«Neue Dynamik für das Unternehmen»

Für ihre hohen Investitionsvolumina für Winner Market und TV 3 benötigt die TA-Media AG nicht den Zustupf der Börse, erklärt Michel M. Favre, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Für ihre hohen Investitionsvolumina für Winner Market und TV 3 benötigt die TA-Media AG nicht den Zustupf der Börse, erklärt Michel M. Favre, Vorsitzender der Geschäftsleitung.Herr Favre, TV 3 und Winner Market verschlingen in den kommenden Jahren Rieseninvestitionen, beide mit noch unsicherem Erfolg. Schafft sich die TA-Media mit dem Börsengang ein Finanzpolster für alle Fälle? Michel M. Favre: Ganz klar, nein. Das ist ein Entscheid der weit- verzweigten Besitzerfamilie Coninx, die ihre Aktionärsstruktur bereinigen will. Der Börsengang ermöglicht es, Familienaktionäre abzugelten, die das Unternehmen verlassen wollen. Für unsere Investitionen brauchen wir überhaupt keinen Zustupf. Wir sind kerngesund. Alle unseren Start-ups finanzieren wir aus dem Budget des laufenden Jahres. Ich freue mich aus einem anderen Grund über den Entscheid für die Börse: Das bringt Anregung und eine neue Dynamik ins Unternehmen.
Und die braucht es auch. Im Kerngeschäft, den Zeitungen und Zeitschriften, stagnierten im letzten Jahr die Auflagen bei Facts und Tagi. Schweizer Familie und Annabelle erlitten empfindliche Einbussen. Können Sie damit leben?
Favre: Stichwort Annabelle: Es ist nicht interessant, bei einer Auflage von 120000 Exemplaren Geld zu verlieren. Aber jetzt stehen wir bei gut 100000 – und haben eine attraktive Rendite. Jede Zeitschrift hat ihren Lebenszyklus, die Annabelle hat jetzt eine klare Vorwärtsstrategie eingeleitet. Ich bin optimistisch, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.
Und das Sorgenkind Schweizer Familie?
Favre: Auch 150000 Exemplare sind eine Topleistung im Schweizer Markt. Wir investieren in alle unsere Titel laufend hohe Beträge für die Weiterentwicklung. So auch in die Schweizer Familie. Weil wir an sie glauben. Ihre Neuorientierung hat etwas mehr Zeit beansprucht, aber ich bin überzeugt, dass wir mit dem aktuellen Rezept eine gute Basis gefunden haben.
Das kann man von TV 3 nicht sagen. Konzentriert TV 3 seine Mittel künftig in einige wenige zuschauerträchtige, aber teure Formate und macht das übrige Programm schlanker?
Favre: Nein, wir haben ein Senderkonzept, gemäss dem jeder Wochentag sein eigenes Profil hat. Dieses Konzept bauen wir laufend aus, Step by Step.
Interview: Daniel Schifferle
(Visited 17 times, 1 visits today)

Weitere Artikel zum Thema