Radio Top gegen P

Streit um ein Inserat von Radio Aktuell im St. Galler Tagblatt

Streit um ein Inserat von Radio Aktuell im St. Galler TagblattVon Markus Knöpfli Radio-Top-Chef Günter Heuberger hat bei der Lauterkeitskommission Klage gegen die Publicitas St. Gallen eingereicht. Anlass ist ein Inserat im St. Galler Tagblatt (SGT).
Für das SGT vom 24. Mai 2000 hat Radio Top ein Inserat gebucht, in dem die Allgemeine Reichweite von Radio Top mit jener von Radio Aktuell verglichen wird.
Das Inserat erschien, unmittelbar daneben aber auch eines von Radio Aktuell. Und relativierte den Vergleich.
Hinter dem Konter ortete Heuberger «St. Galler Machtspiele»: Die P St. Gallen habe der Geschäftsleitung von Radio Aktuell das Top-Inserat unterbreitet und ihr die Möglichkeit zum Gegeninserat gegeben, glaubt er. Schliesslich habe die P sowohl mit dem SGT als auch mit Radio Aktuell Pachtverträge und sei auch an beiden beteiligt.
Das Tandem Publicitas/SGT könne somit einen fairen Wettbewerb verhindern, beschwerte sich Heuberger am 5. Juni bei der P St. Gallen und – weil er «innert nützlicher Frist keine Antwort erhielt» – neun Tage später auch bei der Lauterkeitskommission. Deren Entscheid steht noch aus.
Publicitas weist jede Verantwortung von sich
Gegenüber der WerbeWoche wollten Raphael Jud, SGT-Anzeigenleiter bei der P St Gallen, SGT-Verlagsleiter Daniel Ehrat und Aktuell-Direktor Herbert Bosshart nicht sagen, wie Radio Aktuell über das Top-Inserat informiert worden war, und verwiesen auf das laufende Verfahren. Jud hielt lediglich fest, dass das Leck nicht bei der P zu suchen sei.
Ehrat und Bosshart rechtfertigten das Vorgehen, da Radio Top in seinem Inserat die unterschiedliche Grösse der Konzessionsgebiete verschwiegen, unvergleichbare Zahlen aus verschiedenen Studien verwendet und zudem suggeriert habe, die Differenz der Hörerzahlen entspreche dem Gewinn von Top. Diese Vorwürfe weist Heuberger zurück.
Immerhin: Ehrat vermutete beidseitige Rachegefühle wegen der Konkurrenz im Radio- und TV-Bereich als Hintergrund für den Zwist. Die neue Situation um TeleCombi und Tele-Leader-Pool (WW 22/00) hätten die Nerven blank gelegt. Und Bosshart konstatiert: «Es wurden wohl auf beiden Seiten Fehler gemacht.»
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