Corporate Publishing setzt auf neue Medien

Eine repräsentative Umfrage des Forums Corporate Publishing

Eine repräsentative Umfrage des Forums Corporate Publishing. (CP) bei rund 40 CP-Dienstleistern im deutschsprachigen Raum hat ergeben, dass insgesamt mehr als 83 Prozent der Befragten die generelle Entwicklung des CP-Marktes mit «gut» bis «sehr gut» einschätzen. Errechnet wird ein allgemeines Wachstum von 10 bis 20 Prozent. Fast ein Fünftel der Unternehmen rechnet gar mit 50 Prozent. Gut zwei Drittel der Befragten erwarten, dass sowohl der Print- als auch der New-Media-Bereich künftig starke Wachstumspotenziale besitzen. Lediglich 14 Prozent der Corporate-Publishing-Dienstleister geben dem Bereich Print die grösseren Wachstumschancen. Immerhin 19 Prozent sehen den Wachstumsanstieg nur auf dem New-Media-Sektor. Eine Verschiebung der Umsatzpotenziale um 10 bis 20 Prozent in Richtung Internet/Intranet geben deutliche 63 Prozent der Befragten an. 48 Prozent prophezeien die Entwicklung im Bereich Internet für das Jahr 2001 mit «sehr gut» bis «gut».
Stallgeflüster aus dem Bundesgericht.
Das Bundesgericht hat dem liebsten Nutztier der Schweizer einen Maulkorb umgehängt. Trotzdem wollen die schweizerischen Milchkühe unter der Herdenleitung von Lovely ihr Muhen nicht verstummen lassen. «Lovely darf weiterhin für starke Knochen werben», hiess es am Wochenende in ganzseitigen Inseraten in der Sonntagspresse. Wer die angefügte Nummer 0800 80 55 80 wählte, erfuhr via Telefon neben viel Muhen und werberischem Knurren, dass die helvetischen Milchkühe «überrascht und enttäuscht» über den Maulkorb vom Bundesgericht seien. Im vierten Eidgenössischen Ernährungsbericht stehe nämlich expressis verbis, dass Kalzium der «Knochenbrüchigkeit im Alter» vorbeuge. Und genau dieses Kalzium ist schliesslich auch in der Milch enthalten. Die verantwortliche Agentur Advico Young & Rubicam wollte mit diesem Inserat den Kühen deshalb noch einmal Gerechtigkeit widerfahren lassen. Zwar soll das Milchvieh bis zum Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung nicht zu einer Demo nach Lausanne aufgehetzt werden. Nachdem viele Milchtrinker und sonstige Ethno-Tierfreunde sich aber bei den werberischen Züchtern von Lovely gemeldet hätten, dass sie traurig über die provisorische Notschlachtung von Lovely seien, wollte die Agentur die von vielen etwas falsch verstandenen Presseberichte korrigieren. «Lovely darf weiterhin Werbung für Milch machen. Nur im Wortlaut sind uns ein paar Veränderungen aufgezwungen worden», präzisiert CD Peter Brönnimann die vom Bundesgericht etwas milchtrüb begründete Stallorder. Ein Ende als Kadavermehl in den Futtertrögen ihrer Artgenossen bleibt Lovely vorerst erspart.
Condor ist erfolgreicher, als man denkt.
Sieht man sich den Medaillenspiegel des ADC an, so darf sich die Produktionsfirma Condor über eine Auszeichnung an der diesjährigen Jurierung freuen. Tatsächlich hat Condor noch viel mehr Grund zu jubeln: Die ADC-Auswertung weist nämlich nur jene Firmen als Sieger aus, die die prämierte Arbeit auch eingereicht haben. Condor-Produktionen wurden aber auch von den Agenturen eingereicht, die sie in Auftrag gegeben hatten. Insgesamt kommt Condor so auf zweimal Silber und dreimal Bronze, wie Geschäftsleitungsmitglied Martin Fueter der WerbeWoche mitteilte. «Mit 5 von 20 vergebenen Auszeichnungen in der Kategorie 6 haben wir geradezu abgesahnt», meinte Fueter.
Pucci Sulzer wird Mitglied im BSW.
Der Bund Schweizer Werbeagenturen (BSW) hat Pucci Sulzer als neues Mitglied aufgenommen. Pucci Sulzer Werbeagentur AG wurde 1985 gegründet und ist im Besitz von Giovanni Pucci, Daniel Sulzer und René Zbinden. Pucci Sulzer beschäftigt 15 Mitarbeitende. Wichtige betreute Kunden sind unter anderem Bauknecht, Ericsson, Lancia, Freixenet, Assugrin, Migros und die Raiffeisenbanken.
Eigenwerbung mit Raststätte.
