«Google AdSense hat unser Start-up finanziert»

PocketPC.ch informiert über neueste Entwicklungen aus der Welt der Smart Phones. Die Site verzeichnet über 100 000 Besucher pro Tag. Damit ist das Portal auch interessant für Online-Werbung mit Google AdSense. Julian Zrotz, Chief Operating Officer bei PocketPC.ch, über seine Erfahrungen mit Fremdwerbung.

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WW: Was ist die Idee hinter der Website www.pocketPC.ch?
Julian Zrotz: Es geht um Smart Phones. Wir publizieren tägliche News, Testberichte zu allen Smart Phones und sehr viele Videos zu allen Geräten, wo wir die Smart Phones miteinander vergleichen und einen genaueren Einblick geben als nur im Text. Neu bieten wir auch eine Geräte-Übersicht. Darin finden sich sämtlich News zu jedem Gerät aufgelistet, ebenfalls in Form von Videos. Dazu gibt es Voreinträge zu kommenden Modellen sowie technische Spezifikationen.

Aus welcher Motivation ist die Site entstanden?
Angefangen hat es mit einem Schulprojekt. Vor zehn Jahren wurde die Website im Rahmen einer Informatik- Ausbildung entwickelt. Mittlerweile haben wir 100 000 Besucher pro Tag.

Zielpublikum?
Alle Smart-Phone-Besitzer, die sich über ihre Geräte informieren wollen. Leute, die etwas tiefer gehen wollen und neue Apps kennen lernen. Man kann bei uns Optimierungsmöglichkeiten finden. Die Site wird auch von vielen aufgerufen, die sich vor einem Kauf informieren wollen.

Wer liefert euch die Informationen?
Das meiste kommt von den Herstellern selber, dazu machen wir eigene Recherchen im Internet. Wir besuchen Messen und pflegen auch persönliche Kontakte mit Entwicklern.

Wie viele Leute arbeiten für PocketPC.ch?
Wir können auf 50 freischaffende Journalisten zählen. Scouts, Spezialisten, die in unserem Forum moderieren. Eine Fachkraft ist nur für die Realisation unserer Videos zuständig.

Wie macht ihr eure Site beim Zielpublikum bekannt?
Vor allem über Google. Die meisten finden über eine Suchanfrage zu uns.

Im Gegenzug habt ihr auch Google AdSense aufgeschaltet. Was bringt das?
Wir haben AdSense bereits im Jahr 2006 aufgeschaltet. Das war für uns eine erste Möglichkeit, mit der Site ein bisschen Geld zu verdienen. Damals waren wir noch sehr klein. Ein grosser Vermarkter hätte uns nicht aufgenommen. Zu Beginn ist es uns nur darum gegangen, das Hosting bezahlen zu können. Heute brauchen wir das Werbegeld, um uns grössere Server leisten zu können, neue Entwicklungen zu finanzieren und auch unsere Leute ein bisschen zu honorieren.

Bildet Google AdSense eure Haupteinnahmequelle?
Es ist ein wichtiges Standbein für unsere Finanzierung geblieben. Aber inzwischen haben wir natürlich auch grössere Einnahmen von den Herstellern der Smart Phones, welche direkt bei uns Werbung schalten. Aber AdSense generiert nach wie vor sicher mehr als 20 Prozent unserer Einnahmen.

Habt ihr gute Erfahrungen mit diesem Tool gemacht?
Google AdSense ist für uns sehr praktisch und war sehr einfach zu installieren. Für unsere Nutzer ist AdSense praktisch, weil die Besucher unserer Site automatisch weiterführende und relevante Informationen über AdSense zu redaktionellen Inhalten der Seite und zu ihren Suchanfragen bekommen. Wer sich für «outdoor» interessiert und einen Artikel dazu liest, bekommt beispielsweise sofort eine Anzeige von Mammut oder für Wanderschuhe eingeblendet, die im Kontext zum Webseiten-Inhalt steht. Das gibt uns relativ hohe Klickzahlen und damit gute Einnahmen.

