Hunger im Keim erstickt

Hetzen beim Essen als Motiv einer fragwürdigen Hamburger-Kampagne von Checkers

Hetzen beim Essen als Motiv einer fragwürdigen Hamburger-Kampagne von CheckersVon Thérèse BalduzziIn ihrer neuen Werbekampagne nimmt die US-Fastfoodkette Checkers die Idee des schnellen Essens beim Wort und treibt sie auf die Spitze. Ohne Rücksicht auf Verluste – Tod durch Ersticken – werden im Spot Hamburger und Pommes während des Skatens, beim Bowling und Kanufahren konsumiert.
Während andere Fastfoodspots 20 Sekunden lange Grossaufnahmen saftiger Hamburger zeigen, nehmen die Fastfoodprodukte im hektischen Leben der Darsteller des neuen Spots für Checkers lediglich Nebenrollen ein. Zu Hip-Hop-Musik essen Menschen allen Alters bei den verschiedensten Aktivitiäten Hamburger und Pommes frites von Checkers.
Derweil andere Fastfoodketten sich als gemütliche Raststätten mit passender Unterhaltung für die Kinder präsentieren, betont Checkers das Tempo, mit dem Fastfood erhältlich ist. Schliesslich ist die Checkers-Kette auch ein Drive-thru, bei dem man im Auto sitzend am Schalter bedient wird.
Um die schnelle Bedienung geht es auch im Rap, der zu Hip Hop gesungen wird: «You gotta eat. What are you doing? You gotta eat. We’ll get you in. We’ll get you out. And in between without a doubt. We’ll give you something really, really good. That’s Checkers.» Die Tagline lautet «You gotta eat.» Die Kampagne umfasst auch eine Kurzversion des 60-Sekunden-Spots, Printanzeigen und Radiospots. Auf den Mitte Januar lancierten ersten Spot werden weitere folgen.
Kein Bite-and-smile-Spot
für die Familie
Nach einer im vergangenen Jahr erfolglos lancierten Kampagne versucht sich die Fastfoodkette damit nun als Antwort auf das allgemeine Zeitproblem zu positionieren. Checkers hat ihren Hauptsitz in Florida und ist in 28 regionalen Märkten, vor allem im Südosten und Mittleren Westen der USA, vertreten. 1999 fusionierte Checkers mit der Drive-in-Kette Rally’s Hamburgers aus dem Mittleren Westen der USA, die dort ihren Namen behalten hat. Der identische Spot läuft deshalb auch mit dem Namen Rally’s. Insgesamt unterhält die Fastfoodkette 900 Drive-thrus.
Der Spot wurde von der Agentur MARC USA gestaltet. Das schnell wachsende, unabhängige Netzwerk ist in New York, Chicago, Detroit, Dallas, Indianapolis, Orlando, Miami und Pittsburgh (Hauptsitz) vertreten. Um den 10-Millionen-Dollar-Auftrag von Checkers kümmern sich MARC Miami und Pittsburgh.
«Dies ist nicht der typische Bite-and-smile-Fastfoodspot», sagt Richard Turer, Marketingvizepräsident von Checkers und Rally’s. Wie wahr. Doch die dargestellten Essgewohnheiten sind nicht nur ungesund, sie könnten sich gar als lebensgefährlich erweisen und sind deshalb nicht zur Nachahmung empfohlen. Manche sind sogar verboten. Wegen einer Szene etwa, die eine junge Frau beim Essen in der Subway zeigt, was in vielen US-Städten nicht erlaubt ist und geahndet werden kann.
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