Die Agentur Velvet stellt in ihrer jährlich erscheinenden Eigenwerbung jeweils nicht sich selbst dar. Stattdessen editieren die Luzerner Werber einen «Alltagsspiegel», der während einer Projektreise des neunköpfigen Teams entsteht. Unter dem Titel «Autogrill» schildert der jüngste Reisebericht Eindrücke von 24 Stunden auf einer bei Piacenza gelegenen Autobahnraststätte. «Wir haben gemerkt, dass diese Art der Eigenwerbung der bessere Türöffner ist als das konventionelle Agenturporträt», sagt Gestalter Peter Moser. «Autogrill» umfasst 140 Seiten, Texte von Beat Bieri lockern den Bildband auf, der auch im Buchhandel erhältlich ist.
Anti-Gewalt-Kampagne? Nein, danke.
Anfang August hatte der Kommunikationsverband.de die Werber aufgerufen, Gestaltungsvorschläge für Kampagnen gegen «Gewalt von rechts» zu entwickeln. Zehn Agenturen hatten mitgemacht. Weniger Begeisterung zeigten die Medien. Jochen Pläcking, CEO von DDB Worldwide und Sprecher des Kommunikationsverbandes, hatte rund 150 Verleger, Chefredaktoren, Verlags- und Anzeigenleiter um unentgeltlichen Abdruck der Sujets gebeten. «Als Reaktion ist leider eine Vielzahl von Absagen eingegangen, meist verbunden mit dem Hinweis auf die publizistische Begleitung, die man diesem Thema schenkt», bedauert Pläcking.
Alli wänds Heidi.
Am 14. Februar wird an der Berlinale die Weltpremiere des neuen «Heidi»-Films der Zürcher Vega-Film über die Leinwand gehen. Das Ereignis ist für Graubünden-Ferien auch Startschuss für ein umfassendes Werbeprojekt MyHeidi. Erste Aktivität bildet ein Heidi-Stand an der Ferienmesse Basel vom 9. – 11. Februar.
Basel hat Weltformat.
Basler Zeitgeschichte im Plakat zeigt das Buch «Weltformat» von Charles Stirnimann und Rolf Thalmann. Die Geburtsstunde des modernen politischen Plakates in der Schweiz war die erste Proporzwahl zum Nationalrat 1919. Seither ist das Plakat unverzichtbares Werbemittel politischer Aktionen geworden. Das Plakatbuch zur Geschichte Basels und der Schweiz des 20. Jahrhunderts mit rund 200 Abbildungen ist im Christoph Merian Verlag erschienen.
Editorial: Der ADC verstärkt die Offensive
Der Art Directors Club Schweiz wurde 25 Jahre alt und ist aktiver denn je. Wirkte er in den Anfängen weit gehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, kann er sich heute über mangelnde Beachtung nicht beklagen. Sein 25-jähriges Bestehen feierte der Club der Kreativen mit einer rauschenden Gala in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Die Medien berichteten ausführlich darüber. Aus Anlass des Jubiläums sprach die WerbeWoche mit dem ADC-Präsidenten Jean Etienne Aebi über das wahre Kapital der Werbung und die Feinde guter Werbung (siehe Seite 37).
Das Anliegen des ADC ist über all die Jahre dasselbe geblieben: die Werbung verbessern. Ohne falschen Stolz kann der Doyen der Schweizer Werbebranche heute sagen, dass der ADC die anerkannte Instanz für kreative Qualität in unserem Lande verkörpert. Und die braucht
es heute dringender denn je. Kaufverweigerung auf Grund schlechter Werbung ist heute Realität. Nach vielen Produkten wird in der Konsumentendemokratie nicht mehr gefragt, wenn die Werbung
die Leute langweilt, beleidigt oder sie gar für dumm verkauft. Der Preis
für die Aufmerksamkeit ist zudem massiv gestiegen, weil Informationsübersättigung und Reizüberflutung die Wahrnehmungsschwelle erhöht haben. Immer weniger Wirkung kostet immer mehr Geld. Masse allein kann daran nicht viel ändern. Schiere Werbemenge und -lautstärke können sich gar kontraproduktiv auswirken. «Je kreativer, desto effektiver? Werbung als Mehr- oder Minderwert von Marken» lautet das Motto einer Veranstaltung, die der ADC im kommenden Mai durchführen wird – um aufzuzeigen, dass kreative Werbung auch etwas im Markt bewirkt. Ebenfalls im Mai wird der ADC eine Forschungsarbeit veröffentlichen, die zeigen soll, wie seine Anliegen auf Kundenseite wahrgenommen werden. Gesponsert wird die Studie vom Marktforschungsinstitut IHA-GfM und von der WerbeWoche. Wir werden Sie über deren Ergebnisse informieren, sobald sie vorliegen.
Samuel Helbling
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