Ungewisse RMB-Zukunft

Verkaufsverhandlungen harzen, RMB Deutschland ist insolvent

Verkaufsverhandlungen harzen, RMB Deutschland ist insolventDie Zukunft von RMB International, der belgischen Kino-, TV- und Radio-Vermarkterin, und ihres europäischen Netzes ist nach wie vor ungeklärt. Zwar erklärte RMBI-Sprecher Eric Gouder de Beauregard noch am 3. Mai, dass der Vertrag zwischen RMBI und dem französischen Elektronikhersteller Thomson Multimedia über rund zehn RMBI-Töchter am 4. Mai, allenfalls am 6. Mai unterzeichnet werden könnte. Doch dem war nicht so – darum wurde auf Mittwoch, 8. Mai, vertröstet. Der Termin ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, denn schon Anfang April war von einem kurz bevorstehenden Vertragsabschluss die Rede. Verhandelt wird mittlerweile seit mindestens drei Monaten. Thomson Multimedia hat bisher dazu geschwiegen (WW 8/02 und 13/02).
Über einen Teil des RMBI-Netzes, die Töchter RMB Switzerland und Austria, wird separat verhandelt – und zwar seit Anfang Jahr. Dort sei eine Übereinkunft bereits unter Dach und Fach, hört man in der Branche. Gouder seinerseits spricht von «fast beendet», weil mehrere Verhandlungspartner involviert seien, dauere es aber noch etwas länger. Matthias Luchsinger, CEO von RMB Switzerland, wollte sich am letzten Freitag dazu nicht äussern – und verreiste in die Ferien.
Mittlerweile hat nun aber RMB Deutschland, die als ehemalige RMB-Tochter schon per Ende 2001 aus dem RMBI-Netz herausgelöst und verkauft worden war, Insolvenz angemeldet. Andreas Goebel, Director National Sales, bestätigte dies gegenüber der Fachzeitschrift Media&Marketing und bezeichnete die Massnahme als rein vorsorglich. Der Geschäftsbetrieb von Deutschlands zweitgrösstem Kinovermarkter würde jedenfalls weiterlaufen. Zur Insolvenz habe unter anderem ein Geldbetrag geführt, den RMBI ihrer ehemaligen Tochter noch schulde.
Das macht hellhörig. Steht RMB Switzerland auch auf derart wackeligen finanziellen Füssen – unabhängig von derzeitigen oder künftigen Besitzverhältnissen? «Über die RMBI-interne Verrechnung gebe ich keine Auskunft», sagt dazu Luchsinger. Er weist aber darauf hin, dass seit Anfang Jahr zwischen RMB Switzerland und RMBI eine Holding namens RMB AG geschoben worden sei (bei der Luchsinger im VR sitzt), weshalb RMB Switzerland besser abgesichert sei als RMB Deutschland. Auch habe RMB Switzerland keine offenen Rechnungen bei der insolventen RMB Deutschland.
Dass RMBI der ehemaligen deutschen Tochter noch Geld schulde, zog Luchsinger zudem in Zweifel. «Ich weise darauf hin, dass RMBI trotz ihrer schlechten finanziellen Lage weder konkurs noch insolvent ist. Wenn es also offene Rechnungen gibt, lassen sich diese auf dem normalen Weg einfordern. Warum tut dies RMB Deutschland nicht?» Markus Knöpfli

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