Admeira beteiligt sich an der NZZ-Vermarktungsfirma Audienzz

Admeira erwirbt per 21. November 2017 15 Prozent an Audienzz, der digitalen Vermarktungsorganisation der NZZ-Mediengruppe. Gleichzeitig nimmt die NZZ-Mediengruppe Einsitz im Verwaltungsrat von Admeira. Beide Parteien prüfen eine weiterführende Zusammenarbeit.

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Audienzz ist die Vermarktungstochter der NZZ-Mediengruppe, die sich auf digitale Dienstleistungen im Premiumsegment spezialisiert hat. Admeira beteiligt sich per 21. November 2017 mit 15 Prozent an Audienzz. Gleichzeitig nimmt die NZZ-Mediengruppe mit ihrem Verwaltungsrat Dominique von Matt Einsitz im Verwaltungsrat von Admeira. In einem nächsten Schritt werden die beiden Parteien eine weitergehende Zusammenarbeit mit dem Ziel prüfen, den Medienstandort Schweiz gegenüber den globalen digitalen Wettbewerbern stärker zu positionieren.

Marc Walder, Verwaltungsratspräsident von Admeira, in einer Mitteilung: «Admeira wurde mit dem Ziel gegründet, die Schweizer Medienanbieter zusammenzubringen und dem Werbemarkt attraktive Möglichkeiten zu bieten. Wir freuen uns, gemeinsam mit Audienzz neue Perspektiven für Medienanbieter und Werbetreibende zu entwickeln.»

Etienne Jornod, Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe: «Der digitale Werbemarkt verändert sich rasant. Es ist deshalb wichtig, sich mit anderen Marktteilnehmern zu neuen Technologien und Angeboten auszutauschen.» Zu den finanziellen Details der Transaktion haben die beiden Partner Stillschweigen vereinbart.

«Es geht nicht darum, ein medienpolitisches Statement abzugeben»

Bahnt sich hier gar ein Admeira-Beitritt in Raten an? Myriam Käser, Leiterin Unternehmenskommunikation der NZZ-Mediengruppe, winkt auf Nachfrage der Werbewoche ab: «Unsere Produkte unterscheiden sich von jenen der Konkurrenz. Deswegen wollen wir unsere Medien selber vermarkten und haben nicht vor, Admeira beizutreten. Aus dem gleichen Grund haben wir damals auch den Vertrag mit der Publigroup gekündigt.» Im Übrigen habe man auch keinerlei privilegierten Zugriff auf Daten von Admeira – oder umgekehrt Admeira auf Daten von Audienzz.

«Es geht beim heute kommunizierten Schritt geht es darum, voneinander zu lernen», sagt Käser. «Es geht nicht darum, ein medienpolitisches Statement abzugeben.» An der medienpolitischen Einstellung der NZZ-Mediengruppe ändere sich nichts. «Man kann mit jemandem zusammenarbeiten und sich austauschen, ohne in jedem Punkt gleicher Meinung zu sein». Die NZZ habe ein Interesse an einer starken Medienbranche in der Schweiz und sei immer bestrebt gewesen, Brücken zu bauen anstatt Gräben zu vertiefen. «Das ist weiterhin unsere Haltung. Wir führen keine Strategie gegen jemanden, sondern wir suchen nach Lösungen, die uns am Markt stärker machen.»

Im Verband Schweizer Medien herrscht weiterhin Einigkeit

Ähnlich milde tönt es beim Verband Schweizer Medien, der bekanntlich seit den ersten Stunden des Vermarktungs-Joint-Ventures zu den schärfsten Admeira-Kritikern gehört. Geschäftsführer Andreas Häuptli sieht keinen Bruch zwischen dem Mitglied NZZ und den anderen Verlagen: «Es besteht weiterhin Einigkeit im Verband, inklusive der NZZ, gegenüber des – wegen der Beteiligung der SRG – problematischen Konstrukts Admeira», sagt er am Mittwoch zur Werbewoche. «Es ist ein unternehmerischer Entscheid der NZZ-Mediengruppe.» Die NZZ vermarkte sich weiter selber und werde auch nicht Teilhaber von Admeira. Vielmehr kaufe sich umgekehrt Admeira bei der NZZ-Tochterfirma Audienzz ein.

«Wir fordern weiterhin eine Branchenlösung im Datenmanagement», so Häuptli. Zudem müssten Kooperationen die in den parlamentarischen Vorstössen postulierten Voraussetzungen erfüllen: Offen für alle sein und die Medienvielfalt fördern. (hae)

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