Digitec Galaxus mischt den Werbemarkt auf

Der führende Schweizer Onlinehändler Digitec Galaxus will künftig Media- und Kreationsdienstleistungen auch externen Kunden anbieten. Die Testphase ist vorüber, die Nachfrage vorhanden.

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Seit Mai widmet sich Nina Hoss den externen Werbekunden.

 

Digitec Galaxus war in Bezug auf Werbung und Marketing bisher vor allem dafür bekannt, dass sämtliche Kampagnen weitgehend inhouse entstehen. Mit einigem Erfolg – das zeigt auch eine Studie, die die Werbewoche in Zusammenarbeit mit Marketagent.com durchgeführt hat: In der Bevölkerung ist das Unternehmen dafür bekannt, in Zusammenhang mit Werbung positiv aufzufallen. Mehr dazu lesen Sie in der kommenden Printausgabe der Werbewoche (11/12 2019 vom 17. Dezember 2019).

 

Eigenes Team widmet sich externen Werbekunden

Nun geht Digitec Galaxus einen Schritt weiter, öffnet sich stärker für externe Werbekunden und erschliesst ein neues Geschäftsfeld. Hierfür wurde im Mai ein eigenes Team gegründet, das von Nina Hoss geleitet wird. Eine Art Inhouse-Agentur, welche im Marketing angesiedelt und mit verschiedenen Abteilungen des Unternehmens zusammenarbeitet.  

Die Quasi-Agentur, die mindestens intern unter dem Namen «Digitec Galaxus Agency» fungiert, kombiniert Medialeistungen bei Bedarf mit der rund zehnköpfigen Kreation.

 

Digitalkampagnen und Paketbeilagen

Dabei werden einerseits Onlinekampagnen gefahren, anderseits Paketbeilagen als Werbekanal angeboten. Basis für alle Medialeistungen bildet der umfangreiche Datensatz, über den das Unternehmen verfügt. «Wir wurden immer wieder auch von externen Auftraggebern angefragt, wie man unsere Daten verwenden könne für Kampagnen», erklärt Nina Hoss. «Da wir nun eine eigene Anlaufstelle für externe Kunden haben, können wir uns ihnen voll und ganz widmen.» Etwas, was vorher nicht möglich gewesen sei, da die eigenen Digitec- und Galaxus-Kampagnen stets Prioriät vor externen Kampagnen hatten.

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Für Mattel hat Digitec Galaxus kürzlich eine Kampagne umgesetzt und über verschiedene Kanäle ausgespielt.

 

Digitec Galaxus verfügt über sehr viele Kundendaten und kann Cluster bilden von Menschen, die sich beispielsweise für ein Notebook interessieren, aber in letzter Zeit keins gekauft haben. Entsprechende Targetings sind also möglich – nicht nur bei klassischen Onlinekampagnen, sondern auch bei Paketbeilagen. «Wir können Flyer automatisch und skalierend beilegen nach Kriterien wie Produkttyp der Bestellung, Alter, Geschlecht, Sprache, Business- oder Privatkunde oder geografischem Gebiet. Im Gegensatz zu IP-Adressen sind diese Daten sehr verlässlich, da es sich um echte Adressen handelt», erklärt Hoss. «Ein Paket hat eine Öffnungsrate von 100 Prozent», fügt sie lachend an. Hinzu komme, dass die Empfänger die Pakete mit einer positiven Emotion öffneten und sich mit dem Inhalt auseinandersetzten – im Idealfall auch mit den Beilagen. Dieser Kanal nutzt Digitec Galaxus seit jeher auch für die eigenen Brands. «Wir legen aber maximal zwei Werbemittel bei, sind also keine Flyer-Schleuder.»

 

Umfangreiche Kampagnen sind Zukunftsmusik

Nebst der Media-Abwicklung übernimmt Digitec Galaxus neu – sofern es ein externer Kunde wünscht – auch die Kreation der Werbemittel. Kreativagenturen wolle man aber nicht konkurrieren, winkt Hoss ab. «Wir wollen ihnen keine Kunden abwerben, wir hätten gar nicht die Ressourcen dafür», sagt sie. Vorerst will man sich daher auch die Kreation von Onlinewerbemitteln und Paketbeilagen konzentrieren – alles weitere ist Zukunftsmusik. Wird Digitec Galaxus eines Tages umfangreiche 360-Grad-Kampagnen für externe Kunden kreieren? «Wir fänden natürlich spannend, wenn es in diese Richtung ginge», sagt Nina Hoss. 

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