Kaffeeindustrie: Technologie statt Marketing

Die Kaffeetrinker sind anspruchsvoll geworden, seit Kaffeekapseln den Markt aufgemischt haben. Die Unternehmen reagieren nun: Nachdem sie lange Zeit auf das Marketing gesetzt haben, investieren sie vermehrt in Innovationen auf der Suche nach dem perfekten Kaffee.

Die Produkte, die heutzutage auf den Markt gebracht werden, basieren immer mehr auf neuen Technologien, sagt Chahan Yeretzian, Professor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil. In seinen acht Jahren bei der ZHAW hat der Wissenschaftler ein internationales Kompetenzzentrum für Kaffee aufgebaut. Während zahlreicher Jahre fristete die Forschung in der Kaffeeindustrie ein Schattendasein. Die Branche fusste vor allem auf geschicktem Marketing und Verpackung. Heute ist das anders. Die Verarbeiter stellen die Wissenschaft ins Zentrum des Kaffees, wie Yeretzian sagt. Forschung und Entwicklung gedeihen in dem Sektor, auch wenn im Vergleich zu den Renditen in der Kaffeeindustrie nicht enorm viel Geld investiert wird.

Die Wissenschafter in Wädenswil haben zahlreiche Forschungsmandate ergattert. Mit den Röstereien arbeiten sie an Mitteln zur Verbesserung des Mahlvorgangs, mit den Herstellern von Kaffeemaschinen an der Extraktion des Kaffees. Die Zürcher Hochschule untersucht auch, wie sich die Qualität des Wassers auf den Kaffee auswirkt, wie Yeretzian erklärt. Auch Kapselproduzenten aus Südamerika, Australien und Europa zählen zu seinen Kunden. Zudem arbeitet die ZHAW mit Produzenten in Bolivien und Indien zur Verbesserung des Rohkaffees zusammen. (SDA)

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