Grüsse aus dem Homeoffice, Folge 6: Markus Hammer, Equipe

Wer zuhause bleiben kann, bleibt zuhause. Das Coronavirus hat die Gesellschaft fest im Griff – auch die Kreativbranche. Sie verlagert grossflächig ins Homeoffice. Werbewoche.ch startet deshalb eine Serie, in der das Berufsleben am heimischen Laptop beleuchtet wird.

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Markus Hammer ist zweifacher Vater und leitet seit einem halben Jahr den Bereich Content und Kreation bei Equipe. Seit über zwanzig Jahren konzipiert und realisiert er kommunikative Massnahmen und Kampagnen über sämtliche Channels hinweg. Hammer ist leidenschaftlicher Fussballfan und findet es natürlich tragisch, dass der momentane Lauf des FCSG so abrupt unterbrochen wurde.

 

Seit wann befinden Sie sich im Homeoffice?

Seit Montag letzter Woche.

 

Befindet sich Ihre ganze Agentur im Homeoffice?

Grundsätzlich ja. Vereinzelt kommen aber einzelne Leute zu Fuss oder mit dem Velo rein, um konzentriert und in Ruhe arbeiten zu können. Was sich ja zuhause nicht immer einfach gestaltet. Glücklicherweise waren wir insgesamt sehr gut vorbereitet.

 

Hatten Sie bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes mit technischen Problemen zu kämpfen?

Nein, einzig die S-Bahnfahrt mit dem Monitor war etwas sperrig.

 

Wo haben Sie sich eingerichtet?

Mein Office ist unser Schlafzimmer. Ich habe da einen Arbeitsplatz eingerichtet.

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Was benötigen Sie alles, um Ihrer Tätigkeit nachgehen zu können?

Mein Laptop und das Handy. Idealerweise noch meinen Kopfhörer, den Bose Quiet Comfort gegen brüllende Jungs, und einen zweiten Monitor, damit ich nicht den ganzen Tag über geknickt am Laptop hängen muss. Die ganzen Tools wie Slack, Asana, unser Wiki und die ganzen Google Schnittstellen oder VPN nutzen wir ja bereits.

Ist es schwierig, sich genügend abzugrenzen, wenn die Kinder zuhause sind?

Ehrlich gesagt versuche ich, so gut es geht, im Arbeitszimmer zu verschwinden. Ohne meine Frau, die momentan auch zuhause arbeitet, wäre es aber unmöglich. Im Worst Case müssen die beiden Jungs dann einfach mit dem Basketball auf den Sportplatz ums Eck. Spätestens abends gehe ich dann raus in den Wald hinterm Haus.
 

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Mit etwas Glück reicht es abends noch knapp bei Tageslicht zum Joggen. Ansonsten wird halt auf den Goldenberg spaziert, wo man wunderbar über die Stadt sehen kann.

Haben Sie Home-Office-Erfahrung oder handelt es sich um eine Premiere?

Ich kenne das bereits von früher. Ich bin aber normalerweise gerne im Office, da das für mich besser und effizienter funktioniert.

 

Aufgrund der ersten Erfahrungen: Welche Prozesse gestalten sich im Vergleich zum normalen Agenturalltag schwierig?

Ehrlich gesagt bin ich erstaunt, wie gut alles soweit klappt. Der prozessuale Aufwand insgesamt ist aber um einiges höher. Die ganzen kurzen Fragen und Antworten zwischen Meetings zum Beispiel fallen weg. Das muss dann alles mühselig per Call nachgeholt werden.

 

Welche Arbeiten klappen problemlos?

Eigentlich alles. Doch geplaudert und gelacht wird natürlich weniger. Nichtsdestotrotz ist die Stimmung gut.

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Sich für Meetings genügend Zeit zu nehmen und auch mal Quatsch machen muss natürlich sein.

Gibt es etwas, was sogar einfacher oder produktiver funktioniert im heimischen Büro?

Das Pendeln von Winti nach Zürich fällt weg. Die 90 Minuten zusätzlich kann ich zurzeit wunderbar brauchen 😉

 

Sollte die Homeoffice-Phase länger dauern: Was tun sie dagegen, dass Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt?

Wir versuchen wirklich die Woche zuhause so gut es geht zu strukturieren. Nebst dem Schulischen für die Jungs, steht auch Spass und Sport im Freien, Medienzeit aber auch Basteln oder Lesen unter der Woche auf dem Tagesplan. Dadurch versuchen wir, die Tage halbwegs sinnvoll zu gestalten. Am wichtigsten ist es jedoch zu akzeptieren, dass trotzdem ab und an das Chaos ausbricht. Wir alle machen das ja zum ersten Mal und ich finde, unsere Jungs ziehen bisher super mit.

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Mit Heisskleber, Cutter und Karton wird von unserem jüngeren Sohn ein Skatepark für seine Fingerboards gebaut.

 

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Der Grössere schnitzt an einem Speckstein an seiner Handystation.

Was vermissen Sie am meisten am physischen Agenturalltag?

Natürlich das gesamte Team und die Gespräche an der Kaffeemaschine mit Barbara und Martin.

 

Bekanntlich hat alles auch seine positiven Seiten. Was ist es in Ihrer aktuellen Home-Office-Situation?

Erstmal finde ich die ganze Situation äusserst bedrückend und traurig. Wenn man das Positive sehen will, dann denke ich, dass die ganze «digitale Druckbetankung» die unsere Branche und auch die Gesellschaft zurzeit erfährt – da alle ja praktisch nur noch digital kommunizieren und konsumieren – unser Business als auch unsere Gesellschaft für die Zukunft lebensfähiger macht. Aber auch die Qualität, sich mit Menschen irgendwo vor Ort physisch zu treffen, wird in Zukunft bestimmt wieder mehr wertgeschätzt.

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Beim Blick vom Balkon auf das Kantonsspital wird einem immer wieder bewusst, dass man sich glücklich schätzen kann, zuhause arbeiten zu dürfen.

Das Coronavirus hat die Gesellschaft fest im Griff. Wer zuhause bleiben kann, bleibt zuhause. Auch die Werbe- und Kommunikationsbranche verlagert den Betrieb grossflächig ins Homeoffice. Mit der Serie «Grüsse aus dem Homeoffice» beleuchtet Werbewoche.ch den Berufsalltag in den heimischen vier Wänden.

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