Das zeigen die Sujets der neuen Pro Infirmis-Kampagne. Sie fokussieren ganz auf das Menschsein ihrer Protagonisten, auf ihre Entwicklung und Veränderungen, die sie im Verlauf des Lebens durchmachen, wie alle anderen Menschen auch.

 

Social-Media-Kampagne ruft zum Solidarisieren auf

Ab dem 7. September 2020 hängen die Plakate in der ganzen Schweiz. In den Sozialen Medien posten weitere Protagonist*innen mit Behinderungen ihre Damals-Heute-Bilder und auf der Pro-Infirmis-Website sind alle Bilder sowie Making-of-Filme und Interviews mit den Protagonist*innen zu finden.

Parallel zur Plakatkampagne lanciert Pro Infirmis eine Solidarisierungskampagne auf Social Media: Mit dem Hashtag #WieDuUndIch können User*innen ihr Facebook- und Instagram-Profilbild zieren und sich so mit Menschen mit Behinderungen solidarisieren. Ziel ist, dass die Inklusion von Menschen mit Behinderungen selbstverständlich und überall, offline und online stattfindet. Denn: Sie geht uns alle etwas an.

Für die 2020er-Kampagne hat Pro Infirmis wie bereits im vergangenen Jahr mit der Agentur CRK zusammengearbeitet. 2019 wurden populäre Werbesujets nachgestellt, um zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung in der Werbung meist nicht stattfinden (Werbewoche.ch berichtete).

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