Zwei neue Vorstandsmitglieder für den Verein QuaJou

Alexandra Pavlović von CH Media und Larissa Rhyn von Tamedia stossen zum Verein Qualität im Journalismus. Im Rahmen der Generalversammlung bei SRF fand auch eine Debatte über die Folgen der Sparrunden und des Stellenabbaus statt.

Neue Gesichter im QuaJou-Vorstand: Alexandra Pavlović (links) und Larissa Rhyn. (Bilder: Enisa Kropfreiter/zVg.)

Der Verein Qualität im Journalismus QuaJou hat an seiner Generalversammlung vom Donnerstagabend Larissa Rhyn und Alexandra Pavlović in den Vorstand gewählt.

Alexandra Pavlović ist Head of Social Media bei CH Media und zusätzlich als Online-Tagesleiterin tätig, wo sie vor allem für nationale und internationale Themen zuständig ist. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin der Onlineredaktion des St. Galler Tagblatts. Ihr journalistisches Handwerk erlernte sie in der Lokalredaktion Rorschach. Sie hat Populäre Kulturen, Publizistik und slavische Sprachwissenschaften in Zürich studiert. Ihren Masterabschluss absolvierte sie in Hamburg an der Hamburg Media School, wo sie den Executive Master of Arts in Journalism erlangte.

«Durch den Austausch untereinander helfen wir mit, den Journalismus weiterzuentwickeln und den Blick auf wichtige Trends und Themen, die unsere Branche betrifft, zu richten», beschreibt die 37-jährige Pavlović ihre Motivation, beim Verein QuaJou mitzuwirken.

Die 31-jährige Larissa Rhyn leitet die Bundeshausredaktion von Tamedia und ist stellvertretende Ressortleiterin Inland. Zuvor hat sie als Bundeshausredaktorin für SRF und die NZZ gearbeitet. In den Journalismus eingestiegen ist sie bei der Südostschweiz, wo sie unter anderem während des Studiums als freie Journalistin tätig war. Sie hat Politikwissenschaften in Zürich und Montreal studiert und ihren Masterabschluss in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute in Genf gemacht.

«Ich möchte mich im Vorstand von QuaJou engagieren, weil ich es wichtig finde, dass sich der Journalismus weiterentwickelt – und Qualität dabei ein zentrales Kriterium bleibt», so Rhyn.

Den Vorstand verlassen hat Barbara B. Peter, Ausbildnerin und Podcastproduzentin bei Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Sie leistete seit 2016 ehrenamtliche Vorstandsarbeit beim Verein, von 2020 bis 2022 war sie deren Co-Präsidentin.

Der neu zehnköpfige QuaJou-Vorstand besteht demnach aus dem Co-Präsidium mit Fabienne Kinzelmann (Handelszeitung) und Franz Fischlin (selbstständig) sowie den Vorstandsmitgliedern Urs Bühler (NZZ, Vizepräsident), Marco Schnurrenberger (SRF, Kassier), Christian Beck (Persoenlich), Silke Fürst (IKMZ), Alexandra Pavlović (CH Media), Eva Pfirter (Keystone-SDA), Larissa Rhyn (Tamedia) und Claudia Schlup (MAZ). Ausserdem für den QuaJou tätig sind Valeria Aiello (Administration) und Charlotte Widmaier (Projektreferentin JournalismusTag).

SRF-Führung und Qualitätsdebatte

Im Vorfeld der Generalversammlung vom Donnerstag fand eine Führung durch den Newsroom von Schweizer Radio und Fernsehen SRF statt. Anschliessend folgte die Gesprächsrunde Q-Club zum Thema «Der Spar- und Zeitdruck steigt – was bedeutet das für den Journalismus?». Auf dem Podium waren Nicole Anliker (stv. Chefredaktorin und Leiterin Newsroom NZZ), Conny Tovar (Co-Head Media Creation Ringier Medien Schweiz) und Tristan Brenn (Chefredaktor SRF TV). Moderiert wurde der Q-Club von den QuaJou-Vorstandsmitgliedern Urs Bühler und Marco Schnurrenberger.

Somit sassen sich Vertreter und Vertreterinnen von privaten Medienhäusern und aus dem Service public auf dem Podium gegenüber. Tristan Brenn stellte fest: «Früher gab es weniger Konkurrenzkampf. Da war alles schön in Kästchen geordnet: Radio, TV und Print. Heute treffen sich alle im Online.» Auf das Sparen angesprochen meinte er, dass die Zitrone langsam ausgepresst sei: «Ein Service-public-Haus wie wir kann nicht einfach zusätzliche Einnahmen generieren. Wir müssen versuchen, uns effizienter aufzustellen – oder dann als letzten Schritt im Programm abzubauen.»

Intensiv in den Newsroom investiert wurde auch bei Ringier. Conny Tovar meinte: «Die Zeiten sind vorbei, in denen wir uns darauf verlassen können, dass die Leser automatisch immer wieder zu uns zurückkommen.» Auf dem Podium äusserte sie sich begeistert von den Möglichkeiten, die heute die künstliche Intelligenz im redaktionellen Alltag biete. Die gewonnene Zeit werde dafür wieder in den Journalismus reinvestiert, versicherte Tovar.

Auf die Frage, ob die NZZ einen Sponsor habe, dass dort gefühlt gar nie gespart werden müsse, antwortete Nicole Anliker: «Seit sehr vielen Jahren wurde bei uns auch auf die sehr kleinen Ausgabenposten geschaut.» Es habe aber durchaus ebenfalls einen Stellenabbau bei den klassischen, schreibenden Ressorts gegeben. Dafür sei in anderen Bereichen – wie Visuals oder Podcasts – investiert worden. «Seit 2015 wurde im publizistischen Bereich unter dem Strich sogar ausgebaut», so Anliker.


Der Verein QuaJou, gegründet 1999 – also vor 25 Jahren, versteht sich als Qualitätslobby der Schweizer Journalismusbranche. Er führt und begleitet die Qualitätsdebatte und veranstaltet den jährlichen JournalismusTag (JourTag) sowie aktuelle Gesprächsrunden (Q-Clubs). Die Mitglieder kommen hauptsächlich aus Redaktionen, Medienunternehmen, Mediengewerkschaften, Berufsverbänden sowie der Medienwissenschaft und Ausbildung.

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