Grüsse aus dem Homeoffice – Folge 3: Christoph Bürge, Metzger Rottmann Bürge

Christoph Bürge, CEO von MRB Metzger Rottmann Bürge, hat sich zwei Homeoffices eingerichtet und pendelt hin und her. Damit der LSA-Agentur nicht die Decke auf den Kopf fällt, hält man an festen Strukturen fest und die Trainerhose bleibt im Schrank.

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Christoph Bürge ist CEO von MRB Metzger Rottmann Bürge. Er ist seit über dreissig Jahren durch und durch Werber und in namhaften Agenturen im In- und Ausland für kreative und vielfach ausgezeichnete Kampagnen in allen Branchen verantwortlich.

 

Werbewoche.ch: Seit wann befinden Sie sich im Homeoffice?

Christoph Bürge: Die Agentur befindet sich seit Dienstag definitiv im Homeoffice. Es war irgendwie ein schräges Bild, die Mitarbeiter/innen mit Bildschirmen, Stühlen und Pflanzen ausziehen zu sehen. Und das obwohl die Agentur im Frühling ohnehin an die neue Location im Zürcher Kreis 4 ziehen wird.

 

Befindet sich Ihre ganze Agentur im Homeoffice?

Die ganze MRB befindet sich im Homeoffice. Die ganze MRB? Nein! Bruno (Anm. der Redaktion: Bruno Breitenmoser, Produktion, Partner MRB) hält in der Agentur die Stellung und sorgt dafür, dass alle Informationen, Dokumente und Hilfsmittel in die Homeoffices fliessen, wenn sie nicht ohnehin schon dort sind. Und ich pendle zwischen meinem Homeoffice zuhause und meinem neuen Homeoffice (ist ja keiner mehr da) in der Agentur – eine total neue Arbeitsform.

 

Hatten Sie bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes zuhause mit technischen Problemen zu kämpfen?

MRB war gut vorbereitet, externe Zugriffe auf den Server intakt, Plattformen und Softwares für dezentrales Arbeiten installiert, erste digitale Teammeetings absolviert etc. – der Wechsel ins Homeoffice verlief nahtlos.

 

Wo haben Sie sich eingerichtet?

Zuhause habe ich mir das Wohnzimmer mit Sicht ins Grüne unter den Nagel gerissen. Eigentlich fast besser als die Hinterhof-Aussicht in der Agentur. Die Herausforderung mit zwei Homeoffices besteht lediglich darin, immer das richtige Kabel und Equipment am richtigen Ort dabei zu haben.

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Was benötigen Sie alles, um Ihrer Tätigkeit nachgehen zu können?

Laptop, Mobile, Internet, Papier, Bleistift, Kaffee, Hirnschmalz. Und die tägliche Inspiration aller anderen MRBler.

 

Ist es schwierig, sich genügend abzugrenzen, wenn die Kinder zuhause sind?

Meine Teenie-Tochter findet es total daneben, dass sie nicht in die Schule darf und ihre Freunde treffen kann. Somit saugt sie das tägliche e-Schooling richtiggehend auf und verbringt halt nochmals ein Stündchen mehr auf Social-Media-Plattformen. Wir kommen uns – ausser in der Küche – nicht in die Quere und sind ein gutes Homeoffice-Team.

 

Haben Sie Homeoffice-Erfahrung oder handelt es sich um eine Premiere?

Ich lasse schon immer ab und zu den Agenturtrubel beiseite und arbeite gerne zuhause, um in totaler Ruhe die eine oder andere Strategie zu Papier zu bringen. Jetzt ist’s umgekehrt, zuhause führe ich fast nur Video Meetings und fahre dann kurz in die verlassene Agentur für ein paar ruhige Momente.

 

Aufgrund der ersten Erfahrungen: Welche Prozesse gestalten sich im Vergleich zum normalen Agenturalltag schwierig?

Bis jetzt ist jede und jeder sehr konzentriert am Werk. Obwohl wir eigentlich eine Verlangsamung des Agenturalltags vermuteten, sind wir äusserst zackig und effizient unterwegs. Die persönlichen Meetings und der ständige kreative Austausch des Agenturalltags werden uns allerdings rasch fehlen. Und die Kundenmeetings auch.

 

Welche Arbeiten klappen problemlos?

Eigentlich klappt alles problemlos oder sogar noch besser. Was im Agenturalltag oft husch husch auf Zuruf gemacht wird, muss jetzt aus dem Home Office organisierter und strukturierter angepackt werden. Gut so.

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Geschäftsleitungs-Sitzung zu Corona-Zeiten: Silvan Metzger, Michael Rottmann (v.l.) und Christoph Bürge (unten rechts) tagen via Video-Chat.

 

Gibt es etwas, was sogar einfacher oder produktiver funktioniert im heimischen Büro?

Die Mitarbeiter erscheinen pünktlicher zu Video-Meetings als im Agenturalltag im Sitzungszimmer… 😉 Das kann man nach der Corona-Auszeit bitte unbedingt beibehalten!

 

Sollte die Homeoffice-Phase länger dauern: Was tun sie dagegen, dass Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt?

Wir haben uns vorgenommen, das Homeoffice wie ein normaler Alltag zu gestalten: Feste Arbeitszeiten. Regelmässig Bewegung. Pausen und Inspiration. Gut eingerichteter Arbeitsplatz. Keine Trainerhosen.

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Was vermissen Sie am meisten am physischen Agenturalltag?

Ich vermisse die vielen Leute um mich herum und die vielen menschlichen Kleinigkeiten, die Homeoffice und die digitale Welt nie und nimmer ersetzen können.

 

Bekanntlich hat alles auch seine positiven Seiten. Was ist es in Ihrer aktuellen Homeoffice-Situation?

Home Office in extremis ist eine neue Arbeitserfahrung, die uns fitter und agiler machen wird für alles, was nach der Corona-Auszeit auf uns zukommt. Ich freue mich darauf!

Das Coronavirus hat die Gesellschaft fest im Griff. Wer zuhause bleiben kann, bleibt zuhause. Auch die Werbe- und Kommunikationsbranche verlagert den Betrieb grossflächig ins Homeoffice. Mit der Serie «Grüsse aus dem Home Office» beleuchtet Werbewoche.ch den Berufsalltag in den heimischen vier Wänden.

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