Neue Allianzen der Onlinewerber

Vermarkter und Pay-for-Surf-Anbieter suchen und finden sich und werden auch auf dem Schweizer Markt aktiv

Vermarkter und Pay-for-Surf-Anbieter suchen und finden sich und werden auch auf dem Schweizer Markt aktivVon Clemens HörlerDie drei wichtigsten Pay-for-Surf-Anbieter im deutschsprachigen Raum haben einen professionellen Onlinevermarkter an sich gebunden. Diese können dank der neuen Allianzen ihren Werbekunden gute Targetingmöglichkeiten anbieten. In der Schweiz allerdings erst mit sehr kleiner Reichweite.
Im November hat AdLink Internet Media GmbH angekündigt, ab sofort das Angebot des
Pay-for-Surf-Anbieters FairAd GmbH (www.fairad.de), München, zu vermarkten. Kurz vorher haben sich auch Real Media und AllAdvantage.com für eine europaweite Kooperation zusammengeschlossen. Bereits seit Mai vermarktet AdMaster exklusiv die «Cash-Machine» der Münchner CyberProfit AG (www.cashmachine.de).
Thematisches und zeitliches Targeting
Für die Vermarkter bedeuten diese strategischen Partnerschaften mit den genannten Anbietern eine willkommene Ausweitung ihres Portfolios und die Möglichkeit, ihren Kunden ein ziemlich genaues Targeting anbieten zu können, und das sowohl vom Interesse der User her als auch vom gewünschten Zeitpunkt.
Tatsächlich kennen Pay-for-Surf-Anbieter ihre Kunden nach einer bestimmten Zeit ziemlich genau. Denn diese hinterlassen bei der Registrierung genaue Informationen und willigen auch ein, dass sie auf ihren Wegen durchs Internet beobachtet werden und die gesammelten Informationen in anonyme Profilgruppen verpackt an Werbekunden weitergegeben werden.
Im Gegenzug erhalten die User, die sich die Software der betreffenden Anbieter herunterladen, einen bestimmten Geldbetrag für die Werbung, die in ihr Werbefenster eingespielt wird, das über oder unter dem Internetbrowser installiert ist. Einige Anbieter wie FairAd oder CyberProfit bieten Werbekunden zudem die Möglichkeit an, bildschirmfüllende Werbefilme abzuspielen.
Noch wenig Nutzer in der Schweiz
Real Media vermarktet das Angebot des global tätigen Unternehmens AllAdvantage.com bereits in elf europäischen Ländern, unter anderem auch in der Schweiz. Hier sind die Mitgliederzahlen allerdings im Vergleich zu den USA oder auch zu Deutschland noch sehr gering. Dies liegt vor allem daran, dass man je nach Anbieter bis vor kurzem oder immer noch ein Konto im Ausland haben musste, wenn man die Belohnung für das Betrachten von Werbung kassieren wollte.
«Die Mitgliederzahl nimmt zu, wichtiger ist uns aber das genaue Targeting, das nun mit AllAdvantage.com möglich ist», meint Alex Schatt von Real Media Schweiz. Real Media und AllAdvantage.com erhoffen sich von ihrem so genannten ViewBar in deutscher Sprache auch in der Schweiz einen schnellen Mitgliederzuwachs.
Während CyberProfit noch keinen Markteintritt in die Schweiz plant, zählt FairAd in Österreich und der Schweiz laut Mediensprecherin Johanna Stengel bereits 10000 Mitglieder, hofft aber auf baldige Expansion. Dann könnte auch AdLink Schweiz von der Zusammenarbeit betroffen werden. Alexander Gaigl, Geschäftsführer von FairAd: «Mit AdLink haben wir einen Partner gefunden, der nicht nur in Deutschland das Potenzial zur erfolgreichen Vermarktung aufweist.»
Die Zusammenarbeit mit einem Vermarktungsnetzwerk ermöglicht es FairAd, CyberProfit und AllAdvantage.com, sich darauf zu konzentrieren, Marktforschung zu betreiben, neue Marketingformen zu entwickeln und ihr Angebot für die User auszubauen.
Ein konsolidierter Markt wird auch für Werber attraktiv
So verstehen die genannten Firmen ihre Werbefenster schon lange nicht mehr als Bannerfenster, sondern als Minibrowser, die den Mitgliedern einen Zusatznutzen bieten sollen, zum Beispiel aktuelle Schlagzeilen. Die «Cash-Machine» von Cyberprofit bietet Nutzern auch die Möglichkeit, SMS oder E-Mail zu versenden, ohne dafür eine bestimmte Website aufrufen zu müssen.
Noch bis vor kurzem hatte man Pay-for-Surf-Firmen eher misstrauisch begutachtet. Viele Anbieter in Deutschland sind auch wieder eingegangen. Der Markt hat sich konsolidiert, und offensichtlich ist nun auch die Werbewirtschaft gewillt, mit den verbleibenden Unternehmen zusammenzuarbeiten, umso mehr, als diese inzwischen beachtliche Kundenstämme von mehreren Hunderttausend Personen aufbauen konnten.
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