Drei Schweizer Privat-TV-Anbieter gründen Verband Schweizer Privatfernsehen VSPF

Um den Schweizer Privatfernsehsendern ohne Konzession und Gebührenanteil eine politische Interessenvertretung zu bieten, gründen CH Media, Seven.One Entertainment Group Schweiz und RTL den VSPF Verband Schweizer Privatfernsehen. Das Präsidium übernimmt Roger Elsener, Geschäftsführerin wird Anne Peigné de Beaucé.

Die Privat-TV-Anbieter CH Media, Seven.One Entertainment Group Schweiz und RTL gründen den VSPF Verband Schweizer Privatfernsehen. Der Verband sei eine Interessenvertretung der Schweizer Privatfernsehsender ohne Konzession und Gebührenanteil, die sich an ein nationales Schweizer Publikum richten und sich durch Werbung finanzieren, wie es in einer Mitteilung der drei Gründerunternehmen CH Media, Seven.One Entertainment Group und RTL heisst.

CH Media und Seven.One Entertainment Group werden ordentliche Mitglieder, RTL Deutschland wird assoziiertes Mitglied. Damit umfasse der Verband zum Start die Sender 3+, 4+, 5+, 6+, Nick/7+, TV24, TV25, S1, SAT.1, ProSieben, Kabel Eins, Sixx, Sat.1 Gold, ProSieben Maxx, Puls 8, RTL, Vox, N-tv, Nitro und Super RTL. Der als Verein gegründete VSPF nimmt seine Geschäfte zum 1. Januar 2022 auf.

Neue Stimme in der Medienpolitik

Der VSPF möchte den Anspruchsgruppen aus Politik, Wirtschaft und breiter Öffentlichkeit die Bedeutung und Anliegen des Schweizer Privatfernsehens näherbringen und sie dafür sensibilisieren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Besondere Aufmerksamkeit gelte den Gesetzesvorhaben, die das eigene Geschäft tangieren.

Der Verband möchte zu fairen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Refinanzierung im Fernsehen beitragen, und setze sich für gleichlange Spiesse im Medienmarkt unter anderem gegenüber den Internet- und Tech-Plattformen ein, sowie auch für die Sicherstellung einer aussagekräftigen Nutzungsforschung, welche die Bedürfnisse der Werbetreibenden berücksichtige sowie die Absicherung der Distribution der Schweizer Privatfernsehsender – insbesondere unter Berücksichtigung der technologischen Entwicklungen.

Ausserdem werde der Verband aktiv an der Debatte über die Zukunft des Service Public der Fernsehsender teilnehmen, heisst es weiter.

Anne Peigné de Beaucé wird VSPF-Geschäftsführerin

Die Geschäftsführung des VSPF übernimmt Anne Peigné de Beaucé. Die ausgebildete Juristin ist bilingue und verfügt über jahrelange Erfahrung als Rechtsanwältin und in der Interessenvertretung im Medienbereich, zuletzt als Senior European Affairs Manager für Vaunet. Zeitgleich zur Geschäftsführung des VSPF tritt sie ihre neue Stelle als Leiterin Public Affairs bei CH Media an (Werbewoche.ch berichtete).

Präsidiert wird der Verband durch Roger Elsener, Geschäftsführer Entertainment und Mitglied der Unternehmensleitung von CH Media. Der Vorstand wird komplettiert durch Andrea Haemmerli, Managing Director von Seven.One Entertainment Group Schweiz, Claus Grewenig, Bereichsleiter Medienpolitik RTL Deutschland, und Ute von Moers, der die Leitung Programm- und Channelmanagement TV National bei CH Media innehat.

«In der Schweiz fehlte bislang ein Verband, welcher sich ausschliesslich um die Interessen der Schweizer Privatfernsehsender ohne Konzession und Gebührenanteil kümmerte. Der VSPF behebt dieses Manko», erklärt Präsident Roger Elsener. «Er wird sich stark engagieren und die politischen Rahmenbedingungen kompetent und konstruktiv mitgestalten.»

Der neue Verband führe der Mitteilung zufolge aktiv Gespräche mit weiteren Schweizer Privatfernsehsendern ohne Konzession und Gebührenanteil, die an einer VSPF-Mitgliedschaft interessiert sind.

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