Content kostet Medienfirmen 140 Milliarden Dollar

Die neun grössten Medien- und Technologieunternehmen werden 2022 die Rekordsumme von 140,5 Milliarden Dollar für Content ausgeben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von zehn Prozent, wie der US-Finanzdienstleister Wells Fargo anhand aktueller Daten feststellt. Die Experten rechnen bis 2025 sogar mit einem weiteren Anstieg auf 172 Milliarden Dollar.

«Dass die Ausgaben im Content-Bereich steigen, ist den explodierenden Kosten zu verdanken, die das Geschäft im Streaming-Krieg mit sich bringt», erklärt das Branchenblatt Variety. Einige Investoren würden sich angesichts der jüngsten Entwicklung bereits Sorgen um die Profitabilität der Medienunternehmen machen. «Die Aktien all dieser Firmen haben 2021 einen Boom erlebt. Die Wall Street scheint das nun aber deutlich skeptischer zu sehen», so die Einschätzung.

Vor allem für traditionelle Medienhäuser, die gleichzeitig zu digitalen On-Demand-Angeboten immer noch ein Programm für ihre althergebrachten linearen Kanäle finanzieren müssen, werde die Lage zunehmend schwieriger. «Sie haben keine andere Wahl, als die Ausgaben hochzuschrauben, um mit den grossen Tech-Firmen mitzuhalten. Das drückt aber ihre Gewinnspanne», geben die Experten zu bedenken. Ob diese Strategie langfristig aufgeht, sei fraglich, «weil es nunmal nur eine Handvoll globale Player geben kann, die Konsumenten unterstützen werden».

Von Disney bis Warner Bros.

Disney hat angekündigt, 2022 knapp 33 Milliarden Dollar für Content auszugeben. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 25 Milliarden Dollar. Auch bei der wohl bald endgültig fusionierten Konkurrenz von Warner Bros. und Discovery prognostiziert Wells Fargo für das aktuelle Jahr zusätzliche Ausgaben, die sich auf 22,4 Milliarden Dollar belaufen sollen. Das entspricht einem Plus von 8,2 Prozent im Vergleich zu 2021. (pte)

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