Auch CH Media will Kurzarbeit einführen

Das Schweizer Medienunternehmen CH Media will wegen der Corona-Pandemie ab Mittwoch konzernweit für seine rund 2000 Beschäftigten Kurzarbeit einführen. CH Media rechnet für 2020 mit einem Umsatzeinbruch von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Allein im April erwarte man einen Umsatzrückgang zum Vorjahr von über 30 Prozent für CH Media und über 50 Prozent im Werbemarkt, heisst es in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Das entspreche mehr als 10 Millionen Franken.

Die folgenden Monate würden voraussichtlich mindestens so stark betroffen sein. CH Media erwartet, je nach Verlauf der Pandemie im zweiten Halbjahr, Umsatzverluste im mittleren zweistelligen Millionenbereich. In sämtlichen Unternehmensbereichen werden die Produkte und Dienstleistungen aktuell auf ihr Sparpotenzial überprüft und angepasst.

 

Einbrechender Werbemarkt

CH Media sei mit ihren Zeitungen, Anzeigern, Radiostationen, TV-Sendern, Events, Zeitschriften, Onlineangeboten und dem Filmverleih stark dem einbrechenden Werbemarkt ausgesetzt, schreibt das Unternehmen. Bis anhin erzielte CH Media knapp die Hälfte der Erlöse im Werbemarkt.

Gleichzeitig sei die Nachfrage nach verlässlichen Nachrichten und Informationen, aber auch nach Abwechslung durch Entertainmentangebote, so hoch wie nie zuvor. Die Online-Zugriffe auf die Newsportale erreichten Rekordstände. Die Zuschauer- und Hörerzahlen bei den TV- und Radiostationen seien so hoch wie nie zuvor.

Per 1. April beantragt CH Media Kurzarbeit für zunächst drei Monate. CH Media zahlt die Löhne von Mitarbeitenden in Kurzarbeit für die beantragte Frist vollständig aus. Diese erfahren also keine Lohneinbusse.

Die Aktionäre verzichten nach Abstimmung mit der Unternehmensleitung von CH Media auf eine Auszahlung der Dividende im Frühling 2020 und wandeln diese in ein Darlehen um.

CH Media erreicht nach eigenen Angaben mit Regionalzeitungen und Onlineportalen, Radio- und TV-Stationen sowie Zeitschriften rund zwei Millionen Menschen in der deutschsprachigen Schweiz.

Mit rund 480 Millionen Umsatz und rund 2000 Mitarbeitenden zählt das Medienunternehmen zu den grössten des Landes. CH Media entstand im Herbst 2018 als Joint Venture der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien.

 

Kurzarbeit auch bei TX Group

Kurzarbeit beantragt hat auch die TX Group, die unter anderem die Zeitungen Tages-Anzeiger und Der Bund herausgibt. Das Unternehmen beantragte für praktisch alle Einheiten Kurzarbeit. Die wegbrechenden Werbeeinnahmen wurden als Grund dafür genannt (Werbewoche.ch berichtete).

Um die Nachteile für die Belegschaft zu reduzieren, will das Unternehmen trotz Kurzarbeit weiterhin den vollen Lohn zahlen, zumindest bis Ende Juni. (SDA)

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