BSW-Kritik: SBB nimmt Stellung

Die SBB sieht sich zu Unrecht vom Verband BSW Leading Swiss Agencies beschuldigt und nimmt gegenüber der Werbewoche Stellung zum Pitch um die Weiterentwicklung der Dachkommunikation.

Mit «etwas Irritation» habe man die aus SBB-Optik «einseitige Stellungnahme» vom Mittwoch zur Kenntnis genommen, so Mediensprecher Stephan Wehrle gegenüber der Werbewoche. Durch die nichtvorhandene Stellungnahme des beschuldigten Bundesbetriebes würden im Communiqué wichtige Fakten und Präzisierungen fehlen. Hier also die ungekürzte Sichtweise der SBB:

«Seit dem 11. Februar 2015 schreibt die SBB die Weiterentwicklung ihrer Dachkommunikation öffentlich aus. Die Ausschreibung endet am 23. März 2015. Die besten fünf Angebote werden zur Präsentation am 16. und 17. April eingeladen und erhalten eine Vergütung in Höhe von 10'000 Franken. Jede Agentur kann selber entscheiden, ob sie an der Ausschreibung teilnimmt und in welchem Umfang sie ein Angebot einreicht. Nur die Nutzungsrechte für das final ausgewählte Konzept gehen an die SBB über. Die Nutzungsrechte der nicht ausgewählten Konzepte werden von der SBB nicht in Anspruch genommen. Die ausgewählte Agentur erhält einen entsprechend honorierten Dienstleistungsvertrag. Das Vorgehen der SBB ist transparent und entspricht den Anforderungen des öffentlichen Beschaffungswesens.»

Die SBB weist damit den BSW-Vorwurf zurück, sie erwarte, dass alle teilnehmenden Agenturen bereit seien, das Nutzungsrecht inklusive Abänderungsrecht entschädigungslos an sie abzutreten. Auseinander gehen die Ansichten zwischen SBB und BSW, was den ersten Schritt des Pitches betrifft. Gemäss BSW-Empfehlung («Branchenstandard») sollen sich die Agenturen in diesem entschädigungslosen Schritt präsentieren und ihre Kompetenzen aufzeigen, nicht jedoch projektspezifische Kreations- und Konzeptionsarbeiten vorlegen.

Wehrle betont, man wolle nicht gegen den BSW arbeiten. Es gehe aus Sicht der SBB aber nicht darum, dass man nur die Agentur vorstelle, sondern dass auch eine konkrete Richtung aufzeigt werde. Wie viel Aufwand man dafür betreibe, liege im Ermessen der Pitcher. Diese hätten die Spielregeln von Anfang an gekannt, alles sei transparent, es gäbe weder eine Hidden Agenda, noch sonstige Leichen im Keller.

Der Forderung nach der Sistierung des laufenden Evaluationsverfahrens will die SBB folglich nicht nachkommen. «Wir sehen keinen Handlungsbedarf, neu auszuschreiben», so Wehrle. «Man kann schliesslich auch nicht während eines Matches die Spielregeln ändern.» (hae)

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