Sozialplan für Beschäftigte von Tamedia-Druckerei in Bussigny steht

Zwischen den Beschäftigten des Druckereizentrums Lausanne in Bussigny VD und der Tamedia-Gruppe ist gemäss den Gewerkschaften «ein zufriedenstellender» Sozialplan vereinbart worden. Rund die Hälfte der 130 Mitarbeitenden kann im Rahmen der ab 2023 geplanten Umstrukturierung des Zentrums am Waadtländer Standort bleiben.

Tamedia
(Symbolbild: Unsplash.com)

Tamedia hatte das Personal Anfang Mai über die Restrukturierung informiert. Hintergrund der Umstellung sei ein neues Schichtenmodell, welches Anfang 2023 eingeführt werden soll. Dieses soll eine ausgeglichene Beschäftigung im Tag- und Nachtbetrieb ermöglichen.

«Bis Ende Mai wurde eine Konsultation mit der Personalkommission durchgeführt, ab Mitte Juni wurden die einzelnen Massnahmen ausgesprochen», sagte ein Sprecher der TX Group, der Eigentümerin von Tamedia, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag auf Anfrage. Konkret handelte es sich um Vertragsänderungen, Entlassungen mit Stellenangebot im Druckzentrum Bern und Frühpensionierungen.

Perspektive innerhalb von Tamedia

«Allen Mitarbeitenden wurde in persönlichen Gesprächen eine berufliche Perspektive innerhalb von Tamedia angeboten. Ein neuer Sozialplan, der sich weitgehend an der vorherigen Version orientierte und durch Begleitleistungen bei einem Wechsel des Arbeitsortes ergänzt wurde, wurde Anfang Juli abgeschlossen», teilte die Gruppe mit, ohne genaue Zahlen zu nennen.

«Zwischen 65 und 70 Personen dürften am Standort Bussigny bleiben, also gut die Hälfte der Belegschaft», hiess es von Seiten der Gewerkschaft Syndicom. Diese bestätigte auch, dass jeder Mitarbeiter ein Arbeitsangebot erhalten hat. Mit den Versetzungen ins Druckzentrum Bern, den freiwilligen Abgängen und den Frühpensionierungen hätten die Entlassungen per Ende Dezember begrenzt werden können.

Syndicom bezeichnet den Sozialplan als «zufriedenstellend». «Die Verhandlungen sind gut verlaufen. In den zwei oder drei wichtigsten Punkten, die von der Personalkommission angesprochen wurden, konnte eine Einigung erzielt werden», erklärte ein Syndicom-Sprecher.

Keine Zwangsversetzungen

So wird es beispielsweise keine Zwangsversetzungen an den Standort Bern geben. Die Beschäftigten, welche die Versetzung ablehnen, haben Anspruch auf den Sozialplan und Abfindungen.

Nach der im Mai angekündigten Umstrukturierung hatte Syndicom Tamedia vorgeworfen, mit der Massnahme einmal mehr auf Kosten der Westschweiz den Gewinn des Unternehmens zu steigern (Werbewoche.ch berichtete).

Die Gewerkschaft betonte, dass der Volumenrückgang, der als Grund für die Umstrukturierung angegeben wurde, insbesondere auf Massnahmen zurückzuführen sei, die Tamedia selbst ergriffen habe, wie die Einstellung der Printausgabe von Le Matin Semaine oder die Verringerung der Seitenzahlen der anderen Titel. In Bussigny werden unter anderen die Tageszeitungen 24 Heures und Le Temps gedruckt. (SDA)

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