Ihr habt jetzt an der AdSense-Veranstaltung bei Google Zürich einen Workshop besucht. Was bringt das?
Einerseits ist es Networking. Aber wir sind auch sehr interessiert an den One-to-One-Sessions mit den Technikern von Google, wo wir gemeinsam an unserer Website besprechen, was man beim AdSense-Auftritt optimieren könnte. Vor ein paar Monaten haben wir bereits einmal einen solchen Workshop besucht und haben dort sehr viele Tipps bekommen. Damit haben wir die Einnahmen deutlich steigern können.

Was sind mögliche Optimierungen?
Eine Verbesserung war, dass wir zu Beginn nur Textwerbung hatten. Aufgrund des Workshops blenden wir seither auch Bannerwerbung ein. Das System von Google – ein Algorithmus-Verfahren – berechnet jeweils automatisch, welche Form der Werbung für unsere Kasse mehr Einnahmen bringt. Mit dem Schalten von Bannern – sogenannter «Display-Werbung » – haben wir uns in einem zweistelligen Prozentbereich verbessern können. Ein anders Thema ist: Wir haben viele verschiedene Designs auf der Site, unsere Testberichte sind anders gestaltet als das Forum. In diesem Fall rechnet Google AdSense selber aus, welche Werbung – Text oder Banner – an welchem Platz für uns am meisten einbringt. Im Forum wird vielleicht 95 Prozent Text geschaltet. In den Reviews 95 Prozent Displaywerbung.

Wie ist die Qualität der Werbung? Diese muss ja im kreativen Sinn langsam besser werden, damit das Engagement bei den Usern ausgelöst wird.
Wir stellen fest, dass die Qualität am Steigen ist. Die Tendenz geht deutlich zu mehr Display-Ads sowie bewegten Bildern mit kreativen Einfällen, welche die User zum Klicken verleiten.

Was bringt euch das Google-Suchfeld auf eurer Site?
Das haben wir ebenfalls im Rahmen eines Workshops zur Optimierung eingerichtet. Wir können damit gute Einnahmen machen, denn es wird sehr viel gesucht auf unserer Site und wird werden von Google ebenfalls an den folgenden Einnahmen ihrer Werbung auf der Google-Site beteiligt.

Interview: Andreas Panzeri

In Kürze
Im Google Zürich Office haben letzte Woche rund 50 Publishing-Partner von Google in der Schweiz – Websites-Betreiber von Wetter-Sites über bekannte Newsportale bis Special-Interest-Sites – an einem Workshop-Tag teilgenommen. Informiert wurde über die Möglichkeiten von Google AdSense. Im Google-Display-Netzwerk können Publisher ohne eigenen Aufwand Werbung auf ihren Webseiten schalten lassen und damit «automatisch» Geld verdienen. Wie Google AdSense funktioniert, ist ausführlich in den Online-Dossiers von Google erklärt (google.ch/adsense).

AdSense stellt ausserhalb von Google-Seiten kontextuelle Anzeigen auf Seiten Dritter zur Verfügung, die automatisch durch Google erzeugt werden. AdSense ist das meistverwendete Werbenetzwerk im Internet, welches 80 Prozent der Internetnutzer in 20 Sprachen und 100 Ländern erreicht. Weltweit gibt es bereits über 2 Millionen AdSense-Publisher. 2010 hat Google über 6 Milliarden Dollar der Einnahmen aus AdSense (Klicks auf Anzeigen auf Webseiten Dritter) an die Publisher ausgeschüttet. Damit wurden 68 Prozent der gesamten AdSense-Einnahmen an die Publisher ausbezahlt. Und Google sieht noch viel mehr Potenzial für diese Art von Werbung. Vor allem auch in der Schweiz, wo erst 8 Prozent der Werbegelder ins Online fliessen. Am Infotag hat Anthony Nakache von Google Dublin auch über die Zukunft orakelt. Demnach werden wir in fünf Jahren 25 Prozent weniger Display-Werbung auf unseren Bildschirmen haben – dafür eine kreativere und zielgerichtetere Werbung mit weit höheren Klickraten. Das Geschäft mit Display-Werbung könnte sich in den nächsten fünf Jahren von heute 24 auf 200 Milliarden Dollar steigern.

 

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