Mitarbeiterexodus bei der Zuger Presse

Der Umbau des Zuger Zweitblattes verzögert sich

Der Umbau des Zuger Zweitblattes verzögert sichVier von 14 Mitarbeitern der Zuger Presse (ZP), darunter Chefredaktor Lukas Nussbaumer, haben gekündigt. Grund für ihre Demissionen sind Meinungsverschiedenheiten mit Mehrheitsaktionär Daniel Brunner. «Das war sicher kein Meisterstück meines Managements», stellte Brunner gegenüber der WerbeWoche selbstkritisch fest. Er habe offenbar zu wenig geführt. Anfang vergangener Woche informierte Brunner auch den ZP-Verwaltungsrat, in dem unter anderem Matthias Luchsinger, Geschäftsführer von Cinecom & Media, sitzt.Brunner hatte beim eingeleiteten Umbau der ZP eine forschere Gangart erwartet. Er wollte die ZP im Herbst mit neuem Layout präsentieren. Zudem sollte sie von drei auf zwei Ausgaben pro Woche reduziert werden, gleichzeitig wollte Brunner aber das Internetangebot ausbauen und täglich aktualisieren (WW 13/00).
Das Projekt kam jedoch langsamer voran und wird durch die Kündigungen weiter verzögert. «Die Kündigungen kommen zur Unzeit», sagt Brunner denn auch unumwunden. Doch gefährdet sei das Projekt nicht. Er will jetzt die neue ZP Anfang Januar 2001 lancieren. Mit dem neuen Auftritt hofft er, das Blatt in drei Jahren in die schwarzen Zahlen zu bringen. Vergangenes Jahr wies die Zeitung ein Defizit von 1,3 Millionen Franken aus, was laut Brunner dieses Jahr wieder in ähnlicher Höhe der Fall sein dürfte.
Immerhin hat Brunner nun wieder eine neue Verlagsleiterin gefunden. Ihren Namen will er noch nicht nennen, doch tritt sie ihren Posten am 1. September an. Die Stelle war seit Dezember 1999 vakant gewesen.
Die ZP wurde 1996 als Alternative zur Neuen Zuger Zeitung gegründet, einem Kopfblatt der Neuen Luzerner Zeitung. Derzeit verfügt das Blatt, das mit dem Tages-Anzeiger über ein Abonnementkombi verbunden ist, über 5500 Abonnenten. Doch die TA-Media hat das Kombi zum Jahresende gekündigt. Ob es unter andern Bedingungen fortgesetzt wird, ist noch offen. Markus Knöpfli
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