Verleger fordern Aufteilung von Admeira in zwei Gesellschaften

Am Swiss Media Forum in Luzern forderten die Verleger eine Aufspaltung von Admeira in zwei Teile: Daten und Werbevermarktung. Das Unternehmen will davon nichts wissen.

admeira-aufteilung

Pietro Supino und Peter Wanner, die Verleger von Tamedia und AZ Medien, gehen im Namen des Verbandes Schweizer Medien weiter gegen das von Ringier, Swisscom und SRG betriebene Vermarktungsunternehmen Admeira vor. Wie die Schweiz am Wochenende in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, forderten die beiden am Swiss Media Forum, dass Admeira in zwei separate Gesellschaften aufgeteilt wird: Ein Unternehmen soll sich demnach ausschliesslich um das Datenmanagement kümmern, das andere ausschliesslich Werbung verkaufen.

Admeira vermische die beiden Bereiche, da sich die drei Teilhaber dadurch Wettbewerbsvorteile erhofften, sagt Wanner. Dies sei «keine saubere Lösung», weil die Mehrheit der Daten von der staatlich kontrollierten Swisscom stamme.

Das sieht auch Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer gegenüber der Schweiz am Wochenende so: Admeira in der heutigen Form führe zu einem Verdrängungskampf im Schweizer Werbemarkt. Zulasten der anderen privaten Medienhäuser, da die Spiesse ungleich lang seien. Tamedia unterstütze deshalb den Vorschlag nach Gesprächen für «eine offene, diskriminierungsfreie Branchenlösung für das Datenmanagement, an der sich alle Medienhäuser beteiligen können».

Diese fordern also einen Zugriff auf die Daten – «das Gold von heute und besonders von morgen», wie sie Wanner bezeichnet –, ohne sich bei der Werbevermarktung mit Ringier, Swisscom und der SRG in ein Boot setzen zu müssen.

Aufteilung wäre mit Datenschutz nicht zu vereinbaren

Davon hält Adeira wenig. Und beruft sich dabei auf den Datenschutz. Eine «offene Plattform» komme «aufgrund der datenschutzrechtlichen Anforderungen und der hohen Ansprüche an die Datensicherheit und das Datenhandling» für Adeira nicht infrage, sagt Sprecherin Romi Hofer gegenüber der Schweiz am Wochenende.

Und auch den Vorwurf des ungerechtfertigt verschafften Wettbewerbvorteils weist sie zurück. Allen Verlagen stehe es ja offen, ihre Werbung über Admeira zu verkaufen und Aktionäre zu werden.

Mit diesem Argument kontert das Unternehmen von Beginn weg die Einwände der Kritiker. Und stösst dabei auf taube Ohren, denn die restlichen Verlage wollen gar nicht mitmachen. Aus verschiedenen – teils vermeintlich uneigennützigen – Gründen, wie die Aussage von Tamedia-Sprecher Zimmer zeigt: «Tamedia als neue Admeria-Aktionärin würde die Wettbewerbsverzerrung auf Kosten aller anderen Medienhäuser der Schweiz nur verschlimmern».

Somm prophezeit baldiges Ende der jetzigen Konstellation

Geht es nach BaZ-Verleger und VSM-Mitglied Markus Somm, könnte sich das Thema Adeira ohnehin bald erübrigen. Er glaubt nämlich, dass Ringier, die SRG und die Swisscom bald aus eigenen Stücken auseinandergehen. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch, weil sich die drei unterschiedlichen, zum Teil jahrhundertealten Unternehmensstrukturen nur schwer vereinen liessen. Er ist auch der Meinung, dass der Austritt von Ringier den Verband gestärkt und die restlichen Mitglieder zusammengeschweisst habe.

Ein mögliches, baldiges Auseinanderbrechen will Admeira nicht kommentieren. Solche Gerüchte gebe es schon seit der Gründung – man habe beschlossen, dazu keine Stellung mehr zu nehmen. (hae)

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