Bei der Aussenwerbung auf öffentlichem Grund gibt es noch viel ungenutztes Potential

Eine Studie von Obeliscum und der Universität St. Gallen zeigt, dass Aussenwerbung auf öffentlichem Grund das grosse qualitative und finanzielle Potential noch nicht ausschöpft. Noch immer bestehen lange Vertragslaufzeiten, und nur ein kleiner Teil der Werbeflächen ist digitalisiert.

(Quelle: Obeliscum)

Bei der Studie zu Werbeträgern auf öffentlichem Grund im DACH-Raum haben 66 von 292 angeschriebenen Städte und Gemeinden teilgenommen. Das Ergebnis zeigt, dass über zwei Drittel aller Städte das Ziel haben, ihre Werbeflächen zu modernisieren beziehungsweise zu digitalisieren.

Oftmals versprechen sich die Städte davon eine qualitative Verbesserung des Werbeflächen-Angebots, verbunden mit einer gleichzeitigen Konsolidierung beziehungsweise Reduktion der Standorte.

Geringe Digitalisierungsquote

Trotz des starken Bedürfnisses ist die Digitalisierungslücke in der Schweiz bei einer Digitalisierungsquote von nur 1.1% aller Flächen noch entsprechend weit. Auch verglichen mit den deutschen Städten, die eine Digitalisierungsquote von immerhin 2.4% aufweisen.

APG|SGA und Clear Channel weiterhin stark

Obwohl in der Schweiz in den letzten sieben Jahren mit Neo Advertising, Livesystems und ESH Médias wichtige neue Player in den Markt eingetreten sind, sind die beiden grossen Vermarkter APG|SGA und Clear Channel weiterhin bei über 85 Prozent der Städte – meistens exklusiv – vertreten.

Dies könnte den Studienautoren zufolge ein Hinderungsgrund dafür sein, dass die Digitalisierung stockt. Innovationen – hier die Digitalisierung von Werbeflächen auf öffentlichem Grund – entstehen erfahrungsgemäss in einem wettbewerbsintensiven Umfeld und setzen innovative Aktivitäten aller Marktteilnehmer voraus, seitens der Vermarkterseite, aber auch seitens der Eigentümerseite, also der Städte und Gemeinden selbst.

Bisher werden die öffentlichen Werbeflächen während den Vertragslaufzeiten von den Städten und Gemeinden allerdings weder verwaltet noch administriert. Das Knowhow wird extern abgegeben und der Vermarkterseite überlassen. Städte und Gemeinden verzichten somit freiwillig auf ihren Gestaltungsspielraum während der Vertragslaufzeit und in der Vorbereitung neuer Ausschreibungen.

Bessere Ausschreibungspraxis

Obgleich immer noch 47 Prozent der Verträge Laufzeiten über sieben Jahre aufweisen, hat sich die Ausschreibungspraxis seit den Empfehlungen des Preisüberwachers im Jahr 2012 deutlich verbessert: Die Laufzeiten liegen in der Schweiz im Schnitt bei 4,5 Jahren und lassen damit offensichtlich sowohl den Städten ausreichend Flexibilität als auch den Vermarktern genügend Zeit, in den Städten Fuss zu fassen und das Inventar erfolgreich zu kommerzialisieren.

Optimistische Stimmung

Die Schweizer Städte sehen optimistisch in die Zukunft. 78 Prozent der Städte erwarten bei Neuausschreibungen eine Steigerung der Konzessionssumme: 28 Prozent der Befragten erwarten sich sogar finanzielle Zuwächse von über 50 Prozent. Die Ergebnisse der aktuellen Ausschreibungen, wie in der Stadt Zürich bei den VBZ Zürich oder der Stadt Schaffhausen, übertreffen dieses Ziel bei weitem, insbesondere dann, wenn Werbeflächen in grösserem Stil modernisiert beziehungsweise digitalisiert werden.

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