Kopf der Woche: «Ich denke immer ganzheitlich»

Philip Meier bringt als Leiter Beratung bei Guye & Partner neue Perspektiven ein

Philip Meier bringt als Leiter Beratung bei Guye & Partner neue Perspektiven einKopf der Woche «Ich denke immer ganzheitlich»Seit drei Monaten beschäftigt die Zürcher Werbeagentur Guye & Partner einen Leiter Beratung: Philip Meier. Der 30-Jährige ist für den Strukturaufbau und die Strukturverbesserung verantwortlich.
Meier versteht darunter die Implementierung gewisser Instrumente, die die Abläufe vereinfachen. Und nicht etwa eine Bürokratisierung, denn die wäre der Tod der kreativen Werbung. Weitere Tätigkeitsbereiche sind das New Business und die Strategische Beratung. «Bei Guye & Partner stehen die Vorzeichen auf ‹go›», sagt der Newcomer.
Eigentlich wollte Meier, der Anfang Jahr seine Dissertation abschloss, erst mal kürzer treten und nicht gerade eine leitende Position übernehmen. Heute ist er froh, hat ihn eine Headhunterin neugierig gemacht. Es sei von Anfang an ein sehr glücklicher Zusammenschluss gewesen, sofort habe er einen guten Kontakt zu Christophe Guye und Danielle Lanz gefunden, sagt er und fährt fort: «Eine Agentur, die so hohe Qualitätsansprüche an die Werbung stellt, stimmt mit mir überein. Ich wäre dumm gewesen, wenn ich das Angebot nicht angenommen hätte.»
Für den Licentiatus philosophiae, der an der Uni Zürich Germanistik und Geschichte studierte, kamen ursprünglich drei Berufsfelder in Frage: Journalismus, Werbung oder Film. In die Werbung stieg Meier vor gut vier Jahren bei Advico Young & Rubicam ein: «Weil ich wusste, dass man in dieser Branche schnell vorwärts kommt, wenn man etwas vom Fach versteht und strukturiert denken kann.»
Ausserdem war Philip Meier «vorbelastet»: Sowohl seine Lizentiats- als auch seine Doktorarbeit waren im Bereich der Kommunikation, genauer der internen Unternehmenskommunikation angesiedelt. Meier analysierte die Prozesse interner Kommunikationsstrukturen einerseits in theoretischer Abhandlung, andererseits im Rahmen empirischer Studien, die er in der City Bank durchführte.
Dieser Hintergrund, sagt Philip Meier, wirke sich sehr stark in der täglichen Kommunikationsarbeit aus: «Eine Aufgabe kann bis zur Portfolioanalyse gehen. Ich denke immer sehr ganzheitlich.» Obwohl sich der Hobbysaxofonist oft wissenschaftlich beschäftigt hat, verlor er doch nie den Bezug zur Realität.
«Gerade die Werbung sollte der Ausgangspunkt für gute Kommunikation bleiben», sagt er, der unweit der Agentur Guye & Partner im Zürcher Seefeld aufwuchs und kein ausgesprochener «Werbekuchenmensch» ist. Gleichgesinnte ehemalige Schulkollegen, die in anderen Berufen ähnliche Karriereentwicklungen durchmachen, die Architekten, Physiker und Finanzanalysten geworden sind, bilden seinen privaten Bekanntenkreis. Kontakte, die ihm fast mehr bringen, weil er offen über Probleme und Freuden reden kann. Wer weiss, ob nicht der eine oder andere Schulfreund oder Studienkollege einmal eine Werbeagentur braucht.
Ernst Weber
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