Annabelle bringt Spezialheft zum Thema Tod

«Wir werden alle sterben»: Die Frauenzeitschrift Annabelle hat dem Tabu-Thema Tod ein Spezialheft gewidmet – und zeigt mit verschiedenen Artikeln und Interviews auf, dass der Tod viele Facetten hat.

Wir alle sterben irgendwann – und viele von uns versuchen, genau diese Tatsache zu verdrängen. Der Tod scheint scheint das letzte Tabu in unserer Gesellschaft zu sein. Und genau dieses Tabu will Annabelle mit einer Sonderausgabe brechen.

Die Produktion dieses Heftes sei mit kleinen Hürden verbunden gewesen, schreibt die Annabelle-Herausgeberin Medienart in einer Mitteilung. Selten seien an Sitzungen so oft Tränen geflossen. Trotzdem sei die Redaktion an diesem letzten aller Lebenskapitel drangeblieben. «Ich bin überzeugt, dass es die Aufgabe von uns Journalist:innen ist, zu sprechen, wo sonst betretenes Schweigen herrscht», schreibt Annabelle-Chefredaktorin Jacqueline Krause-Blouin in ihrem Editorial. «Vielleicht ist es das Lebendigste überhaupt, den Tod zu einem Teil unseres Lebens zu machen.»

Das Heft beleuchtet das Thema Tod aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Während Mitglieder der Annabelle-Redaktion über ihre ganz persönlichen Begegnungen mit dem Tod schreiben, widmet sich das Modeteam in einer Strecke der Trauerfarbe Schwarz – und zeigt damit auf, dass das Dunkle nur im Zusammenspiel mit dem Hellen existiert.

Die berühmte nigerianische Schriftstellerin und Feministin Chimamanda Ngozi Adichie unterhält sich mit Chefredaktorin Krause-Blouin über ihr neustes Buch, in dem sie den Tod ihrer Eltern verarbeitet. Innerhalb weniger Monate verlor die Autorin ihren Vater und ihre Mutter. Ein Gefühl, dass sie besonders beschäftigte, war die enorme Wut, die sie verspürte: «Ich war überrascht, wie wütend ich war. Ich bin es immer noch. Ich bin so verdammt wütend auf den Tod».

Wie sich der Tod selbst anfühlt, erfahren die Leser:innen von Tom Kummer, der sich in seinen sehr exklusiven Interviews mit verstorbenen Persönlichkeiten unterhält. Während Prinz Philip berichtet, auf dem Weg ins Jenseits Neil Armstrong begegnet zu sein, philosophiert Ruth Bader Ginsburg über Gerechtigkeit im Totenreich. Die Kurzinterviews zeigen, dass der Tod auch durchaus unterhaltsam sein kann.

Die Spezialausgabe zum Tod erschien am Mittwoch.

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