Männermagazin tell. wird zu untell.

Name vor der Lancierung weggeschnappt

Name vor der Lancierung weggeschnapptDas am 14. September lancierte Männermagazin tell. des Genfer Verlags Audace Publishing wurde bereits mit der zweiten Ausgabe im November umgetauft und heisst neu untell. Die Geschäftsleitung von Audace Publishing hatte seinerzeit wohl abgeklärt, ob der Name bereits vergeben sei, es aber unterlassen, tell. als Marke registrieren zu lassen. Eine Privatperson auf dem Platz Genf, die in Eigenregie bereits das wenig professionell aufgemachte Gratismagazin Happy few zur Verteilung in den Genfer Hotels herausgibt, zeigte sich smarter als die Leute von tell. Einen Monat vor der Lancierung des Herrenmagazins hat eine gewisse Madame Ferbach den Namen tell magazines registrieren lassen, angeblich nicht wissend, dass Audace Publishing eine Zeitschrift gleichen Namens publizieren wollte.
Die Geschäftsleitung von Audace Publishing verzichtet auf den Gang vor den Richter, um den jungen Verlag nicht unnötig mit Kosten zu belasten, und wählt den weniger strapazierenden Weg mit einem Namenswechsel.
Für die Macher von tell. bereitete die Suche nach dem neuen Namen kaum Kopfzerbrechen, figurierte untell. doch bereits unter den Varianten, die zu Beginn des Projektes diskutiert worden seien, sagt Verlagsleiter Eric Valette. Untell. soll das Magazin noch besser als einzigartiges Produkt auf dem Markt positionieren. Von den Lesern sei die Namensänderung, die visuell tatsächlich nicht ins Auge sticht, kaum wahrgenommen worden, stellt Valette weiter fest. Zudem mache der Titel allein nicht den Ruf des Magazins aus; wichtig sei der Inhalt, meinte Chefredaktor Frédéric Gilbert gegenüber der WerbeWoche.
Audace Publishing ist nach Ringier Romandie das zweite Medienunternehmen der Westschweiz, das bei der Namensgebung seiner neuen Titel eine böse Überraschung erlebte. Das Frauenmagazin von Ringier Romandie brachte es 1996 nur bis zur Nullnummer unter dem Namen Style. Der war nämlich bereits von einem deutschen Magazin besetzt gewesen. Die Verlagsleitung liess sich dann zwei Jahre Zeit, um ihr Produkt mit dem für eine welsche Frauenzeitschrift unüblichen Namen Edelweiss zu taufen. Anita Vaucher
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