Kabelfernsehen war gestern: Die meisten Schweizer nutzen TV via Internet 

Das Internet ist 2021 erstmals zum meistgenutzten TV-Empfangsweg der Schweizer geworden – und überholt damit den klassischen Empfangsweg über das Kabel. Mit der generellen Zunahme der TV-Nutzung in der Coronazeit wuchs auch die Nachfrage nach Live-Fernsehen über das Internet. Dabei werden TV-Angebote immer häufiger auf dem Smart-TV geschaut.

 

 

Der Report basiert auf einer Umfrage, die von Kantar im Auftrag der Zattoo Europa AG in diesem Jahr unter 875 Internetnutzern zwischen 16 und 69 Jahren in der Schweiz durchgeführt wurde.

In 2021 empfangen bereits 56 Prozent aller Schweizer Internetnutzer ihr Fernsehen über das Internet. Damit legt das Internet als TV-Empfangsweg um weitere 7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr zu. Erstmals überholt das Internet den klassischen Empfangsweg via Kabel, das mit 51 Prozent auf Vorjahresniveau bleibt. Den Fernsehempfang über Satellit nutzen 9 Prozent der Befragten, weitere 5 Prozent DVB-T. Da in einigen Haushalten mehr als ein Empfangsweg für das Fernsehen genutzt wird, waren bei dieser Fragestellung Mehrfachantworten möglich.

Nutzung von TV-Streaming-Angeboten nimmt weiter stark zu

Nutzten 2020 noch 32 Prozent der Schweizer TV-Zuschauer in mehr als der Hälfte ihrer Fernsehzeit TV-Streaming-Angebote, wie Live-Fernsehen über das Internet, Video-on-Demand oder YouTube, sind es 2021 schon 41 Prozent. Weitere 39 Prozent nutzen TV-Streaming-Angebote bis zur Hälfte ihrer Fernsehzeit.

Auch der Anteil derer, die gar keine TV-Streaming-Angebote nutzen, geht weiter stark zurück: Der Wert liegt jetzt bei nur noch 20 Prozent statt wie 30 Prozent im Vorjahr. Bereits 57 Prozent aller Schweizer Internetnutzer können sich vorstellen, zukünftig ausschliesslich TV-Angebote über das Internet zu nutzen. 7 Prozent tun dies bereits.

Live-TV-Nutzung legt während der Corona-Krise wieder deutlich zu

Die Nutzung von Live-Fernsehen über das Internet steigt 2021 wieder deutlich an. Gab es im Vorjahr noch einen Rückgang von 47 Prozent in 2019 auf gerade einmal 34 Prozent in 2020, so zeigt der Trend in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mit einem Anteil von 40 Prozent wieder klar nach oben.

Auch die Nutzung der Mediatheken (24 Prozent) sowie von YouTube (66 Prozent) nimmt weiter zu. Lediglich die Nutzung von Video-on-Demand-Angeboten (23 Prozent) geht in diesem Jahr leicht um zwei Prozentpunkte zurück.

Mit Blick auf die einzelnen Video-on-Demand-Anbieter legt Netflix in diesem Jahr jedoch deutlich zu. 68 Prozent der Video-on-Demand-Nutzer und damit 12 Prozentpunkte mehr als noch in 2020 schauten das Film- und Serienangebot des US-Konzerns. Mit 20 Prozent schaut jeder fünfte Video-on-Demand-Nutzer bereits den neu gestarteten Dienst Disney+. Bei den Mediatheken kann vor allem die ZDF Mediathek ein deutliches Plus von 10 Prozentpunkten auf 44 Prozent bei den Nutzern von Mediatheken verzeichnen. Weitere 51 Prozent schauen am liebsten das Programm der SRF Mediathek. Auch die Mediathek der ARD legt weiter zu und wird von 38 Prozent der befragten Nutzer geschaut.

TV-Streaming am liebsten auf dem Smart-TV

Smart-TVs sind auch in Zeiten von Corona auf Wachstumskurs und legen 2021 um weitere 6 Prozentpunkte zu. Bereits 45 Prozent aller TV-Streaming-Nutzer schauen ihr Fernsehprogramm auf einem Smart-TV. Laptops und PCs werden ebenfalls von 45 Prozent genutzt, verlieren jedoch im Vergleich zum Vorjahr 5 Prozentpunkte. Auch die mobile Nutzung nimmt wieder zu, nachdem diese im Vorjahr noch stark zurückgegangen war. Dies könnte auf eine parallele Nutzung von mehreren Geräten in Zeiten des Teil-Lockdowns zurückzuführen sein. So liegt die Nutzung von Tablets in 2021 bei 28 Prozent und die von Smartphones bei 44 Prozent. Streaming-Geräte (11 Prozent) und Spielekonsolen (8 Prozent) bleiben hingegen auf Vorjahresniveau.


Den ganzen TV-Streaming-Report 2021 für die Schweiz gibt es hier zum Download.

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