Cannes 2000 – wir kommen

Zwei Schweizer am Young Creatives Contest in Cannes

Zwei Schweizer am Young Creatives Contest in CannesVon Carole Koch Alle Jahre wieder trifft sich in Cannes die Crème de la Crème der internationalen Werbebranche. Mit dem Young Creatives Contest bietet das Festival aber auch talentierten No-Names aus aller Welt eine kreative Plattform.
Jung, kreativ und Englisch sprechend müssen sie sein, die Nachwuchswerber, die die Schweiz am Young Creatives Contest im französischen Cannes vertreten. Doch nicht nur das: Um die Spreu vom Weizen zu trennen, haben die ADC/BSW-Kreativschule und die WerbeWoche gemeinsam einen Wettbewerb durchgeführt. Es galt, in Zweierteams, bestehend aus je einem Junior Texter und -AD, eine treffende Anzeige für die Kreativschule zu entwerfen und zu gestalten.
Kein Ferienlager, sondern harte Arbeit
«Von den 14 eingegangenen Arbeiten haben wir nun die fünf besten ausgewählt», sagt Walter Merz, Geschäftsleiter des BSW. Im Juni dürfen somit zehn Schweizer Jungtalente die Koffer für die französische Riviera packen und am Festival den Duft der grossen, weiten Werbewelt schnuppern. «Unsere Gruppe soll dort die Festivalatmosphäre kennen lernen, tolle Arbeiten sehen und Kontakte knüpfen», fügt Merz hinzu.
Nur jedes zweite Jahr werden die Teilnehmer des Programms über einen Kreativwettbewerb gesucht. Sonst darf jeweils die ganze Klasse der Kreativschule für drei Tage gratis und franko an die Côte d’Azur fliegen. Berappt wird das Ganze von den Sponsoren Cinecom & Media AG, Publimedia, SAir Group sowie von der WerbeWoche und der Kreativschule.
Kein Ferienlager, sondern harte Arbeit erwartet in Cannes das beste Schweizer Duo – nämlich AD Grischa B. Rubinick, JWT + Hostettler + Fabrikant, und Texter Marc Rinderknecht der Zürcher Agentur Netvertising. Während sich ihre Mitstreiter am Festival von den optischen Reizen der eingereichten Werbefilme, Anzeigen und Plakate berieseln lassen dürfen, werden sie am Young Creatives Contest gegen die internationale Konkurrenz antreten. Kein leichtes Spiel, denn mittlerweile nehmen rund 30 Delegationen am Wettbewerb teil. Aufs Podest hats bis anhin noch kein eidgenössisches Team geschafft – den ersten Preis hat in den letzten zwei Jahren Portugal mit nach Hause genommen.
Das Ticket nach Cannes mussten sich die zehn Nachwuchswerber hart erkämpfen, denn die Arbeiten wurden von einer sechsköpfigen ADC-Jury auf Herz und Nieren geprüft. Ihre Kriterien: «Eine treffende Idee, die dazu möglichst passend visualisiert wird», definiert Hans Tanner, Mitglied des ADC-Vorstands, die Vorgabe.
Aus den vorliegenden Arbeiten einen Gewinner zu bestimmen habe zwar einige Diskussionen gegeben, die beste Anzeige sei schlussendlich aber einstimmig klar gewesen. «Eine schöne Idee, die sehr klassisch umgesetzt wurde», kommentiert die Jurorin Barbara Strahm, AD bei Wirz Werbeberatung, das Siegersujet von Rubinick und Rinderknecht.
Ebenfalls gut gefallen hat der Jury auch die Anzeige, die mit Werbegrössen am Angelhaken auf Talentfang geht. «Hier fehlte uns jedoch die präzisierende Schlagzeile», bemängelt der selbstständig erwerbende Kreativdirektor André Benker.
Gleich gute bis gleich schlechte Ideen
Im Grossen und Ganzen lösten die Arbeiten der Jungwerber bei der Jury keine riesigen Begeisterungsstürme aus: «Die Ideen sind immer etwa gleich schlecht bis gleich gut», sagt Benker. Auch für Barbara Strahm war unter den eingereichten Arbeiten «nichts wirklich Überragendes dabei». Trotzdem: Was das Gewinnerteam und deren Teilnahme am Young Creatives Contest in Cannes betrifft, sind alle drei befragten Jurymitglieder zuversichtlich. Auf genauere Prognosen möchte sich jedoch keiner von ihnen einlassen.
Am Young Creatives programm werden dabei sein:

Grischa B. Rubinick (JWT + Hostettler + Fabrikant, Zürich)
Marc Rinderknecht (Netvertising, Zürich)
Denise Moll (Lesch + Frei, Zürich) Lukas Schmid (Lowe|GGK, Zürich)
Sebastian Hugelshofer (Bosch & Butz, Zollikon) Stefan Vetsch (Bosch & Butz, Zollikon)
Philippe Schwaar (FCB Leutenegger Krüll, Zürich) Antonio Lopez (FCB Leutenegger Krüll, Zürich)
Jürg Ernst (Lowe|GGK, Zürich) Marc Koller (Lowe|GGK, Zürich)

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