Eine Stadt lernt Toleranz

AY&R regt Zürichs Bevölkerung zum Nachdenken über Ausländerfeindlichkeit an

AY&R regt Zürichs Bevölkerung zum Nachdenken über Ausländerfeindlichkeit anMit einer Werbekampagne setzt die Stadt Zürich ein Zeichen für ihre Ausländer. Damit entspricht sie einem im vergangenen Jahr verabschiedeten Bericht für ihre Integrationspolitik. «Neben konkreten Massnahmen zur Lösung von Problemen braucht es auch atmosphärische Verbesserungen des vor allem von der SVP geschürten fremdenfeindlichen Klimas», begründet Brigit Wehrli, Direktorin der Fachstelle für Stadtentwicklung, den Auftritt. Die aus Plakaten, Inseraten, TV- und Kinospots bestehende Kampagne wurde von Advico Young & Rubicam (AY&R) konzipiert und basiert auf dem Slogan «Nur eine weltoffene Stadt ist eine Weltstadt».
«Wenn man schon eine Weltstadt sein will und der Schweiz mit einer gewissen Arroganz begegnet, müssen sich die Bewohner auch wie die Bürgerinnen und Bürger einer Weltstadt verhalten», sagt Wehrli.
«Wir haben einen Weg gesucht, möglichst viele Leute, die wir vielleicht nie erreichen würden, zum Denken anzuregen», sagt Texter Jürg Brechbühl. Gewisse Focusgruppen etwa versucht man an Orten mit dem Thema Ausländerfeindlichkeit zu konfrontieren, an denen diese mit Vorliebe verkehren. Ein Sujet mit der Headline «Stellen Sie sich vor, bei den ZSC Lions würden nur Zürcher spielen» etwa wird auf einer mobilen Plakatstelle vor dem Hallenstadion platziert. «Die Plakate wollen keine Werbung sein, deshalb muten sie fast wie Manuskripte an», sagt Art Director Valentina Herrmann.
Eine bereits vollzogene Integration zeigen die Spots: Bei beiden Filmen hört der Zuschauer einen gesellschaftlich offenbar integrierten Menschen in Mundart von sich erzählen, während das Bild eine gleich bleibende Einstellung zeigt. Diese Sequenz dauert 13 Sekunden. Erst wenn zum Schluss des Films der Sprecher ins Bild kommt, wird klar, dass es sich um farbige Zürcher handelt: nämlich um die Flight Attendant Mary Wamaitha aus Kenya und den 15-jährigen ZSC-GC-Junior Richard Schuppisser aus Jamaica. Ernst Weber
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