Die Republik erhält neues Geld – das Jahr 2020 ist gesichert

Das Online-Magazin hat laut der NZZ am Sonntag die Mittel aufgebracht, um auch das kommende Jahr ohne einschneidende Sparmassnahmen stemmen zu können.

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Anfang 2019 vermeldete die Republik, bis Mitte Jahr suche man einen Geldgeber, der eine Million Franken einschiesse. Wie die NZZ am Sonntag berichtet, scheint dies gelungen zu sein. Verwaltungsratspräsidentin Sylvie Reinhard sagt gegenüber der Zeitung, die zweite Finanzierungsrunde stehe «kurz vor Abschluss», erste Verträge seien unterschrieben. Informieren werde man darüber an der Generalversammlung im Dezember.

 

Ausbau nach Anfangs-Hype

Gestartet war das Online-Magazin 2018 mit einem Kapital von 7,3 Millionen Franken. Die eine Hälfte stammte von Investoren, die andere von den zahlreichen Abonnenten, die jährlich 240 Franken für die rein digitale Zeitung bezahlen. Da auf diesem Weg mehr Geld als erwartet zusammenkam, stellte die Republik weiter Journalisten ein. 50 Personen teilten sich Anfang 2019 36 Vollzeitstellen. Kosten pro Monat: Laut NZZ am Sonntag 540’000 Franken. Da es in der Geschäftsleitung zu mehreren Abgängen kam, machten bald Gerüchte die Runde, es stehe schlecht um die Zukunft des vielbeachteten Medienprojektes.

 

Viele Abonnenten – aber noch nicht genug

Wie es momentan aussieht, dürfte der Republik der Atem vorläufig aber nicht ausgehen. Nebst dem neuen Investorengeld hat das Magazin auch die Kosten reduziert (neu: 44 Personen und 32 Vollzeitstellen) und nach einer zwischenzeitlichen Flaute wieder viele neue Abonnenten gewonnen. 19’000 sind es aktuell. Eine beachtliche Zahl, aber noch zu wenige, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Laut VR-Präsidentin Reinhard werden 24’000 Abos benötigt, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

 

Beim Vorbild kam nach zwei Jahren die Ernüchterung

Die NZZ am Sonntag bezweifelt, dass die Republik diese Hürde nehmen wird. Es stünden Ende Jahr viele Leser vor dem Entscheid, ob sie das Abo erneuern sollen. Wie viele das tun werden, steht in den Sternen. Beim niederländischen Republik-Vorbild Correspondent sprangen nach zwei Jahren viele Leser ab, obwohl sie das Abo nach einem Jahr erneuert hatten. Grund: Nach zwei Jahren bröckelte der Wille zur ideellen Unterstützung – irgendwann zählt nur noch die Zufriedenheit mit dem publizistischen Produkt.

Gut möglich, dass die Abonnenten der Republik weiterhin die Stange halten werden. Das Magazin hat sich publizistisch weiterentwickelt und stärker auf die Leserschaft ausgerichtet. Es ist übersichtlicher und zugänglicher geworden, bietet mehr Aktualitäten und setzt gleichzeitig weiterhin auf Hintergründe. Die beinahe erdrückenden, ellenlangen Texte aus der Anfangszeit sind kürzer und lesefreundlicher geworden. Die NZZ am Sonntag findet jedoch, Primeurs seien immer noch dünn gesäht. Recherchen mit Nachrichtenwert sind etwas, was viele Leserinnen und Leser vom unabhängigen, rein journalistisch orientierten Onlinemagazin erwarten.

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