Sihl + Eika erfolgreich integriert

Papierhandel Nach der Übernahme der Schneidersöhne (und damit auch der Sihl + Eika) durch Papyrus präsentieren sich nun zwei Gewinner.

Papierhandel Nach der Übernahme der Schneidersöhne (und damit auch der Sihl + Eika) durch Papyrus präsentieren sich nun zwei Gewinner.«Die Fassade ist immer noch die gleiche – nur haben wir seit der Übernahme durch Papyrus erneut an Muskeln zugelegt und konnten unser strategisches und operatives Fundament wesentlich stärken», kommentierte Daniel Meier, Delegierter des Verwaltungsrats der Sihl + Eika Papier AG (Sihl + Eika) kürzlich an einem Pressegespräch die Vorteile der letzten August vollzogenen Integration in das schwedisch-finnische Papierhandelsunternehmen. Und diese Fortschritte lassen sich mit Zahlen belegen: Während der Papierverbrauch in der Schweiz im letzten Jahr mit 0,4 Prozent nur einen leichten Anstieg verzeichnete, erzielte die in Thalwil (Hauptsitz), Bern, St. Gallen, Lausanne sowie Dintikon (Hauptlager) ansässige Papierhandelsgruppe einen Absatzzuwachs von 6 Prozent. «Damit haben wir», so Meier, «den Marktanteil von 28 auf nun über 30 Prozent ausbauen und unsere Position als Nummer 2 in der Schweiz festigen können.»
Rainer Köster, bisher Vorstandsmitglied der deutschen Papierhandelsgruppe Schneidersöhne (die seit 1998 80 Prozent von Sihl + Eika besitzt) und seit der Zusammenführung dieses Familienunternehmens mit Papyrus Mitglied in dessen Management-Team, erläuterte, warum sich Sihl + Eikas Mutterhaus Papyrus angeschlossen hat: «Die Konzentration der Händler und Hersteller in Europa geht weiter. Die fünf grössten Papierhändler Europas haben 1990 etwa 30 Prozent des Papiers vertrieben, dieser Anteil liegt heute bereits bei 66 Prozent.Wir mussten uns daher entscheiden, ein insgesamt gesehen kleinerer Händler zu bleiben oder Teil eines globalen Players zu werden.» Zudem werde, glaubt Köster, eBusiness den Markt weiter verändern. Nach seiner Einschätzung wird der Anteil von via Internet zu bestellendem Papier bald europaweit zwischen 10 und 20 Prozent liegen. Solche Herausforderungen hätte eine private Gruppe wie die Schneidersöhne alleine nur schwer stemmen können. 
Weitere Vorteile einer Zugehörigkeit zu riesigen Gebilden wie Papyrus liegen auf der Hand: So verbessern sich mit zunehmender Grösse die Konditionen bei den Papierproduzenten, was für Händler zu günstigeren Einkaufspreisen führt und deren Rentabilität sichert. Derzeit, so ist zu vernehmen, gleichen diese Verbesserungen allerdings nur die gestiegenen Energiekosten aus.
Exportschlager PaperManagementNeben den knapp 100 000 Jahrestonnen, im Verbund der Papyrus allerdings eine relativ bescheidene Menge, interessieren Papyrus die von Sihl + Eika in der Vergangenheit entwickelten Serviceangebote. Das hiesige Unternehmen gilt daher innerhalb der Firmengruppe als Vorreiter von umfassenden Dienstleistungen rund um die Papierlieferung. Zusammengefasst unter den Begriffen PaperManagement Print und PaperManagement Office – zwei, so wird betont, von Sihl + Eika geschützten Begriffen –, hat das Unternehmen der reinen Papierlieferung vor- und nachgelagerte Logistigkonzepte entwickelt und eingeführt.
Damit wird die Übernahme für beide Seiten zu einer Win-Win-Situation: Während Sihl + Eika von einer inzwischen im Bereich der Logistik besseren Integration in Papyrus und von besseren Einkaufskonditionen profitiert, ist der Konzern sehr an den von seiner jüngsten Tocher entwickelten Services interessiert. PaperManagement von Sihl + Eika könnte sich daher zum Exportschlager entwickeln.    
PapyrusMit 2 Milliarden Euro Umsatz ist Papyrus nach der Übernahme durch Schneidersöhne die zweitgrösste Papierhandelsgruppe in Europa. Der Konzern setzt mit 3300 Mitarbeitenden jährlich 1,9 Millionen Tonnen Papier ab. Trotz der Übernahmen tritt der in 20 Ländern tätige Handelskonzern in verschiedenen Ländern unter seinen bisherigen Markennamen (zum Beispiel Schneidersöhne, Papeteries de France, Sihl + Eika) auf. Papyrus, dessen Hauptsitz sich in Göteborg (Schweden) befindet, ist eine 100-prozentige Tochter des weltweit grössten Papierproduzenten Stora Enso.
Jürgen Franck
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