«Eine kleine, aber feine Kommunikationsagentur» Thomas C. Maurer zur Eröffnung seiner Kommunikationsagentur in Bern

«Eine kleine, aber feine Kommunikationsagentur» Thomas C. Maurer zur Eröffnung seiner Kommunikationsagentur in Bern Der ehemalige Partner und Geschäftsführer der Trimedia Communications, Thomas C. Maurer, hat sich als Kommunikationsberater se

«Eine kleine, aber feine Kommunikationsagentur» Thomas C. Maurer zur Eröffnung seiner Kommunikationsagentur in Bern
Der ehemalige Partner und Geschäftsführer der Trimedia Communications, Thomas C. Maurer, hat sich als Kommunikationsberater selbstständig gemacht. Am 1. August eröffnet er in Bern «auf einer gemeinsamen Plattform mit Medienjurist Franz A. Zölch» seine eigene Agentur.
Was hat Sie dazu bewogen, sich selbstständig zu machen?
Thomas C. Maurer: Die Herausforderung und die Lust, etwas Neues und Eigenes zu machen. Und mich wieder verstärkt meinem angestammten Gebiet, der Beratung, zu widmen. Das Honorarvolumen von Trimedia ist während meiner vier Jahre bei der Agentur um rund 70 Prozent gewachsen und hat eine Grösse erreicht, die logischerweise eine Verlagerung auf Akquisition und Personalrekrutierung mit sich brachte. In Zukunft will ich die Qualität mehr in den Vordergrund stellen als die Quantität und mich seriöser um meine selbst gewählten Mandate kümmern. Das hat mit Spass an der Arbeit zu tun – und ist letztlich auch im Interesse der Kunden.
Haben Sie in Bern ein Beratungsmanko festgestellt, dass Sie gerade die Bundeshauptstadt als Domizil für Ihre Kommunikationsagentur auswählten?
Maurer: Zunächst denke ich, dass es immer weniger von Bedeutung ist, wo man selbst physisch sitzt. Ich bin immer überall und nirgends. Mit den Kunden können wir uns zum Beispiel auf gemeinsamen elektronischen Plattformen treffen. Schon bis anhin war ich zuständig für das Trimedia-Büro Bern und in der Geschäftsleitung der Standorte Zürich und Lugano. Dadurch war ich etwa gleich häufig in Bern wie in Zürich. Aus persönlichen Gründen und weil meine Familie hier wohnt, habe ich mich für Bern entschieden. Natürlich sehe ich ein gewisses Potenzial in Bezug auf politische PR-Mandate von Seiten des Bundes. Da ich mich in diesem Bereich recht gut auskenne und für Trimedia auch schon Mandate etwa vom EJPD, dem EDA und dem BAG betreut habe, werde ich das sicher auch in Zukunft machen.
Wer beteiligt sich ausser Ihnen an der neuen Kommunikationsagentur, und mit wie vielen Angestellten legen Sie los?
Maurer: Ich bin alleiniger Inhaber und starte lediglich mit einer Assistentin. Mit weiteren Leuten bin ich im Gespräch. Aber weil mein Unternehmen in einen Pool integriert ist, bin ich nicht ganz alleine. Dort habe ich die Möglichkeit, Ressourcen und Unterstützung zu erhalten.
Sie sprechen die gemeinsame Plattform mit dem Medienrechtler Franz A. Zölch an. Welche Bereiche wird er betreuen?
Maurer: Zunächst einmal ist das eine Lokal- und Infrastrukturplattform. Wir werden uns in der Akquisition und Vermittlung von Mandaten unterstützen, wobei er den juristischen Teil und ich den Kommunikationsteil betreue. So gesehen ergänzt sich unser Angebot. Ausserdem darf man nicht vergessen, dass viele auf juristischer Ebene ausgetragene Auseinandersetzungen ja letztlich Kommunikationsprobleme sind.
Welche Synergien werden sich bei dieser engen Zusammenarbeit sonst noch ergeben?
Maurer: Nebst der Verbindung der beiden persönlichen grossen Netzwerke lässt sich vor allem im Brainstorming- sowie im Kreativitätsbereich zusätzliches Potenzial erzielen.
Welche Schnittstelle werden Sie nebst den politischen Institutionen bedienen?
Maurer: Was ich jetzt schon sagen kann, ist, dass ich weiterhin für die Basler Chemische Industrie (BCI) Issues Management und Strategieberatung in Zusammenhang mit der immer wichtiger werdenden Altlastenproblematik mache.
Werden Sie auch private Gesellschaften ins Portefeuille aufnehmen?
Maurer: Bestimmt. Ich bin etwa über First Tuesday gut in der E-Business-Szene verankert. Firmen aus den Bereichen IT und Telekommunikation bleiben zusammen mit dem Gesundheitsbereich ein Thema.
Thomas C. Maurer & Partner will sich auf strategische Beratung und die Positionierung von Unternehmen und Organisationen konzentrieren. Die Vernetzung von Erfahrung, Kompetenz und Kreativität ist dafür unabdingbar. Woher beziehen Sie das nötige Know-how?
Maurer: Ich vertraue da schon ein wenig auf mich selbst. Ich habe grosse Erfahrung und einen gewissen Namen auf diesem Gebiet. Und wenn man nicht die Ambition hat, innerhalb von drei Jahren eine Agentur mit 30 Leuten aufzubauen, was ich nicht habe, glaube ich schon, dass das ausreicht. Ich bin überzeugt, dass Bedarf und Platz für eine diskrete, kleine, aber feine Kommunikationsagentur besteht.
Sie betonen die besonderen Beziehungen, die Ihre Agentur in der Bundeshauptstadt und der Bundespolitik hat. Können Sie diese konkreter umschreiben?
Maurer: Als ehemaliger Bundesbeamter und Leiter der Filmförderung, später als politischer Fernsehjournalist und danach auch als Betreuer von Mandaten aus verschiedenen Departementen bin ich mit dem Milieu vertraut und kenne viele Leute aus Verwaltung und Parlament.
Als Markenzeichen nennen Sie nebst der individuellen Beratung und persönlichen Betreuung auch Diskretion. Sind das nicht USPs, mit denen sich praktisch alle PR-Büros schmücken?
Maurer: Ja. Aber sobald eine Agentur eine gewisse Grösse erreicht, hapert es oft in der persönlichen Beratung. Das spiegelt sich in den permanenten Klagen über unsere Branche. Bei der Akquisition und den tollen Präsentationen sieht man die grossen Cracks, und bald taucht beim Kunden nur noch die zweite oder dritte Garnitur auf. Und das will ich ganz klar vermeiden, weil dies nicht zu einer weitsichtigen, nachhaltigen Geschäftspolitik führt.
Elisabeth Zölch verfügt als Regierungsrätin und Volkswirtschaftsdirektorin über ein exzellentes Netzwerk. Eine potenzielle Quelle für Ihre Kommunikationsagentur?
Maurer: Frau Zölch gehört natürlich zu meinem persönlichen Bekanntenkreis. Das wird aber im Zusammenhang mit der Akquisitionstätigkeit der Agentur überhaupt keine Rolle spielen. Wohl eher im Gegenteil: Hier muss man absolut korrekt sein – in gegenseitigem Interesse. Es ist aber selbstverständlich nützlich, solche Leute zu kennen. Man kann so beispielsweise für bestehende Kunden einfacher und direkter Kontakte herstellen. Etwa wenn es um Investitionsentscheide geht. Aber letztlich wird immer die Qualität im Vordergrund stehen. Die Qualität des Produktes. Und ebenso jene der Kommunikation. Interview: Luca Aloisi

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