«Andy Was Right»: Leo Wehrli wechselt von Blick-Gruppe zu Social Content Newsroom

Der ausgebildete Journalist und ehemalige «Blick am Abend Online»-Teamleiter Leo Wehrli heuert am 1. November bei Andy Was Right an. Der 29-Jährige soll die redaktionelle Leitung innerhalb des Newsrooms übernehmen.

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Anfang Oktober verkündeten Sir Mary und Shining Pictures, dass sie den Social Content Newsroom Andy Was Right gründen (Werbewoche.ch berichtete exklusiv). Nur eine Woche später steht nach Geschäftsführer Roger Hämmerli die zweite Personalie fest: Leo Wehrli verlässt das Medienhaus Ringier und schliesst sich dem Unternehmen an der Pfingstweidstrasse an.

Wehrli werde sich in seiner Rolle als Storyteller darauf konzentrieren, wie man journalistische Inhalte auf die jeweiligen Digital- und Social-Kanäle zuschneiden und erzählen muss, um den grössten Impact bei der Zielgruppe zu erreichen.

Der 29-Jährige stiess 2014 zu Ringier, als Online-Praktikant bei der eingestellten Pendlerzeitung «Blick am Abend». Auf das Praktikum folgend wurde Wehrli als Journalist festangestellt und ein Jahr später in die neu geschaffene Position des Teamleiters «Blick am Abend» befördert. Ab 2017 war er im Social-Media-Team als Senior Social Media Manager tätig.

 

 

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Im Kurzinterview mit Werbewoche.ch spricht Leo Wehrli über seine Pläne bei Andy Was Right und den Wechsel vom Journalismus in die gewerbliche Content Creation.

 

Werbewoche.ch: Vom Journalisten zum Content Creator für Firmenkunden – wieso kam der Wunsch nach Veränderung? 

Leo Wehrli: Als Journalist bei Ringier und in meiner neuen Position bei Andy Was Right geht es im Kern um dasselbe: Geschichten zu erzählen. Heute sollte meiner Meinung nach auch jeder Journalist auf verschiedenen Kanälen Content kreieren. Die grosse Veränderung bei meinem Jobwechsel betrifft vor allem den Switch «etablierte Medienmarke vs. Startup». Während meiner Zeit bei der Blick-Gruppe konnte ich hautnah miterleben, wie ein führendes Medienunternehmen tickt und nach welchen Regeln es spielen muss. In einem Startup gelten nun völlig andere Regeln, das reizt mich enorm.

 

Verändert sich die Rolle des Journalisten mit der Digitalisierung?

Früher war der Journalismus vieles: Gatekeeper, Agenda-Setter, Vierte Säule der Demokratie, vielleicht gar «Erschaffer der Realität» einer Gesellschaft. Bis auf die «Vierte Säule» ist dies heute alles nicht mehr gültig. Durch die digitalen, besonders aber die sozialen Medien, wurde dem Journalismus diese Macht entzogen. Ein Blick über den Atlantik zeigt dieses Phänomen fast schon karikaturistisch. Aus meiner Sicht immer wichtiger wird die Rolle des Journalisten als Einordner, der dem Leser hilft, durch die Informationsflut zu segeln. 

 

Was fasziniert Sie an Ihrem neuen Job?

Mit Andy Was Right wollen wir Geschichten anders erzählen. So, wie sie noch niemand erzählt hat. Als Journalist war es mir stets ein Anliegen, aus der klassischen Form des «Artikels» auszubrechen. Die Sozialen Medien stellen einem dauernd neue Herausforderungen. Algorithmen-Wechsel, neue Plattformen, neue Regeln, neue Features. Durch diese Schnelllebigkeit kann man sich nie auf bestehenden Strategien ausruhen. Man kann keine schlauen Bücher zu Rate ziehen, oft nicht mal internationale Fach-Magazine oder Blogs, da jedes Land wieder anders tickt. Dieses permanente Forschen, Analysieren und Optimieren fasziniert mich. Bei Andy Was Right wird es zu meinem täglich Brot. 

 

Womit wollen Sie Ihre Ihre Kunden begeistern, wie können Sie sie besonders gut supporten? 

In dem wir ihnen zeigen, was möglich ist, wenn man mit den richtigen Leuten zusammenarbeitet. Social Media wird auch 2019 noch hoffnungslos unterschätzt. Es ist kein Add-On, es ist keine Spielerei, es ist kein Trend. Es ist der Ort, an dem man jetzt die grösste Attention bekommt. Und das noch underpriced. Aber es ist schwierig für Firmen, sich darauf einzulassen. Zu oft hat man die Erfahrung gemacht, dass Social Media herausgeworfenes Geld ist. Mit Andy Was Right gehört dieses Gefühl der Vergangenheit an. Wir nehmen unsere Kunden ernst. Wir nehmen die Plattformen ernst. Und wir erzählen Ihre Geschichten 365 Mal im Jahr.

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