Formeldrei und Bold spannen zusammen

Die beiden Berner Agenturen Bold und Formeldrei starten ab dem 1. April gemeinsam unter dem Namen Bold in die Zukunft. Im Interview mit Werbewoche.ch erzählen Marco Mesot und Moritz Adler von Formeldrei, wie es zur Fusion kam und wie es sich anfühlt, die eigene Agentur aufzugeben.

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Die neue Bold-Geschäftsleitung: Lindo Ganarin, Philippe Hansen (beide Bold), Moritz Adler, Marco Mesot (von Formeldrei) und Tino Niederberger (Bold) spannen zusammen (v.l.).

 

Durch die Fusion möchten die Agenturen mit ihrem kumulierten Know-how ihre Kunden noch leistungsfähiger, vielseitiger und flexibler in allen Kommunikationsbelangen unterstützen können.

Formeldrei wird als gleichberechtigter Partner ihren Namen und ihre Location hinter sich lassen und zu Bold an die Konsumstrasse 20 ziehen. Die Tochterfirma Arillo kommt mit und sorgt so unter dem gleichen Dach für gezielte Verstärkung in den Bereichen Technologie und UX.

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Als Mitbegründer ist Marco Mesot seit 17 Jahren bei Formeldrei, Moritz Adler ist wenig später als Managing Partner dazugestossen. Die Funktionen der beiden bleiben in der neuen Konstellation unverändert: Mesot kümmert sich bei Bold um Konzept, Beratung und Services, Adler um Konzept und Kreation.

«Konsequenterweise hätten wir uns neu Formelfünf nennen müssen – keine verlockende Aussicht»

Bold wird gestärkt, die Marke Formeldrei «verschwindet» – und mit ihr der Agenturstandort der 2003 gegründeten Kreativschmiede. Unter dem Namen Bold bündeln die beiden Berner Agenturen ihre Kräfte und rüsten sich für die Zukunft. Im Interview mit Werbewoche.ch erzählen die beiden Parner Marco Mesot und Moritz Adler, wie es zur Fusion kam – und ob der Abschied von Formeldrei auch ein wenig schmerzt.

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Werbewoche.ch: Wieso schliessen sich gerade Bold und Formeldrei zusammen?

Marco Mesot: Ganz einfach: Weil es Sinn macht! Wir sind ungefähr gleich gross, haben ähnliche Ansichten und komplementäre Stärken. Durch die Verbindung wird somit ein differenziertes Synergiepotenzial geschaffen, von dem alle nur profitieren können.

 

Wann fiel die Entscheidung?

Moritz Adler: Philippe Hansen, einer der Gründer von Bold, hat vorher bei uns gearbeitet und ist auch privat ein Freund. Klar, dass man da immer wieder mal zusammen bei einem Feierabendbier gefachsimpelt hat. Irgendwann ist dabei auch das Thema einer Fusion aufgetaucht. Seit letztem Herbst ist aus dieser «Bieridee» Schritt für Schritt Realität geworden – sehr zur Freude aller Beteiligten.

 

Hat man in der heutigen Zeit als kleine, nicht-spezialisierte Agentur längerfristig keine Überlebenschance?

Mesot: Das können wir nicht sagen, denn wir sehen uns nicht so und werden von unseren Kunden auch nicht so wahrgenommen. Wenn man unter «nicht-spezialisiert» aber versteht, dass wir gerne interdisziplinär und über den Tellerrand hinaus denken und agil handeln, dann nehmen wir das gerne für uns in Anspruch.

 

Ein prominenter Kunde von Formeldrei war stets Parisienne. Hatte die veränderte Werbestrategie der Tabakkonzerne – weg von der Zigarette – und zunehmende gesetzliche Einschränkungen einen Einfluss auf die Entwicklung der Agentur?

Mesot: Die Veränderungen auf dem Tabakmarkt kamen ja nicht überraschend und hatten insofern relativ wenig Einfluss auf die Entwicklung von Formeldrei. Wir sind aber froh und stolz darauf, auch als Bold weiterhin für Parisienne zu arbeiten. 17 Jahre Kundentreue – so etwas ist nicht selbstverständlich.
 

Wie hat sich der Werbemarkt seit der Gründung von Formeldrei 2003 bis zum Zusammenschluss 2020 verändert?

Adler: Die grösste Veränderung war sicher der Siegeszug der Onlinekommunikation in allen Bereichen. Hier profitieren wir durch den Zusammenschluss mit Bold von einem fundierten Know-how, das so bisher nicht zur Verfügung stand. Unsere Tochterfirma Arillo Schweiz garantiert ausserdem zusätzliches Back-up im Bereich Technologie und UX Design. Manche Dinge haben sich aber zum Glück nicht geändert. So ist eine gute Idee immer noch eine gute Idee und ein gutes Bild ein gutes Bild. Durch den Zusammenschluss unserer Stärken sind wir damit bestens für die Zukunft gerüstet.

 

Werden bestehende Formeldrei-Kunden und Mandate mitgenommen und neu von Bold betreut?

Mesot: Wir freuen uns sagen zu dürfen, dass alle Kunden von Formeldrei positiv auf die Portierung zu Bold reagiert haben. Ein Vorteil ist dabei sicher, dass Ansprechpersonen und Abläufe unverändert bleiben. Zudem profitieren die Kunden durch die Fusion vom zusätzlichen Know-how des vereinten Teams. Kontinuität in der Führung bei gleichzeitigem Leistungsausbau – das findet man in unserer Branche wirklich selten.

 

Werden alle Mitarbeitenden in die neue Agentur übernommen?

Adler: Weder bei Formeldrei noch bei Bold mussten Stellen aufgrund der Fusion gestrichen werden.

 

Obwohl Formeldrei länger am Markt existiert, hat man sich beim Zusammenschluss für den Namen Bold entschieden. Wieso?

Mesot: Die Drei in unserem Namen steht ursprünglich für die Inhaberschaft. Konsequenterweise hätten wir uns neu also Formelfünf nennen müssen – keine verlockende Aussicht. Stattdessen haben wir auf unseren Bauch gehört und uns einstimmig für Bold entschieden. Ganz einfach, weil wir an das Potenzial des Namens und der damit verbundenen Haltung glauben: Be Bold or Italic, but never Regular.

 

Schmerzt es Sie, nach so vielen Jahren den Namen Formeldrei und die Location der Agentur aufzugeben?

Adler: Weniger als erwartet. Statt der Vergangenheit hinterher zu trauern freuen wir uns viel lieber auf die Zukunft.

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