Grüsse aus dem Homeoffice – Folge 40: Yvan Piccinno, Wunderman Thompson

Yvan Piccinno, CEO und Verwaltungsratspräsident von Wunderman Thompson Switzerland, berichtet in der 40. Folge von «Grüsse aus dem Homeoffice», wie es ihm im heimischen Büro geht und was er daran vermissen wird.

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Yvan Piccinno ist Chief Executive Officer und Verwaltungsratspräsident von Wunderman Thompson Switzerland (vormals: Advico, Futurecom, Wunderman, Exxtra sowie Young&Rubicam (Y&R)). Piccinno leitet die 110-köpfige Agentur seit Dezember 2017.

 

Werbewoche.ch: Die Homeoffice-Zeit neigt sich vielerorts dem Ende zu – wann kehren Sie in die Agentur zurück?

Yvan Piccinno: Am liebsten morgen! Leider müssen wir alle Mitarbeitende noch etwas vertrösten, obwohl es bei uns einige sind, die sofort das Remote-Working aufgeben möchten. Wir halten uns strikt an die behördlichen Empfehlungen und erarbeiten zurzeit diverse Szenarien für die Rückkehr ins Office.

 

Befindet sich Ihre ganze Agentur im Homeoffice?

Yes, seit 16. März sind alle 110 Mitarbeitende im Home-Office. Vereinzelte befinden sich tageweise im Office – selbstverständlich im Turnus und mit den erforderlichen Sicherheitsmassnahmen.

 

Hatten Sie damals bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes mit technischen Problemen zu kämpfen?

Erfreulicherweise – nebst wenigen Ausnahmen beziehungsweise Sonderkonstellationen –  hat unsere IT alles rechtzeitig in den Griff bekommen. Auch auf diesem Weg nochmals ein «Danke» an: Dominik, Elias, Anthony, Rabit und Piravis (Lernender) – also dem ganzen Team, welches das alles möglich machte.

 

Wo haben Sie sich eingerichtet?

Ich bin in einer typischen, grossen und lärmigen, italienischen Familie aufgewachsen und durchaus in bescheidenen Verhältnissen. Mein sehnlichster Traum war, mehr Platz für mich zu haben … diesen Wunsch konnte ich mir bereits mit einem «Home-Büro» erfüllen.

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Was benötigen Sie alles, um Ihrer Tätigkeit nachgehen zu können? Je nach Tageszeit und Thema in der Agenda:

Kaffee, einen klaren Kopf, Energie, eine Prise Geduld, Durchhaltewille sowie eine positive Einstellung.

 

Mussten Sie im Laufe der Homeoffice-Zeit «nachrüsten» oder Material aus der Agentur holen?

Als grosser Homeoffice-Befürworter war ich bereits im Vorfeld gut ausgerüstet. In Anbetracht der wirklich besonderen Lage, konnte ich jedoch meine Frau noch für die eine oder andere zusätzliche Anschaffung begeistern.

 

Hatten Sie zuvor bereits Homeoffice-Erfahrung oder handelt es sich um eine Premiere?

Durch meine frühere Tätigkeit als Freelancer sowie selbständiger Berater, ist es für mich in gewisser Weise ein Déjà-vu – damals einfach etwas forcierter und mit einem unpersönlicheren Austausch.

 

Welche Prozesse gestalten sich im Vergleich zum normalen Agenturalltag schwierig, wenn man sie «aus Distanz» erledigen muss?

Nach der anfänglichen Euphorie über die neue Situation stellt sich nun heraus, dass der soziale Austausch sowie die Nähe trotz des ganzen technologischen Fortschritts unerlässlich ist – jedenfalls für mich.

 

Welche Arbeiten klappen problemlos?

Erfreulicherweise klappen im Grossen und Ganzen alle Arbeiten problemlos. Sicherlich kann man eher in den Offline-Modus wechseln (im Sinne von Erreichbarkeit) was einem einen ungestörten, produktiven Zeit-Slot verschaffen kann.

 

Gibt es etwas, was sogar einfacher oder produktiver funktioniert im heimischen Büro?

Schwierig… die Siestas über Mittag sind auf jeden Fall erholsamer

 

Was tun Sie dagegen, dass Ihnen zuhause die Decke auf den Kopf fällt?

Kopfhörer auf, Joggingschuhe an und ab in den Wald.

 

Haben Sie in dieser Zeit etwas gelernt oder perfektioniert?

Nein, aber ich bin besonders stolz auf meinen alten iMac (Stehlampe – siehe Foto), welchen ich nach Jahren endlich zur Jukebox umrüsten konnte!

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Was vermissen Sie am meisten am physischen Agenturalltag?

Uff, da gäbe es eine unendlich lange Liste… und um niemandem zu nahe zu treten oder zu vernachlässigen, sagen wir einfach: ALLES!

 

Was vermissen Sie generell am normalen Alltag?

Es mag abgedroschen klingen, aber es sind die kleinen Dinge im Leben, die Freude bereiten – sei es die freundliche Begrüssung von Christine beim Empfang, bis zu die unglaublich feinen, frischen Spätzle von Wolfi und Doreen oder das «Guten Abend» der Putzfrau beim Verlassen der Agentur.

 

Was werden Sie – rückblickend – am meisten vermissen an der aktuellen Situation?

Auf diese Frage habe ich mich schon gefreut: ohne zu zögern – auf die regelmässigen Siestas über den Mittag!

 

Sind Sie zuversichtlich, dass Ihre Agentur die Krise überstehen wird?

Selbstverständlich werden wir die Krise meistern. Wenn wir uns etwas clever und mutig anstellen, bin ich sogar der Meinung, dass wir gestärkt aus dieser Situation heraustreten und den vor knapp drei Jahren begonnenen Change erfolgreich abschliessen werden.

 

Bekanntlich hat alles auch seine positiven Seiten. Was ist es in Ihrer aktuellen Homeoffice-Situation?

Ein Mindset des Zusammenhalts und über sich hinauswachsen entsteht meistens nicht in ruhigen Gewässern, ein Sturm bringt oftmals frische Luft. Alte Zöpfe können nun definitiv abgetrennt werden.

 

Wann und wieso haben Sie im Zusammenhang mit dem Homeoffice zum letzten Mal gelacht?

Das Coronavirus hat die Gesellschaft fest im Griff. Wer zuhause bleiben kann, bleibt zuhause. Auch die Werbe-, Kommunikations- und Marketingbranche verlagert den Betrieb grossflächig ins Homeoffice. Mit der Serie «Grüsse aus dem Homeoffice» beleuchtet Werbewoche.ch den Berufsalltag in den heimischen vier Wänden.

Alle Folgen im Überblick:

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Was möchten Sie Ihren Branchenkolleginnen und -kollegen mit auf den Weg durch die Krise geben?

Freue mich auf unser Wiedersehen – in persona!

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