SRF überlistet mit Zürcher «Tatort» unfreiwillig Corona

Im Herbst starten pünktlich die neuen Zürcher Kommissarinnen die Ermittlungen. Andere «Tatort»-Folgen kämpfen zurzeit mit Corona-bedingten Verspätungen.

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Sind bereit: Die neuen «Tatort»-Darstellerinnen Carol Schuler und Anna Pieri Zuercher (v.l.) werden ab Herbst zu sehen sein – wie geplant. (Foto: SRF)

 

Im September soll die neue «Tatort»-Saison starten. Nebst dem Zürcher Kommissarinnen-Duo Gradjean/Ott feiert auch ein prominent besetztes Trio aus Bremen Premiere. Im Spätherbst wird eine Doppelfolge zum 50-Jahre-Jubiläum der grössten deutschsprachigen Krimi-Serie ausgestrahlt – erstmals spannen darin die Teams aus Dortmund und München zusammen.

Soweit zumindest der Plan. Die Corona-Pandemie hat die Dreharbeiten vielerorts zum Erliegen gebracht. Die Wiederaufnahme unter strengen Hygienevorschriften ist aufwendig und gestaltet sich schwierig. Derzeit ist alles andere als klar, ob alle geplanten «Tatort»-Folgen wie geplant im Herbst ausgestrahlt werden können.

 

Synergien genutzt – Corona überlistet

Wie die SonntagsZeitung in der aktuellen Ausgabe berichtet, dürfte zumindest das Schweizer Fernsehen keine Probleme haben, die beiden auf Herbst 2020 und Frühjahr 2021 angesetzten Zürcher Folgen fristgerecht einzureichen. Denn beide sind bereits abgedreht. Man habe sich, so SRF-Filmchef Urs Fitze gegenüber der Zeitung, entschieden, Doppelfolgen zu drehen, um Synergien zu schaffen. Dabei werden zwei Folgen mit dem selben Team, derselben Regie und am Stück produziert. Der Enscheid habe sich im Nachhinein als Glücksfall herausgestellt. «Für Crew und Cast war die relativ lange Drehzeit eine Herausforderung, aber heute sind wir alle extrem froh darüber», so Fitze zur SonntagsZeitung.

Die dritte Folge soll von Januar 2021 bis April 2021 gedreht werden. Erneut steht eine Doppelfolge auf dem Programm.

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Im Kasten: Weil SRF schon im November 2019 drehte, war die Filmcrew von Corona nicht betroffen. (Foto: Sava Hlavacek/SRF)

 

Drehunterbruch bei der ARD

Anders sieht es bei der ARD-Jubiläumsfolge zum «Tatort»-Jubiläum aus. Für den ersten Teil müssen noch einige Szenen gedreht werden, die im März begonnenen Dreharbeiten des zweiten Teils wurden abrupt unterbrochen. Die ARD hofft, die Filme fristgerecht fertigstellen zu können – derzeit wird ein Wiederaufnahmeszenario ausgestaltet. Ob alle Herbst-Folgen fristgerecht ausgestrahlt werden können, wisse man noch nicht.

Unklar ist, wie es um das neue Bremener Trio um «Game of Thrones»-Star Dar Salim steht. Radio Bremen teilt mit, dass weder Dreharbeiten noch Sendetermine hätten verschoben werden müssen. Gut möglich also, dass – trotz erschwerter Bedingungen – auch in Bremen die Ermittlungen rechtzeitig losgehen.

 

Sommervoting verkürzt die Wartezeit

Bis es soweit ist, werden die Fans der Serie mit einem Sommervoting zum 50. Jubiläum bei Laune gehalten. Woche für Woche können sie entscheiden, welche der besten Folgen der letzten 20 Jahre sie nochmals sehen möchten. 50 Folgen stehen zur Auswahl – darunter auch die beiden Luzerner-«Tatort»-Folgen «Ihr werdet gerichtet» (2015) und «Kleine Prinzen» (2016).

Zusätzlich strahlt die ARD sonntags ab dem 26. Juni um 22:15 Klassiker aus 50 Jahren «Tatort» aus.

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