Grüsse aus dem Homeoffice – Folge 16: Moreno Cavaliere, Gruppo Corriere del Ticino

Im 16. Teil unserer Serie «Grüsse aus dem Homeoffice» verschlägt es uns ins Tessin. Dort hält Moreno Cavaliere, Direktor der Gruppo Corriere del Ticino, in den eigenen vier Wänden die Stellung.

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Moreno Cavaliere ist seit vielen Jahren in der Medienbranche tätig. Heute als Direktor bei der Gruppo Corriere del Ticino in Lugano. Cavaliere ist ein verheirateter Familienmensch mit sportlichen Ambitionen und will in der Seniorenrangliste von irgendwelchen Wettkämpfen jedes Jahr ein wenig weiter nach oben rücken.

 

Werbewoche.ch: Seit wann befinden Sie sich im Homeoffice?

Moreno Cavaliere: Ultimativ seit dem 16. März, aber eigentlich schon zwei Wochen eher, da das Tessin uns zu diesem Thema definitiv voraus ist. Das meine ich nicht wertend. Es ist einfach ein trauriger Fact.

 

Befindet sich Ihre Ihr ganzes Unternehmen im Homeoffice?

Wo immer möglich ja. Wir drucken aber verschiedene Tages- und Wochenzeitungen, haben eine TV- und eine Radiostation. Da ist natürlich eine totale Umstellung auf Homeoffice nicht möglich. Aber wir versuchen wirklich das Möglichste.

 

Hatten Sie bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes mit technischen Problemen zu kämpfen?

Nein. Unsere IT-Mitarbeitenden und natürlich die Netzanbieter tragen dazu bei, dass wir wirklich sehr smart umsteigen können. Im Gegenteil: man staunt, was alles in kürzester Zeit möglich war.

 

Wo haben Sie sich eingerichtet?

In unserem zu Hause. Ich muss aber eingestehen, dass meine Frau und ich schon seit ein paar Jahren «Teilzeit-Homeoffice» erfahren sind und uns schon eine kleine Infrastruktur aufgebaut haben, welche jetzt einfach noch ein wenig aufgerüstet wurde.

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Homeoffice mit Rückenentlastung.

 

Was benötigen Sie alles, um Ihrer Tätigkeit nachgehen zu können?

Tja. Laptop, Screen, B&O-Böxchen für die Musik, Kopfhörer, iPhone, iPad, Bleistift, Füllfeder, Kaffee- oder Teetasse, schnelle Leitungen (danke Swisscom!) und los geht’s!

 

Ist es schwierig, sich genügend abzugrenzen, wenn die Kinder zuhause sind?

Wir haben drei Jungs, aber nur noch der Jüngste ist direkt betroffen. Mit 14 in einer tollen Lebensphase. Zumindest für sich selbst… Er macht das aber sehr ordentlich und wir als Eltern haben wenig Stress diesbezüglich mit ihm.

 

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen: Welche Prozesse gestalten sich im Vergleich zum normalen Berufsalltag schwierig?

Wir haben doch ein paar Videocalls pro Woche, an welchen bis zu 15 Personen teilnehmen. Ist nicht immer ganz einfach. Aber ganz schwierig ist eigentlich nur die fehlende physische Interaktion mit den Menschen, welche man sonst im Alltag trifft. Da fehlt letzten Endes sehr viel Emotionalität.

 

Welche Arbeiten klappen problemlos?

Eigentlich klappt sehr vieles überraschend problemlos.  Und deshalb – vielleicht einer der ganz wenigen positiven Aspekte dieser Zeit – dürfte da auch etwas für die Zukunft hängen bleiben. Weniger Pendlerzeit, weniger Sitzungen mit Anreisezeiten, weniger hektische Rushhours. Wer weiss, was sich noch alles zum Guten entwickelt.

 

Sollte die Homeoffice-Phase länger dauern: Was tun sie dagegen, dass Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt?

Solange wir keine Ausgangssperre einfangen passiert das nicht. Täglich Joggen oder Velofahren oder sonst Bewegung im Freien – es ist ein wunderbarer Frühling. Alleine oder maximal zu Zweit. Da fällt keine Decke runter…

«Asics. Anima sana in corpore sano»: Cavaliere während der Mittagspause.

 

Was vermissen Sie am meisten am physischen Berufsalltag?

Ganz eindeutig die Begegnungen mit den Menschen.

 

Sind Sie zuversichtlich, dass Ihre Ihr Unternehmen die Krise unbeschadet überstehen wird?

Wir werden die Krise überstehen. Ohne Zweifel. Aber ganz bestimmt nicht unbeschadet. Der Flurschaden wird enorm sein. Und der Wiederaufbau lange andauern. Leider. Deshalb hoffe ich auf eine baldige «Lockerung» der Einschränkungen.

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«Physisches Mitarbeitergespräch in Zeiten von COVID. Damit man nicht aus der Übung kommt.»

 

Bekanntlich hat alles auch seine positiven Seiten. Was ist es in Ihrer aktuellen Home-Office-Situation?

Wir verbringen viel Zeit mit guten Gesprächen in der Familie und wir geben viel weniger Geld aus. Sonst kann ich leider nichts Positives an der Situation finden.

 

Was möchten Sie Ihren Branchenkolleginnen und -kollegen mit auf den Weg durch die Krise geben?

Um ein Bonmot von Vladimir Petkovic, unserm Nationaltrainer aufzunehmen: «Wir müssen positiv bleiben. Es braucht viel Positivität». Eines seiner Lieblingswörter. Passt doch gerade jetzt.

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«7 Uhr, Tagesrapport mit mir selber beim Joggen. Tagesplanung und Budgetanpassung inklusive.»

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