Ringier: Entlassene Druckerei-Angestellte übergeben Forderung

Am Donnerstag haben entlassene Swissprinters-Druckereiangestellte aus dem Waadtländer Renens vor dem Ringier-Hauptsitz in Zürich einen offenen Brief mit Forderungen übergeben. Die Betroffenen erhielten Unterstützung von der Gewerkschaft Syndicom.

Vor einem Jahr demonstrierten die Druckereiangestellten von Swissprinters St. Gallen vor dem Ringier-Hauptsitz in Zürich gegen die Schliessung ihres Betriebes und die Entlassung der gesamten Belegschaft. Heute Donnerstag demonstrieren erneut Swissprinters-Druckereiangestellte an der Dufourstrasse 23 in Zürich. Denn als der Betrieb an die neu gegründete Druckerei IRL+ überging, übernahm die Druckerei 71 der 126 Beschäftigten, für die übrigen wurde ein Sozialplan beschlossen. Die Gewerkschaft bezeichnet diesen als ungenügend.

Daher fordert die Gewerkschaft für alle nicht von der IRL+ Übernommenen Abgangsentschädigungen von zehn Prozent eines Monatslohns pro Anstellungsjahr. Alle weiteren, die keine neue Stelle haben, sollen während sechs Monaten Ausgleichszahlungen auf den alten Lohn erhalten. Mehrmals haben die Betroffenen Michael Ringier persönlich in Briefen gebeten, die Menschen zu achten, die ihm in den vergangenen Jahren mit ihrer Hände Arbeit geholfen haben, Millionen zu scheffeln, so Syndicom in einer Mitteilung. Der Unternehmer sei hart geblieben und habe versucht sich aus der Verantwortung zu ziehen. Weil Ringier nicht zu ihnen komme, kommen die entlassenen Mitarbeiter der Swissprinters Lausanne in Renens jetzt zu ihm, um mit ihm das Gespräch zu suchen und ihm ihren Brief öffentlich zu überreichen.

Werfeli habe den Brief entgegengenommen, sagte Roland Kreuzer, Leiter des Sektors Medien bei Syndicom, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Werfeli habe Verständnis gezeigt und «vage zugesagt», der Verwaltungsrat «könne die Angelegenheit nochmals diskutieren». Wie Kreuzer gegenüber der SDA weiter sagt, habe man ebenfalls am Donnerstag einen Brief an das kantonale Einigungsamt des Kantons Waadt abgeschickt. Es soll Ringier, die betroffenen Arbeitnehmer und die Gewerkschaft an einen Tisch bringen. Das müsse man jetzt erst einmal abwarten.

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