Keine Ellbogenfreiheit mehr

Die Konkurrenz unter den Job-Plattformen im Internet ist in den letzten zwei Jahren enorm gewachsen

Die Konkurrenz unter den Job-Plattformen im Internet ist in den letzten zwei Jahren enorm gewachsenDas waren noch Zeiten, als 1996 SwissWebjobs und Humanline den Onlinestellenmarkt ohne grosse Konkurrenz beackern konnten. Heute sind es an die 70 Plattformen, die ihre Dienste im Datenhighway anbieten. Derzeit werden zirka 15 bis 30 Millionen Franken pro Jahr für die Jobsuche via Internet ausgegeben, mit einer jährlichen Steigerung von 100 Prozent. Experten mutmassen, dass in einigen Jahren fast die Hälfte der jährlich 500 Millionen Franken aus dem Printanzeigenbereich aufs Web verlagert werden.«Die Neuen im Markt, etwa Jobline und Stepstone, werden es nicht ganz einfach haben, den Vorsprung der Alten, Jobs.ch, Topjobs.ch, Jobscout und Jobpilot, aufzuholen», ist Daniel Moschin, CEO von Jobpilot, überzeugt. Auch Mark Sandmeier, Marketing- und Verkaufsleiter von Jobs.ch, spricht von einer Marktbereinigung noch im Jahr 2001. Stepstone kontert unterdessen mit der Ankündigung einer neuen Plattform für 40 Millionen Euro und investiert kräftig in TV-Werbung. Und ebenso mischen die Printverlage im Kampf um die Onlineanzeigen mit eigenen Plattformen unübersehbar mit.
Ein erstes prominentes Opfer ist zu beklagen
Während die einen mit Serviceleistungen rund um das Spektrum Personalrekrutierung, Internationalität und Fokussierung ein gewisses Stellensegment wie zum Beispiel Kaderstellen ansprechen können, locken andere mit günstigen Konditionen. So bietet Jobclick, die Stellenplattform von NZZ, Basler Mediengruppe, Edipresse und Publigroupe, die gleichzeitige Platzierung von Print- und Webinseraten an.
Bereits gibt es aber erste Opfer im Buhlen um die Gunst der Stellenanbieter: Die Scout-Gruppe, mehrheitlich im Besitz der BHS-Gruppe, wird die in London beheimatete Topjobs mit gut eingeführtem Ableger in der Schweiz übernehmen. Topjobs wurde zwei Jahre nach ihrem lukrativen Börsengang illiquid. Christopher Nokes, CEO von Topjobs Schweiz, räumt ein, dass teures Lehrgeld bezahlt worden sei. Flankiert von immensen Werbekampagnen wurden in den USA und Australien Niederlassungen aufgebaut – und mit massiven Verlusten wieder geschlossen.
Es ist abzuwarten, ob und wen ein ähnliches Schicksal ereilt. Sicher ist, dass noch dieses Jahr die Positionen bezogen sein werden.
Carmen Gasser
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