Der Tanz der Affen im Zoo

VON BEAT FRITSCHHappy Birthday and welcome to the Radio-105-Show», hiess es letzte Woche im Zoo. Bereits zum dritten Mal jährte sich die Gründung der Radiostation fürs junge Zielpublikum. Der Sender scheint tatsächlich denselben Weg einzuschlage

VON BEAT FRITSCHHappy Birthday and welcome to the Radio-105-Show», hiess es letzte Woche im Zoo. Bereits zum dritten Mal jährte sich die Gründung der Radiostation fürs junge Zielpublikum. Der Sender scheint tatsächlich denselben Weg einzuschlagen wie weiland Radio «Roschee», auch bekannt als Reydio Twentifohr. Beispiele gefällig? Wie der ehemalige Radiopirat sendet auch One-O-Five-Chef Giuseppe Scaglione aus dem Untergrund. Radio 105 kann man nämlich erst übers Kabel empfangen.
Und wie früher die wind- und wettererprobte Truppe vom Pizzo Groppera setzen auch die Hundertfünfer auf den Druck der Öffentlichkeit. Eben wurde eine Petition mit rund 60000 Unterschriften eingereicht, damit der Jugendsender, bitte schön, auch über Antenne erhältlich sei. Fragt sich eigentlich nur noch, wann die Radiojünger mal wieder auf dem Bürkliplatz für die allgemeine Freiheit im Äther demonstrieren werden.
Dass das Geburtstagsfest im Zoo über die Bühne ging, hatte seine Gründe. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Gäste von Radio 105 gerne den Tiger in den Tank packen, die Bären los und die Sau raus lassen und dann irgendwann alle einen Affen bekommen. Dazu drehen nette und zumeist adrett bis kurz gekleidete Tanzmäuse ihre Pirouetten im Stroboskoplicht, und männliche Kamele trampeln auf dem Weg zur Tränke alles nieder, was ihnen irgendwie im Weg zu stehen scheint.
Auch am Tag danach haben wohl einige die Vielfalt des urbanen Panoptikums der Tiere bestaunt. Vom leichten Schädelbrummen – Moskitoschwarm! – bis zum ausgewachsenen Kater dürfte das Spektrum gereicht haben. Ganz abgesehen davon, dass die eine Partybesucherin am nächsten Morgen vielleicht auch noch einen zugelaufenen Kuschelbär, der andere Partygänger eine eingefangene Wildkatze in seiner Höhle zu beherbergen hatte. Und ob der dampfenden Hitze, die im Zoo herrschte – DJ Antoine heizte mächtig ein –, träumte der Shortlistautor nur noch vom schönen Eisbärendasein im Polarmeer.
Noch ein Wörtchen zur Location: Dem Werbernachwuchs ist freilich klar, dass es sich beim Austragungsort nicht um die Tiergehege ob dem Zürichberg, sondern um die In-Disco vis-à-vis der Biertränke Bauschänzli handelte. Dies nur deshalb, weil an früheren Veranstaltungen ältere Semester tatsächlich schon Richtung Tierpark gepilgert waren. Nur am Rande: Schon längst begriffen haben dies OMDs Eric Müller, Seiler-DDB-CD Markus Cavegn und Matthias Luchsinger von Cinecom beziehungsweise RMB Switzerland, wie der Kinovermarkter seit Neuestem heisst.
Sie waren zwar nicht an der 105-Party zugegen, doch unter dem Motto «Gehn wir Tiere schaun» treffen sich die genannten Gentlemen ab und zu auch mal in der Disco am Limmatufer. Apropos Cinecom/RMB – und um die Gerüchteküche mal wieder etwas einzuheizen: Einige Branchenkenner zeigten sich schon erstaunt, dass wenig bis gar keine Vertreter des Radio-105-Vermarkters zugegen waren, hingegen deren Konkurrenz IP Multimedia mit der neuen Marketingleiterin Claudia Faeh, den Beratern Marzio Frei und Dominik Schrag und weiteren Mitarbeitern fast schon allgegenwärtige Präsenz markierten. Und dass kurz vor der Veranstaltung auch Michi Frank zusammen mit einem stadtbekannten Headhunter und einem valablen Kandidaten beim klandestinen Apéro gesehen wurden, lässt möglicherweise darauf schliessen, dass der neue IP-Multimedia-CEO sein Team aus irgendwelchen Gründen ausbauen möchte.
Während es auf Mitternacht und die Party ihrem Höhepunkt zuging, gesellten sich laufend neue Gäste zur Partymeute, so dass der Zoo auch spät in der Nacht immer noch aus allen Nähten platzte. Ja – müssen denn die jungen Leute von heute eigentlich nicht mehr ins Bett?!
BEAT FRITSCHbuchte letzte Woche eine Safari im Zürcher Partydschungel, genauer gesagt im derzeitigen In-Place Zoo, wohin Radio 105 zum wilden Treiben geladen hatte. Fazit: Die Partyniederungen Zürichs habens in sich.
Wer sonst in der Kommunikationsbranche auf die Jagd geht, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene beobachtet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbewoche.ch). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewo che.ch
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