Verein QuaJou: Angeregter Austausch am Journalismustag nach langer Pause

Zum ersten Mal seit der Coronapandemie hat der JournalismusTag am Donnerstag wieder physisch stattgefunden. Mehr als 110 Teilnehmende folgten der Einladung nach Winterthur.

(Bilder: QuaJou/Raphael Hünerfauth)

Am Donnerstag hat der vom Verein Qualität im Journalismus QuaJou organisierte JournalismusTag.22 mehr als 110 Teilnehmende ans IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur gelockt. Nachdem das Branchentreffen infolge der Coronapandemie im Jahr 2020 abgesagt werden musste und 2021 online durchgeführt wurde, fand es dieses Mal erstmals wieder physisch statt.

«Den ersten physischen Journalismustag seit Pandemiebeginn mit so vielen Teilnehmenden und einem solchen Programm durchführen zu können, ist fantastisch. Besonders stolz sind wir neben der hochaktuellen Themensetzung auf den hohen Frauenanteil bei den Referierenden und die generationsübergreifende Teilnehmerschaft», sagt Fabienne Kinzelmann, Co-Präsidentin QuaJou.

Offiziell eröffnet wurde das Programm mit einer Keynote von Sabrina Weiss, Co-Gründerin des Climate Journalism Network in der Schweiz. Sie gab eine Prognose für den Klimajournalismus. Über ihre Erfahrungen mit der Kriegsberichterstattung aus der Ukraine berichteten CH-Media-Reporter Kurt Pelda und SRF-Korrespondentin Luzia Tschirky. Was bräuchte es, damit junge Medienschaffende in ihrem Beruf wieder eine Zukunft sehen? Simona Boscardin von den Jungen Journalist:innen Schweiz JJS hielt einen flammenden Appell. Den Abschluss bildete das Panel mit den frisch ernannten Chefredaktor:innen Isabelle Jacobi von Der Bund, Kerstin Hasse von Tamedia und Jürg Steiner von Hauptstadt.

Aufgelockert wurde der JournalismusTag.22 durch vier Workshops, der sich folgenden Fragen widmete: Wie könnte der Lokaljournalismus wieder gestärkt werden? Wie reagiert man, wenn auf einmal die Polizei in der Redaktion auftaucht und Recherchematerial mitnehmen will? Wie können Betroffene von Hate Speech vorsorgen und sich mental stärken? Und was hat die Branche aus dem «Fall Relotius» gelernt? Dass gleichentags die Schweizer Fussballnati an der WM in Katar gegen Kamerun mit 1:0 gewann, wurde angesichts des dichten Programms zur Nebensache. Am anschliessenden Apéro Riche gab es wichtigere Themen zu besprechen.

QuaJou-Co-Präsident Franz Fischlin bilanziert: «Zum Glück ist der JournalismusTag zurück. Der Mix von Inputs ganz unterschiedlicher Referierender und der Austausch bei Kaffee und Suppe mit Kolleginnen und Kollegen wirkt wie eine Motivationsspritze für unseren Beruf.»

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