«Vielzahl bringt nicht unbedingt Vielfalt»

Für Tele Ostschweiz stehen trotz Gebietserweiterung Kooperationen mit andern Anbietern nach wie vor auf der Traktandenliste. Dies sagt Wolfgang Frei, Leiter Neue Medien bei der NZZ.

Für Tele Ostschweiz stehen trotz Gebietserweiterung Kooperationen mit andern Anbietern nach wie vor auf der Traktandenliste. Dies sagt Wolfgang Frei, Leiter Neue Medien bei der NZZ.Bleibt für Tele Ostschweiz ein Zusammenschluss mit Tele Top ein Thema?Wolfgang Frei: Ein Zusammenschluss war nie ein Thema, höchstens Kooperationen.
Das St. Galler Tagblatt hat aber am 6. März deutlich von Programm- oder Firmenzusammenlegung gesprochen.
Frei: Firmenzusammenlegung ist falsch. Sollten wir etwa Tele Top kaufen?
Das wollte ich Sie fragen.
Frei: Kooperationsgespräche sind im Gang, aber primär für den Bereich Werbung. Dort muss es Kooperationen geben, sonst ist man zu klein.
Denken Sie an einen Werbepool?
Frei: Es gibt viele Möglichkeiten: Fensterlösungen, Pool, gemeinsame Vermarktung, gemeinsame Sendungen. Das wird jetzt bis etwa Sommer diskutiert – nicht nur zwischen Tele Ostschweiz und Tele Top, sondern auch mit andern Anbietern in der Ostschweiz.
Sie reden also auch mit Schaffhauser TV und Tele Südostschweiz?
Frei: Vor allem mit den Schaffhausern. Denn dahinter steht auch ein Medienhaus, was im Bereich TV nicht unwichtig ist.
Das Uvek hält zwei Sender im Raum St. Gallen für wirtschaftlich möglich. Sie offenbar nicht.
Frei: Das Kerngebiet von Tele Top bleibt Winterthur. Unser Kerngebiet St. Gallen bleibt für sie deshalb vermutlich eher ein Randgebiet. Deshalb hängt unser Überleben oder dasjenige von Tele Top tatsächlich nicht von deren Präsenz in St. Gallen ab. Mit St. Gallen kann Tele Top zwar sein Potenzial erhöhen, was aber noch nichts über die effektiven Zuschauerzahlen aussagt.
Gemäss Uvek soll mit der Gebietserweiterung für Tele Top die St. Galler Monopolsituation aufgebrochen werden. Kooperationen sind also nicht erwünscht.
Frei: Eine Kooperation im Werbebereich ist sicher etwas anderes als eine im Newsbereich. Zudem ist Tele Ostschweiz seriös gemacht und für andere Meinungen sehr offen. Dennoch: Wer Konkurrenz wünscht, will einen Pluralismus von Inhalten. Doch das ist – ähnlich wie bei den Zeitungen – wohl eine blauäugige Vorstellung: Vielzahl bringt nicht unbedingt Vielfalt. Mehrere Schwache, die ähnlich oder gleich sind, fördern den Pluralismus nicht gerade. Interview: Markus Knöpfli
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