Noé Robert etabliert neurodiverse Agentur Twofold

Als CEO der Zürcher Agentur Twofold schliesst der 29-jährige Noé Robert gemeinsam mit über 60 Mitarbeitenden nach eineinhalb Jahren einen Transformationsprozess ab. Twofold positioniert sich als neurodiverse Agentur – und hat bereits mehrere grössere Kunden im Portfolio.

Hat die neurodiverse Agentur Twofold etabliert: Der29-jährige CEO Noé Robert.

«Nach zehn Jahren im Agenturbusiness war ich kurz davor, aus der Branche auszusteigen», lässt sich Noé Robert in einer Mitteilung zitieren. Kurz nach seiner Grafikerlehre hatte er eine eigene Branding-Agentur aufgebaut, diese in eine internationale Agentur integriert und als Strategieberater weiter begleitet.

Doch regelmässige 60-Stunden-Wochen und interne unternehmenspolitische Kämpfe hätten dazu geführt, dass er sich irgendwann fragte, wo die Sinnhaftigkeit geblieben sei. «Ich war nahe an einem Burnout und überlegte mir ernsthaft, etwas komplett anderes zu machen, obwohl Marken und Kommunikation immer meine Leidenschaft waren», so Robert.

In dieser Zeit kam Susan Conza, Gründerin von Asperger – heute Twofold – auf Noé Robert zu. Sie hatte über die letzten zehn Jahre ein Unternehmen zur Ausbildung von hochqualifizierten Lernenden mit Asperger-Syndrom aufgebaut. Nach und nach kamen kleine Digitalprojekte für Schweizer KMU dazu, doch konnte die Agentur nie richtig Fuss fassen. Conzas Angebot an Robert war, aus Asperger eine global agierende Agentur inklusive Ausbildung von Menschen mit dem Asperger-Syndrom zu formen.

Für Noé Robert eine spannende Herausforderung, die genau zum richtigen Zeitpunkt kam: «Ich hatte keine Ahnung, was Asperger bedeutet. Doch es war für mich die unglaubliche Chance, ein bestehendes Unternehmen zu transformieren und gleichzeitig etwas wirklich Sinnvolles zu machen.»

Umfangreiche Positionierung

So machte sich der CEO daran, zusammen mit COO Marius Deflorin ein schlagkräftiges Kernteam rund um den neu dazugeholten Creative Director Lukas Rosenmund aufzustellen. «Marius ist seit zehn Jahren Wegbegleiter und enger Freund, Lukas und ich haben uns bei unserem letzten gemeinsamen Arbeitgeber kennen und schätzen gelernt“, sagt Robert. «Die beiden standen damals ebenfalls vor dem Ausstieg, brachten enorm viel Erfahrung und Know-how mit und waren damit perfekte Partner für die anstehende Transformation». Bereits innerhalb der ersten drei Monate kamen zwei weitere Kernteam-Mitglieder dazu und die Neupositionierung konnte gestartet werden.

Im Rahmen eines umfassenden Positionierungsprozesses wurde die Firma Asperger zu Twofold umbenannt und neu am Markt ausgerichtet. Heute vereinen das neue Erscheinungsbild und der Name Twofold – two ist Deutsch für «zweifach oder doppelt», «fold» bezeichnet zudem eine Gemeinschaft oder Herde – Agentur- und Ausbildungsbetrieb unter einem gemeinsamen Dach. Der Weg zur Agentur mit einem In-house-Ausbildungsteil, der Twofold Asperger Academy, war geebnet.

Das Thema Autismus sei Robert zufolge für viele Leute eindimensional und eher negativ behaftet. Auch ihm selbst war früher nicht bewusst gewesen, dass Autismus ein Spektrum ist, in dem es grosse Unterschiede gibt. «Unsere Fachkräfte mit Autismus bringen für unsere Projekte und auch auf persönlicher Ebene einen unglaublichen Mehrwert. Wir sehen Autismus als eine Bereicherung und nicht als eine Behinderung.»

Erste grössere Kunden bereits dabei

Bereits während dem Positionierungsprozess gewann Twofold den Etat eines Big-Four-Unternehmens. Dazu kamen weitere Mandate für Marken wie IWC Schaffhausen, UBS, Zumtobel und Rail Systems Engineering. Twofold baute das Team mit mehr als 25 neuen Mitarbeitenden aus den Bereichen Strategie, Design, Technologie, Text und Konzeption sowie Motion Design aus. Nach zwei Jahren beschäftigt Twofold über 60 Mitarbeitende.

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