Schweizer Kinos starten ohne Blockbuster – und mit viel Unbehagen

Am 6. Juni öffnen die Kinos wieder. Allerdings müssen sie bis auf weiteres alte Filme zeigen.

Kino

Kaum eine Branche wurde durch das Coronavirus so hart getroffen wie die Kinos. Die Umsätze fielen durch die Schliessungen von einem Tag auf den anderen komplett aus, die Werbeerträge sackten auf Null (Werbewoche.ch berichtete).

Am 6. Juni dürfen die Kinos in der Schweiz endlich wieder öffnen. Ein Sicherheitskonzept soll die Gesundheit der Gäste sicherstellen. Wie der SonntagsBlick berichtet, werden bei der Buchung links und rechts je ein Sitz freigelassen. Zusätzlich müssen die Daten der Kinobesucher festgehalten werden, damit man sie wenn nötig dem BAG übergeben könnte. In manchen Kinos können Snacks und Getränke nur Online oder an Automaten gekauft werden.

 

James Bond legt erst im November los

Doch es sind nicht diese Massnahmen, die den Kinobetreibern Kopfzerbrechen bereiten. Schwerer dürfte wiegen, dass die grossen Blockbuster fehlen. Bis auf weiteres – beziehungsweise, bis die Kinos in den USA und in Deutschland wieder öffnen. Der letzte «James Bond» mit Darsteller Daniel Craig, «No Time to Die», hätte im Sommer die Säle füllen sollen und wurde nun auf 12. November verschoben.

Wie die Schweiz am Wochenende schreibt, will die Kette Pathé dem Problem entegegenwirken, indem alte Klassiker wie Hitchcocks «Die Vögel» oder Stanley Kubricks «Spartacus» gezeigt werden. Auch die «Star Wars»-Reihe mit all ihren neun Teilen steht auf dem Wunschzettel der Kinokette, die Verhandlungen mit den Rechteinhabern laufen aber noch.

 

Kino oder Natur?

Zusätzlich sorgen sich die Verantwortlichen, dass die Zuschauer sich in der Lockdown-Phase an das Streaming gewöhnt haben und gar nicht ins Kino zurückwollen. Laut Pathé-Sprecherin Giulia Griffin sieht man zwei gegenläufige Trends – welcher sich durchsetzen wird, ist unklar. Die einen Menschen wollen nach der Corona-Phase in erster Linie in die Natur, die andere Gruppe hat genug von Netflix und kleinen Bildschirmen, sehnt sich nach Events wie dem Kino.

Auch bezüglich Werbeeinnahmen stimmt die Situation nicht allzu optimistisch. Der Vermarkter Weischer versucht, den Markt mit Aktionspreisen anzukurbeln. Bereits im Juni ist klar: Das Kinojahr 2020 dürfte als eines der schwärzesten in die Geschichte eingehen.

 

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