Aufgefallen: Täglich putze ich meine Zähne, während Dr. med. dent. Richard Spielmann täglich Coca-Cola trinkt.

AufgefallenTäglich putze ich meine Zähne, während Dr. med. dent. Richard Spielmann täglich Coca-Cola trinkt. Interessant, doch wie mir scheint, befinden wir uns nicht mehr in den 50er-Jahren, in denen Herrn und Frau Konsumentin während langer un

Aufgefallen Täglich putze ich meine Zähne, während Dr. med. dent. Richard Spielmann täglich Coca-Cola trinkt. Interessant, doch wie mir scheint, befinden wir uns nicht mehr in den 50er-Jahren, in denen Herrn und Frau Konsumentin während langer und ausführlicher Werbespots erklärt wurde, was für eine fantastische Wirkung irgendein Produkt auf ihren Alltag ausüben würde.
Doch anscheinend findet der Backlash nicht nur in der Frauenbewegung, sondern auch in der Anzeigenevolution statt. Auf diesen Gedanken kommt man zumindest beim Betrachten der aktuellen Coca-Cola-Publireportage. Darin erklären zwei Fachleute in epischer Breite, warum es gut ist, Coca-Cola zu trinken, und welche positiven Wirkungen das amerikanische Softgetränk auf unseren Organismus ausübt. Mir ist schon klar, dass wir im Zeitalter der Information leben und dass man möglichst viel über eine Sache wissen will. Mir ist auch klar, dass alles, was mit medizinisch und gesundheitlich etikettiert werden kann, plötzlich viel massentauglicher wird seit der Omnipräsenz von Nationaldoktor Samuel Stutz. Ich war bisher allerdings der Meinung, dass Coca-Cola der bekannteste und beliebteste aller Softdrinks ist. Oder macht etwa unser Valserwasser dem Multi das Leben schwer?
Auf der anderen Seite wirken diese Anzeigen sehr amerikanisch. Treten einem dort doch in der Werbung immer wieder Fachpersonen mit guten Ratschlägen entgegen. Also sind das zwei Adaptationen, oder? Vielleicht sind es auch nur verspätete Reaktionen auf die letztjährigen Cola-Probleme in Belgien. Wie dem auch sei, sie wirken einfach lächerlich. Anstatt bei seiner wahren Identität zu bleiben, die darin besteht, dass man seit Jahren erfolgreich ein gesüsstes und künstlich kreiertes Getränk verkauft, wird jetzt plötzlich auf seriös gemacht. Als wollte man sich für sein Produkt entschuldigen. Chandra Kurt
Sex & the city

Von Anna Esposito
Es gibt wenig echte Gründe, um im Leben die Hoffnung nicht fahren zu lassen. Einer ist für mich die Soap «sex & the city». Die Hauptrolle darin spielt eine superhübsche Kolumnistin (!), die mit ihren drei Freundinnen durch dick (englische Lesart) und dünn geht. Letzten Sonntag habe ich in der Folge «sex & the city» alles über den Umgang mit Mr. Not Right erfahren und fühlte mich mit meinem Dasein wieder versöhnt. Bis am Montagmorgen. Via E-Mail schluchzte ein Mit-fan: Es geht nicht mehr weiter mit unserer Lieblingsserie. Es ist Sommerpause. Was?!?! Wie bitte!!? Sommerpause? Im Sinn von: Lieber Herr Müller, wir stöpseln jetzt die Herz-Lungen-Maschine aus, es ist Sommerpause? Niemand kann von mir sagen, ich hätte keine Ahnung von den Gezeiten der Ruhe und Erneuerung, von Seelen-Feng-Shui und all sowas. Hektoliter von Tränen sind schon an meiner Schulter vergossen worden, weil er, sie und es eben mal pausierte. Ich weiss, die Natur hat ihre eigenen Gesetze, und im Sommer ist es heiss, besonders für Programmdirektoren. Aber ist die Sommerpause eine Entschuldigung, wenn man als Texterin genau 7 Minuten nach dem Briefing die komplette Strategie, die noch nie da gewesene Positionierung, dazu zwei Kampagnen, alles ausgetextet bis zum Couponinserat, abliefern soll? Mitnichten. Kommen Sie mal einem Kunden, einem Berater oder einem CD mit Sommerpause, Schreibebbe und Terminflut, Gedankenfinsternis und Gefühlsgewitter. Sofort als Super-Unprofi gestempelt, können Sie bis zur Pensionierung Unkraut jäten gehen. Wem unter extremem Druck die Luft nicht ausgeht, sondern auch noch die eine oder andere Werbefilmidee einfällt, der hat ausgesorgt. Wenigstens bis zum nächsten Mal. Aber das mit der Werbefilmidee lass ich jetzt mal. Einen summer in the city lang.
Sprachbeobachter

Zweite Halbzeit – live dabei!
An der Temperatur hat sich nichts geändert. Es ist noch kälter geworden. Gerd Delling
Ich wage mal eine Prognose: Es könnte so oder so ausgehen.
Ron Atkinson
Ich bin Optimist. Sogar meine Blutgruppe ist positiv.
Toni Polster
Ich sehe einen positiven Trend: Tiefer kann es nicht mehr gehen.
Olaf Thon
Ja, Statistiken. Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder vierte Mensch ein Chinese, aber hier spielt gar kein Chinese mit. Werner Hansch
Jetzt skandieren die Fans wieder: «Turkiye! Turkiye!», was so viel heisst wie: «Türkei! Türkei!» Heribert Fassbender
Stankovic hat die Zukunft noch vor sich. Sascha Rufer
Balakov hat viel Raum – und Platz ohne Ende. Erich Laaser
Baslers Freistösse sind wie das wirkliche Leben: mal weich und kurz, mal hart und lang.
Jörg Wontorra
Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, der läuft wirklich so langsam. Werner Hansch
Christoph Daum (über einen Stinkefinger von Ulf Kirsten): Er hat angezeigt, dass er in einer Minute ausgewechselt werden will.
Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.
Aleksander Ristic
Wir wollten kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz prima geklappt.
Thomas Hässler
Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen. Christoph Daum
Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben. Berti Vogts
Ich mache nie Voraussagen und werde das auch niemals tun.
Paul Gascoigne
Ja gut, am Ergebnis wird sich nicht mehr viel ändern, es sei denn, es schiesst einer ein Tor.
Franz Beckenbauer
Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage. Franz Beckenbauer
Beat Gloor, www.textcontrol.ch

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