Papierfabriken erneut bestreikt

Personalplanung Vorgesehener Personalabbau bei UPM-Kymmene führte in Finnland zu Streiks.

Personalplanung Vorgesehener Personalabbau bei UPM-Kymmene führte in Finnland zu Streiks.Die europäischen Papierproduzenten kämpfen derzeit mit verschiedenen Problemen. So macht der Branche ein insgesamt stagnierender Absatz bei gleichzeitig steigenden Energie-, Rohstoff- und Transportpreisen deutlich zu schaffen. Von den fünf führenden Unternehmen Europas hat im letzten Jahr daher gerade ein Unternehmen (UPM-Kymmene) knapp schwarze Zahlen geschrieben, die anderen mussten Verluste hinnehmen. Und obwohl in den letzten zwölf Monaten fast alle Papierproduzenten Preiserhöhungen vorgenommen haben, konnten die Kostensteigerungen nicht ausreichend abgefedert werden. Zudem waren die in Finnland produzierenden Konzerne im letzten Jahr von Streiks betroffen, was sich zusätzlich negativ auf deren Betriebsergebnisse auswirkte. Sozialpartnerschaft erneut auf dem PrüfstandAm 12. Mai diesen Jahres kündigte nun der zweitgrösste europäische Papierhersteller, UPM-Kymmene, an, dass eine weitere Runde beim Personalabbau bevorstehe. Konkret will der Konzern in den nächsten drei Jahren vier Papierfabriken schliessen und mehr als 2500 Arbeitsplätze abbauen.
Die finnische Papier-Arbeiter-Gewerkschaft Paperiliitto hat als Reaktion auf diese Absichten am 15. und 16. Mai die finnische Papierproduktion lahmgelegt. Sie verlangt von den Firmenführungen unter anderem, «über die Quartalsergebnisse hinaus zu planen». Der Streik wurde aus Solidarität daher auf ganz Finnland ausgeweitet.
M-real schätzt den durch den Streik entstandenen Schaden auf rund 4 Millionen Euro.
Der Streik trifft das Unternehmen denn auch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. M-real konnte nach roten Zahlen im Jahr 2005 erst kürzlich die Rückkehr in die Gewinnzone bekannt geben. Der Verband der Finnischen Forstindustrie, dem die Papierproduzenten angeschlossen sind, beziffert den Gesamtschaden, der durch den zweitägigen Streik entstanden ist, auf 80 Millionen Euro. Am 17. Mai, 6 Uhr, haben die Papierfabriken in Finnland die Produktion wieder aufgenommen.
Jürgen Franck
Bild: Auch M-real Kirkniemi war vom Streik betroffen.
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