BSW und SBB: Konstruktive Gespräche

BSW Leading Swiss Agencies und SBB haben sich zu einer Aussprache über die laufende Ausschreibung zur Konkurrenzpräsentation «Weiterentwicklung SBB Dachkommunikation» getroffen. Die Gespräche verlaufen konstruktiv.

Dabei hatten beide Seiten die Gelegenheit, ihre Standpunkte darzulegen.  Auf diese Ausschreibung reagierte BSW Leading Swiss Agencies mit Kritik (Werbewoche.ch berichtete). Das Vorgehen des grössten nationalen Transportunternehmens ignoriere geltende Regeln und Empfehlungen der gesamten Branche.

SBB wies den Vorwurf zurück und betonte ihr Vorgehen sei transparent und korrekt (Werbewoche.ch berichtete).

Basierend auf dieser Aussprache empfiehlt BSW Leading Swiss Agencies nun folgendes Vorgehen:

• Das Ausschreibeverfahren wird entsprechend dem publizierten Vorgehen von SBB/IMS Infrastruktur weitergeführt und ist grundsätzlich so akzeptiert.

• In der ersten Phase der Ausschreibung der Bewerbung zur eigentlichen Konkurrenzpräsentation, ist auf das Vorstellen von kreativen Lösungen mit Umsetzungen zu verzichten. BSW Leading Swiss Agencies geht davon aus, dass dies keine Voraussetzung ist für eine Einladung zur Phase 2, der persönlichen und bezahlten Präsentation. Einzugeben sind ausschliesslich schriftliche Überlegungen zur Aufgabe auf maximal zwei A4-Seiten.

Dies in Ergänzung zu den verlangten Unterlagen und Informationen, die in den Ausschreibungsbedingungen und im Pflichtenheft festgehalten sind.  Mit Ausnahmen der Gewinneragentur, deren Copyright mit dem Honorar abgegolten wird, bleibt das Nutzungsrecht an präsentierten Überlegungen und Konzepten (Phase 2) bei den sich bewerbenden Agenturen und wird nicht automatisch an die SBB AG übertragen. Dies wurde seitens der SBB in ihrem Fragenkatalog so kommuniziert und im Gespräch bestätigt.

Im gemeinsamen Gespräch mit der SBB wurde vereinbart, dass sich SBB und BSW Leading Swiss Agencies in den nächsten Monaten zusammensetzen werden, um gemeinsam ein verbindliches Vorgehen zu definieren, nach welchem in Zukunft Agenturen evaluiert und Konkurrenzpräsentationen ausgeschrieben werden. Dies mit dem Ziel, die heutige sehr technische Beschaffung durch ein Verfahren abzulösen, das der strategischen und kreativen Arbeit der Agenturen besser gerecht wird. Gegenüber Werbewoche.ch betont SBB-Kommunikationschef Stephan Wehrle nochmals, dass man mit dem BSW konstruktive Gespräche führe: «Wir sind einhellig der Meinung, dass eine Konfliktsituation nicht zielführend ist.»

FCP unterstützt BSW

Der Verband FCP in der Schweiz (Forum-corporate-publishing.com), in dem die Spezialisten für Corporate Publishing und Content Marketing zusammengeschlossen sind, unterstützt die Haltung von BSW Leading Swiss Agencies, was die Wahl und das Evaluationsverfahren von Kommunikationsagenturen angeht. Die Diskussion über faire und sinnvolle Evaluationsverfahren habe mit der von den SBB ausgeschriebenen Konkurrenzpräsentation neue Nahrung erhalten, so der Verband in einer Mitteilung vom Mittwoch. Der FCP in der Schweiz befürwortet den BSW-Leitfaden zur Auswahl einer Agentur vor allem auch deshalb, weil sich im Bereich Corporate Publishing und Content Marketing aufwändige Pitchverfahren ganz besonders unproduktiv für alle Seiten auswirken können. Der FCP in der Schweiz wird in den nächsten Monaten eine auf die Tätigkeit Corporate Publishing und Content Marketing zugeschnittene Empfehlung für eine effiziente Agenturevaluation erarbeiten. (pd/hae)

 

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