Ist die Schweizer Wirtschaft reif für das digitale Zeitalter?

Im Rahmen einer umfassenden wissenschaftlichen Studie haben die HSG und das Beratungsunternehmen Crosswalk die digitale Reife von Unternehmen untersucht. Am besten gerüstet sind Unternehmen aus der Kommunikations- und Informationsbranche.

Noch nicht soweit sind Schulen und die Verwaltung. Und kleinere Firmen passen sich schneller an als grosse. Der am Mittwoch veröffentlichte «Digital Transformation Report 2015» fasst digitale Schlüsselfähigkeiten und Erkenntnisse aus knapp 200 Befragungen zusammen. Mit dem «Digital Maturity Check Plus» können Unternehmen ihre digitale Reife mit diesen Referenzdaten vergleichen.

Internet und Mobile haben unsere Kommunikation, unser Kaufverhalten, unsere Mediennutzung, ja unser Leben verändert. Dieser «digitalen Realität» können sich Unternehmen nicht entziehen: die hohe Dynamik von Technologien und sich ändernden Geschäftsmodellen erfordern eine regelmässige Überprüfung und Anpassung der eigenen strategischen Position im digitalen Wettbewerb.  Das innerhalb von Unternehmen unterschiedliche Verständnis hinsichtlich nötiger Fähigkeiten und erreichter digitaler Reife macht diese Aufgabe für Führungskräfte jedoch sehr anspruchsvoll. Vor diesem Hintergrund haben die Universität St. Gallen und das Strategieberatungsunternehmen Crosswalk gemeinsam mit einem Expertenpanel das «Digital Maturity Model» entwickelt, mit dem das Management die Digitalisierung des Unternehmens gesamtheitlich steuern kann.

MaturityModel
Digital Maturity Model: neun entscheidende digitale Kompetenzbereiche

Die zwischen November 2014 und Februar 2015 durchgeführte Umfrage zeigt ein interessantes Bild vom Stand der digitalen Entwicklung in Schweizer Unternehmen und Organisationen:
 

  • Firmen aus der Informations- und Kommunikationsbranche weisen den höchsten Reifegrad aus, den niedrigsten Reifegrad erreichen Schulen und die Verwaltung.
  • Kleine Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern erreichten einen höheren Gesamtreifegrad als grössere Firmen. Vor allem sind Fähigkeiten wie Risikobereitschaft, eine offene Fehlerkultur und digitale Affinität in diesen Unternehmen stärker ausgeprägt.
  • Teilnehmer aus der Geschäftsleitung schätzen ihr Unternehmen deutlich besser ein als Mitarbeiter anderer Hierarchiestufen.
  • «Flexibles Arbeiten», «Digitale Affinität» und «Geschäftsfelderweiterung» sind die Kriterien, bei denen die Teilnehmer die höchsten Erfüllungsgrade erzielen.
  • «Performance Measurement», «Automatisierung» und «Analytics» sind dagegen die Bereiche, bei denen die meisten Teilnehmer weniger gut abschneiden.

VerteilungGesamrtreifegrad
Verteilung der Reifegrade: der durchschnittliche Reifegrad aller Firmen liegt bei 3,27

ReifegradindikatorenNachPosition
grösser

«Wir freuen uns sehr, dem Management von Unternehmen und Organisationen mit dem «Digital Transformation Report 2015» eine umfassende und aktuelle Grundlage für die Gestaltung der Digitalen Transformation des Unternehmens anbieten zu können», sagt Bramwell Kaltenrieder, Managing Partner von Crosswalk. Der Studien-Report, der das «Digital Maturity Model», Umfrageresultate, Best Practice Beispiele, Branchenauswertungen und Handlungsempfehlungen vorstellt, kann unter Crosswalk.ch/dtreport2015 kostenlos bestellt werden.

Mit «Digital Maturity Check PLUS»  bietet Crosswalk ein Beratungspaket an, das auf dem «Digital Maturity Model» sowie den Studiendaten fusst und dem Management Orientierungspunkte und Handlungsfelder auf dem Weg zum digitalen Unternehmen liefert. Der «Digital Transformation Report 2015» ist Bestandteil der «Swiss Digital Transformation Initiative», die das Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI-HSG), «Best of Swiss Web» und Crosswalk etabliert haben und von Swisscom unterstützt wird.

 

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