Ritterliche Werbespiele

Es gibt etwas zu feiern. Der Geschäftsverlauf ist super. Wir haben einen Zuwachs wie noch nie in der Geschichte der Plakanda», gab sich Gastgeber Peter Gmür auf den Wiesen zu Gockhausen in bester Partylaune.

Es gibt etwas zu feiern. Der Geschäftsverlauf ist super. Wir haben einen Zuwachs wie noch nie in der Geschichte der Plakanda», gab sich Gastgeber Peter Gmür auf den Wiesen zu Gockhausen in bester Partylaune. Von Andreas Panzeri Gmür, der von der Wirtschaftsrevue Bilanz zu den 300 reichsten Schweizern gezählt wird und neben Clear Channel (Anteil 80 Prozent) immer noch 20 Prozent der Aktien von Plakanda AWI besitzt, freute sich sichtlich über den grossen Publikumsaufmarsch.

Über 900 Werbeleute und Kunden sind der Einladung zu diesen «Ritterspielen mit Spys und Trank» vor den Toren Zürichs gefolgt. Man amüsierte sich bei Fanfarenmusik, Lautenklängen und einem opulenten Essen mit Spanferkel, Gänse-pastete, Karpfen, Waldpilzen, Hasen, Brotsuppe und sonstwie «Gesottenem».

All diese Spezialitäten wurden von den Caterern Bernhard und Gaby Attinger von der Rossweid in Gockhausen nach originalen Rezepten aus dem Mittelalter gekocht. Als weitere Verlustierung im Stil der Zeit führten dazu 40 Pferde mit Rittern, Knechten und Burgfräulein eine aufwändig inszenierte Turnierschlacht auf.

«Das Gebiet der Plakatwerbung ist gelegentlich tatsächlich mit einem Schlachtfeld zu vergleichen. Trotzdem sind die Ritterspiele als Motto in diesem Jahr ohne besondere Hintergedanken gewählt worden», dementierte Plakanda-Geschäftsführer Beat Sulzer entsprechend tiefsinnige Vermutungen der WerbeWoche. «Wir haben den neuen Party-trend in Deutschland entdeckt», verriet Christian Dür. Mit seiner Visualix Werbeagentur in Zürich betreut dieser seit sieben Jahren die immer wieder mit neuen Ideen überraschenden Plakanda-Feten.

Wem die Sinne statt nach blechverschalten Ritterbeinen mehr nach knackigen Waden von heutigen Fussballsöldnern standen, für den war hinter der mittelalterlichen Zeltstadt auch eine moderne Bar mit TV-Geräten eingerichtet. Schliesslich stand an diesem Donnerstag auch noch der EM-Halbfinal Holland gegen Italien auf dem Programm. Unter den Italienfans fiel ein mit viel «Caliente» mitgehender Roger Furrer auf. Der Musikpromoter von Sound Managers verriet, dass er sein Zürcher Festival Tropical in diesem Sommer erstmals auch nach Havanna (zurück)exportieren will. Furrer ist der erste westliche Veranstalter, der von Fidel Castros Kulturministerium eine Bewilligung für ein solches Festival in Kuba erhalten hat.
Ebenfalls um ein Festival drehte sich der Smalltalk in der Runde von Robi Weber. Der jazzende Werber darf im Auftrag des Sponsors Chrysler in Montreux in diesem Sommer ein Jazzcafé einrichten.

Nicht gerade ein neues Festival, aber zumindest ein «Klassentreffen» konnte Astrid Kägi ankündigen. Die soeben zur Geschäftsführerin der Unternehmerzeitschrift Boom gewählte PR-Frau hat für den Donnerstag dieser Woche ein Treffen für alle ehemaligen Mitarbeiter ihrer früheren ZüriWoche organisiert.

Ebenfalls um ein Fest, allerdings um ein bisher von einigen Plakatwerbern noch vermisstes, haben sich die Gespräche in einem Nachbarszelt in der Runde von Rafael Müller gedreht. «Die APG mit ihrem heurigen 100-Jahre-Jubiläum muss wohl noch einmal über die Bücher gehen. Auf jeden Fall muss sich die APG nach diesem Plakanda-Abend etwas einfallen lassen», spekulierte der Spezialist für Aussenwerbung vom Werbehaus Zürich auf eine vielleicht doch noch kommende nächste Plakatfete. Der Sommer hat ja erst begonnen…

Andreas Panzeri

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